Getreidefreies Hundefutter - warum gibt es das?

Einer der Gründe, warum es getreidefreies Hundefutter gibt, ist eine Glutenunverträglichkeit. Aber braucht ein gesunder Hund tatsächlich derartiges Futter? Hier erfährst du, was sich dahinter verbirgt und welche Alternativen es gibt.
Getreidefreies Hundefutter - warum gibt es das?

Letzte Aktualisierung: 22. August 2021

Die Glutenunverträglichkeit ist in den letzten Jahren immer häufiger geworden. Natürlich sind viele Menschen tatsächlich davon betroffen, aber es gibt auch Menschen, die von dieser Thematik geradezu besessen sind. Manche gehen so weit, dass sie glauben, ihre Haustiere hätten ebenfalls eine Glutenintoleranz. Daher gibt es inzwischen auch getreidefreies Hundefutter für glutenunverträgliche Hunde. Aber brauchen wirklich alle Hunde ein solches Futter?

Warum gibt es getreidefreies Hundefutter?

Es gab einen logischen Grund, warum die Unternehmen begannen, getreidefreies Hundefutter herzustellen. “Wenn Hunde mit Wölfen verwandt sind und Wölfe kein Getreide fressen können, warum sollten es dann Hunde?” Das klingt durchaus vernünftig, wirft aber einige Fragen auf.

Es ist allgemein bekannt, dass Hunde von Wölfen abstammen. Allerdings haben sie sich stark weiterentwickelt, vor allem seit sie domestiziert wurden und fortan mit dem Menschen zusammenlebten. Dadurch hat sich ihr Körper verändert, zum Beispiel ihr Verdauungssystem.

Es gibt tatsächlich Hunde, die an einer Glutenunverträglichkeit leiden, und das ist ein weiterer Grund, warum es getreidefreies Hundefutter gibt. Allerdings sollten nicht alle Hunde auf Getreide verzichten. Studien haben gezeigt, dass die oben erwähnte Evolution es Hunden ermöglicht, die in Getreide enthaltenen Kohlenhydrate zu absorbieren.

Tatsächlich fressen Hunde Getreide in Hundefutter und in BARF-Diäten, seit sie mit dem Menschen zusammenleben.

getreidefreies Hundefutter - Hund vor Futternapf

Getreidefreies Hundefutter, ja oder nein?

Manche sind der Meinung, dass Kohlenhydrate bei Hunden zu Fettleibigkeit führen. Daher entscheiden sich viele Besitzer für getreidefreies Hundefutter, um das Gewicht ihres Tieres zu kontrollieren.

Doch nur weil Hundefutter keine Körner enthält, heißt das nicht, dass es frei von Kohlenhydraten ist. Kohlenhydrate sind ein wichtiger Bestandteil bei der Herstellung von Hundefutter und tragen dazu bei, dass das Futter seine Form erhält. Das ist so, als würde man versuchen, einen Biskuitkuchen ohne Mehl zu backen. Man muss es einfach ausprobieren.

Darüber hinaus sind die in Getreidekörnern enthaltenen Kohlenhydrate komplex. Das bedeutet, dass sie natürlich sind und leicht aufgenommen und verdaut werden können. Ein Hund mit einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger körperlicher Betätigung kann sein Gewicht problemlos halten und gesund bleiben.

Allerdings können andere Kohlenhydrate, die in getreidefreiem Hundefutter verwendet werden, künstlich und schwer verdaulich sein. Diese können sich dann in Fett verwandeln und das Gegenteil von dem bewirken, was du beabsichtigt hattest.

Derartige Kohlenhydrate können aus Kartoffeln, Süßkartoffeln oder Hülsenfrüchten wie Kichererbsen oder Linsen stammen. Wenn dein Hund keine Glutenunverträglichkeit hat, du aber glaubst, dass er sich davon fernhalten sollte, solltest du bedenken, dass auch Wölfe keine dieser Lebensmittel gefressen haben. Wenn du deinen Hund so ernähren willst wie seine Vorfahren, ist ein solches Hundefutter nicht hilfreich.

Falls dein Hund tatsächlich ein Problem mit Gluten hat, solltest du ihm natürlich glutenfreies Hundefutter geben, sofern du nicht die BARF-Diät anwenden möchtest. Am besten sprichst du mit deinem Tierarzt und lässt dir von ihm sagen, welches Futter für deinen Hund am geeignetsten ist.

Trockenfutter

Gibt es Hunde mit Glutenunverträglichkeit und Nahrungsmittelallergien?

Momentan geht man davon aus, dass nur Setter eine Glutenunverträglichkeit haben können. Es ist die einzige Rasse, von der bekannt ist, dass es derartige Fälle gibt. Was andere Allergien betrifft, so sind schätzungsweise nur 10 % davon auf Nahrungsmittel zurückzuführen. Dabei spielen Körner lediglich eine untergeordnete Rolle.

Wenn dein Hund also kein diagnostiziertes Glutenproblem hat, gibt es keinen Grund, dass du ihn mit getreidefreiem Hundefutter fütterst. Denn das könnte dein Ziel, deinen Hund gesund und ausgewogen zu ernähren, zunichte machen.

Aber wenn du dich für getreidefreies Hundefutter entscheidest, solltest du ein qualitativ hochwertiges Futter kaufen. Dieses Futter ist zwar teurer, aber es wurde gründlich kontrolliert. Darüber hinaus solltest du daran denken, dass die BARF-Diät immer eine ausgezeichnete Alternative für eine gesunde Ernährung ist.

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