Ökologische Nachfolge: Was ist das?

Die ökologische Nachfolge ist ein dynamischer Prozess, der den ständigen und allmählichen Ersatz einer Art in einem bestimmten Gebiet erklärt. Und dies ist essentiell für die Dynamik von Ökosystemen.
Ökologische Nachfolge: Was ist das?

Letzte Aktualisierung: 02. Juli 2021

Was haben Vulkanausbrüche, Wirbelstürme, Waldbrände, Tsunamis und die extensive Landwirtschaft gemeinsam? Sie alle stellen einen Ausgangspunkt für einen Prozess dar, der als ökologische Nachfolge bezeichnet wird.

Einfacher ausgedrückt könnte man sagen, dass die ökologische Nachfolge der Ausdruck der Kraft der Natur ist. Sie bezieht sich auf den ständigen Prozess der Veränderung und Umstrukturierung, den alle Ökosysteme durchlaufen. Dank dieser Veränderungen erlebt jede ökologische Nische einen fortschreitenden Austausch von Organismen, aus denen sie besteht.

Der Begriff Nachfolge bezieht sich auf die Ersetzung bestimmter Arten im Laufe der Zeit durch andere. Um dieses Problem anzugehen, ist es wichtig, die Interaktionen zwischen verschiedenen Arten zu bewerten, die einen bestimmten Lebensraum teilen.

Die Elemente, die an der ökologischen Nachfolge beteiligt sind

Als integratives Phänomen umfasst die ökologische Nachfolge die biotischen Faktoren (Lebewesen) und die abiotischen Faktoren (atmosphärische Bedingungen) eines Ökosystems.

Obwohl diese Theorien ursprünglich von Botanikern entwickelt wurden, sind sie auf das Verständnis der Dynamik von Tieren ausgeweitet worden. Darüber hinaus werden sie auch auf mikrobielle Gemeinschaften angewendet.

Ökologische Nachfolge - Reh in einem Wald

Ökologische Nachfolge: Die verschiedenen Arten

Wenn es sich bei der Nachfolge um die Besiedlung einer “neuen Heimat” handelt, das bedeutet, dass ein neuer Lebensraum ohne den Einfluss bereits bestehender Gemeinschaften besiedelt wird, spricht man von primärer Sukzession. Geht die Nachfolge hingegen mit der Störung einer bereits bestehenden Gemeinschaft einher, so spricht man von sekundärer Sukzession.

Im Allgemeinen gibt es zwei grundlegende Umstände, die zu einer ökologischen Nachfolge führen können:

  1. Die Besetzung eines neuen und unbewohnten Lebensraums.
  2. Die Transformation einer Nische, die durch ein disruptives Ereignis Veränderungen erfährt.

Ökologische Nachfolge: Die verschiedenen Phasen

Das Phänomen der ökologischen Nachfolge setzt sich aus mehreren Phasen zusammen. Diese umfassen die folgenden:

1. Nudation

Dieser Prozess beginnt mit der Entstehung eines unbedeckten oder unterversorgten Gebiets. Ein solches Gebiet entsteht durch bestimmte Ereignisse wie beispielsweise Eruptionen, Überschwemmungen, Erosionen oder aufgrund von anderen katastrophalen Ereignissen. Darüber hinaus kann es aber auch durch Menschenhand entstehen. Beispiele für die Nudation aufgrund menschlicher Handlunge sind folgende: Gesteinsabbau, Hydro-Fracking, Brände, Bau von Stauseen usw.

2. Invasion

In dieser Phase dringen Pionierarten in das Gebiet ein und schaffen die Grundlage dafür, dass andere Lebewesen dort leben können. Die Invasion umfasst die folgenden drei Schritte:

  1. Ausbreitung oder Migration von Samen oder Sporen der invasiven Arten.
  2. Anschließend erfolgt die Keimung der eingewanderten Pflanzenarten im neuen Gebiet. Dieser Prozess umfasst das Wachstum von Sämlingen und auch den Beginn der Reproduktion erwachsener Pflanzen.
  3. Aggregation: Danach erhöhen die erfolgreichen Einwanderer einer Art ihre Zahl durch Reproduktion und etablieren eine große Population in dem Gebiet und bilden so eine Pioniergemeinschaft.

3. Konkurrenz und Reaktion

Gedeihende Arten konkurrieren mit Mitgliedern derselben Art um Raum und Nahrung (intraspezifische Konkurrenz). Außerdem konkurrieren sie mit Individuen anderer Arten, die in das Gebiet eindringen können (interspezifische Konkurrenz). Auf diese Weise bilden die angesiedelten Arten eine serielle Gemeinschaft.

Aber allmählich verändert sich die Umgebung und eignet sich nicht mehr dazu, alle dort existierenden Organismen zu unterstützen. Infolgedessen werden die bisherigen Arten früher oder später durch die neuen Eindringlinge ersetzt, in der Regel durch Tiere, die auf die Nutzung der Ressourcen des Lebensraums spezialisiert sind.

In der Phase der Stabilisierung erreicht das Ökosystem eine große Artenvielfalt

4. Stabilisierung

Schließlich wird ein Stadium erreicht, in dem die Gemeinschaft stabilisiert ist und unter den bestehenden Bedingungen stabil bleiben kann. Das System erreicht eine große Vielfalt an Arten, gut verteilt und mit komplexen Nahrungsketten.

Darüber hinaus solltest du wissen, dass diese Phase früher als Endstadium betrachtet und als Klimax-Gemeinschaft definiert wurde. Allerdings wurde diese Idee von modernen Ökologen zugunsten der Idee des “Nicht-Gleichgewichts” in der Dynamik von Ökosystemen weitgehend verworfen.

Ökologische Nachfolge – ein entscheidender Prozess für Ökosysteme

Zusammenfassend können wir festhalten, dass die ökologische Nachfolge für das Wachstum und die Entwicklung eines Ökosystems von großer Bedeutung ist. Daher trägt die Verbreitung dieses Wissens zum Verständnis darüber bei, wie die Besiedlung neuer Gebiete und die Wiederbesiedlung zerstörter Gebiete eingeleitet wird.

Wenn wir als Menschen invasive Arten einführen oder eine Art durch Jagd ausrotten, können wir durch das Verständnis des empfindlichen Prozesses der ökologischen Nachfolge den Schaden relativieren, den wir durch unser Handeln angerichtet haben.

Alle Lebewesen spielen eine wesentliche Rolle in ihrem Ökosystem. Folglich ist der Respekt vor jedem seiner Mitglieder wesentlich für ihr Wohlbefinden.

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