Meeressäugetiere: Klassifikation und Arten

· 14. Mai 2019
Die Meeressäugetiere sind eine Gruppe sehr unterschiedlicher Wesen. Man unterteilt sie in drei Unterklassen und sie können bis zu 35 Meter lang werden.

Verschiedene Wissenschaftler haben sich für lange Zeit der Klassifikation der Meeressäugetiere gewidmet. Aufgrund ihrer interessanten morphologischen und physiologischen Merkmale haben die Meeressäugetiere das Interesse vieler Forscher geweckt.

Die vielleicht wichtigste Besonderheit ist, dass es sich um im Wasser lebende höhere Säugetiere handelt. Als höhere Säugetiere bezeichnet man jene, die eine Plazenta haben. Dieses Merkmal gibt es nur selten bei Meerestieren.

Ihr lateinischer Name, Cetos, stammt vom griechischen Ketos, was Meeresmonster bedeutet. Für Aristoteles, der diese Bezeichnung prägte, waren die Wale monströse Gestalten.

Die Griechen nannten jene Meerestiere Ketos, die Lungen zum Atmen verwendeten. Selbst wenn die Meeressäuger komplett an das Leben im Wasser angepasst sind, so können sie diesem Element dennoch keinen Sauerstoff entziehen. Um zu atmen, müssen alle Meeressäugetiere deshalb an die Oberfläche kommen.

Diese Tiere gibt es in verschiedenen Größen. Einige, wie etwa der Schweinswal, sind recht klein. Viele von ihnen sind jedoch gigantisch, wie beispielsweise der Pottwal.

Meeressäugetiere in ihrem natürlichen Lebensraum

Die Meeressäugetiere entwickelten sich von semiaquatischen Wesen zu Meeresbewohnern. Wie auch bei den Ohrenrobben wurden aus den Vorderpfoten Flossen. Durch die Evolution wurde der hintere Teil ihres Körpers zu einer horizontalen Flosse.

Die horizontale Position ihrer Schwanzflosse erlaubt es ihnen, leichter an die Oberfläche zu schwimmen. Normalerweise haben Meeressäuger ein oder zwei Löcher auf der Oberseite ihres Körpers, durch die sie atmen.

Je nach morphologischen Kennzeichen ordnet man die Meeressäugetiere in verschiedene Spezies ein. Möchtest du mehr über sie erfahren, so ist dies der richtige Artikel für dich!

Wie klassifiziert man Meeressäugetiere?

In der Familie der Meeressäuger gibt es drei Unterordnungen. Das sind die Urwale, die Bartenwale und die Zahnwale. Die Urwale sind jene Spezies, die heutzutage ausgestorben sind.

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Die Bartenwale nennt man auch Mysticeti. Zu ihnen gehören einige der größten Tiere der Welt, wie etwa die Wale und Finnwale.

Die Bartenwale sind vier verschiedene Familien von fleischfressenden Meeressäugetieren, auch wenn sie keine Zähne besitzen.

Im Oberkiefer haben sie kräftige Barten aus Keratin, die ihnen dabei helfen, das Wasser, das aus ihrem Maul fließt zu filtern. So fangen sie die Lebewesen, von denen sie sich ernähren.

Aufgrund ihrer dicken Fettschicht unter der Haut können die Körper dieser Tiere sehr niedrigen Temperaturen widerstehen. Außerdem haben ihre Lungen eine Sauerstoffkapazität von 80%.

Wal unter Wasser

Die dritte Unterordnung sind die Odontoceti, die man auch Zahnwale nennt. Wie der Name es schon aussagt, haben sie ein bezahntes Maul.

Im Unterschied zu den riesigen Bartenwalen haben die Zahnwale eine ganz andere Größe. Zu ihnen gehören die Delfine, Schwertwale, Pottwale, Schweinswale und Vaquitas. Generell ist es einfach, sie zu erkennen, denn sie haben alle eine Rückenflosse.

Ein kurioses Merkmal der Zahnwale ist ihre große Stirn, unter der sich ein interessantes Organ befindet. Das funktioniert wie ein Sonar.

Das Tier stößt einen Laut aus, der von Objekten wieder abprallt. Wenn die Schwingungen wieder zurückkehren, dann nimmt dieses Organ die Ortung der Objekte wahr, die das Tier umgeben. Deshalb spricht man hierbei von Fernlokalisierung.

Von Walen zu Delfinen: Arten von Meeressäugetieren

Die Meeressäugetiere umfassen eine Vielzahl von Spezies. Zu ihnen gehören die Wale, Buckelwale, Meeres- und Flussdelfine, Schweinswale, Pottwale, Schnabelwale und Belugas.

Wale unterteilt man in drei Familien: Glattwale, Grauwale und Zwergglattwale. Alle drei Familien bestehen aus Mitgliedern mit großen Körpern, die lange leben.

Wale können für mehr als 30 Jahre leben und sind im Durchschnitt zwischen 5 und 17 Meter lang. Außerdem können sie auch bis zu 80 Tonnen Gewicht auf die Waage bringen.

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Finnwale sind jedoch noch größer als Wale. Ein Finnwal kann bis zu 35 Metern lang werden und über 170 Tonnen wiegen. Die Falten in ihrem Hals können sich erweiten, um bis zu 90 Tonnen Wasser aufzunehmen. Nur so schaffen sie es, ausreichend Krill zu sich zu nehmen.

Delfine

Zu den vielleicht bekanntesten Meeressäugetieren gehören die Meeresdelfine. Zu ihnen zählen auch die Orcas, die für ihre Gewalttätigkeit und Schnelligkeit unter Wasser berühmt sind.

Die Größe der Delfine liegt bei zwei bis neun Metern und ihre Körper haben sich entwickelt, um sehr schnell voranzukommen.

Alle Delfine gehören zu den Zahnwalen, weshalb sie das Sonarorgan zur Fernlokalisierung haben. Deshalb erkennt man sie auch an der großen Stirn. Es handelt sich um extrem intelligente Tiere mit viel grauer Substanz.

Es gibt zwar viele Meeressäugetiere, doch in den letzten Jahren haben die Zahlen dieser Familie stark abgenommen. Auch wenn es viele internationale Schutzprogramme gibt, so gelten diese Tiere dennoch als bedroht.

Der Walfang wird immer noch in vielen Ländern durchgeführt, doch langsam vermindert er sich.

Man hofft, dass die Zahl der bedrohten Meeressäuger in den nächsten Jahren abnimmt.

  • Aguayo-Lobo, A. (1999) Los cetáceos y sus perspectivas de conservación. Instituto Antártico Chileno, Chile.