Wie lange sollte ein Welpe bei seiner Mutter sein?

9. August 2018
Ein Welpe braucht mehr Zeit bei seiner Mutter als man denkt. So erwirbt er soziale Verhaltensweisen, die oft durch "Imitation" gelernt werden.

Manchmal führt die Habgier des Menschen dazu, der Natur oder den Tieren Schaden anzurichten. Ein Welpe bleibt beispielsweise oft nicht lange genug bei seiner Mutter. Die Jungtiere werden manchmal zu früh vom Muttertier getrennt. Das fügt dem Kleinen nicht nur großen emotionalen Schaden zu, sondern kann auch unangenehme Verhaltensweisen hervorrufen, sowohl im Welpen- als auch im Erwachsenenalter.

Es gibt die sogenannte Phase der Prägung, bei der Jungtiere instinktiv von der Familie lernen. Genauso wie Menschen, absorbieren die Hunde im frühen Welpenalter Verhaltensweisen, auf denen sich dann ihre Persönlichkeit gründet.

Der wichtigste Teil dieses Prozesses findet von der zweiten bis zur siebten Lebenswoche statt. Ab diesem Moment beginnt ein Welpe, die Welt zu entdecken, zu verstehen, woher er kommt und wer seine Familie ist. Dieser Prozess ist von grundlegender Wichtigkeit, da die Persönlichkeit und das Verhalten des Hundes davon abhängen. Im Folgenden Artikel erfahren wir deshalb, wie lange ein Welpe bei seiner Mutter sein sollte. 

Wie lange sollte ein Welpe bei seiner Mutter sein

Ein Welpe muss die Phase der Prägung und die Stillzeit bei seiner Mutter verbringen, um später zu einem ausgeglichenen Hund zu werden. Auch wenn der wichtigste Teil der Prägung nach der siebten Lebenswoche abgeschlossen ist, so hört das Muttertier frühestens ab der neunten Woche auf zu stillen. Nur weil ein Prozess beendet ist, heißt das nicht, dass man den nächsten nun verschnellern muss. Beide sind schließlich unterschiedlich.

Obwohl meistens nach neun Lebenswochen abgestillt wird, bedeutet das dennoch nicht, dass sich dieser Prozess nicht auch etwas verzögern kann. Man darf ihn niemals vorher unterbrechen. Viele raten sogar dazu, besser nach 12 Wochen die Abstillphase zu beginnen. Warum?

Es scheint, dass die Muttertiere die Kleinen nach der 9. Lebenswoche strenger behandeln. Sie packen sie am Genick und geben ihnen sogar kleine Zwicke, um ihnen einige Verhaltensregeln beizubringen, die dem Welpen später durchs Leben helfen.
Boxer Welpen

Je mehr Zeit ein Welpe also bei seiner Mutter verbringt, desto besser wird sein Verhalten und sein emotionaler Zustand sein. Wir verstehen, dass du schon ganz ungeduldig auf deinen Welpen wartest, doch sei besser etwas geduldig. Lasse lieber einen weiteren Monat vergehen und habe dafür in der Zukunft ein gesundes und glückliches Tier.

Die Beeinträchtigungen für den Welpen

Wenn man einen Welpen nicht lange genug bei seiner Mutter lässt, dann kann ihm das verschiedene Schäden zufügen. Zum Beispiel:

  • Verängstigte, unsichere Persönlichkeit. Wenn ein Welpe nicht genügend Zeit bei seiner Mutter war, so kann das Unischerheit in ihm erzeugen. Er weiß nicht so genau, wohin gehen und was tun. So wird der Kleine kaum zu einem glücklichen Tier heranwachsen und möglicherweise auch dir nicht die Fröhlichkeit spenden können, die du dir von einem Haustier wünschst.
  • Der Welpe weiß nicht, wie man sich anderen gegenüber verhält. Wir haben ja schon gesehen, dass die Sozialisierung sehr wichtig ist. Wenn die Prägungsphase also unterbrochen wird, dann ist es höchstwahrscheinlich, dass das Tier Probleme dabei hat, mit Menschen und anderen Tieren in Verbindung zu treten.
  • Er wird misstrauisch und aggressiv. Das sind die Folgen davon, dass der Welpe sich unsicher fühlt. Man könnte sagen, dass er ständig bereit ist, sich zu verteidigen, falls etwas Unangenehmes auf ihn zukommt. Nicht gerade ein Zeichen von Glückseligkeit.

Mehr Zeit beim Muttertier

Wenn man jedoch den Welpen lange genug bei seiner Mutter lässt, so hat er die folgenden Nutzen davon:

  • Er lernt Disziplin. Hundemütter erziehen ihre Welpen mit kleinen Bissen, um ihnen zu zeigen, was erlaubt ist und was nicht. So musst du ihm nicht mehr alles beibringen.
  • Der Welpe lernt Grenzen. Wenn ein Welpe zu wild rauft oder die Kleinen sich untereinander zanken, dann geht das Muttertier dazwischen und erzieht ihren Wurf.
  • Die Welpen lernen, miteinander zu spielen, ohne sich zu verletzen. Wenn Welpen zusammen spielen, dann lernen sie, wie man niemanden aus Versehen verletzt. Wenn einer von ihnen sein Geschwisterchen zu fest beißt, so reagiert dieses mit einem Aufschrei. Der „Angreifer“ lernt dabei, dass er etwas vorsichtiger spielen muss.
  • Die Kleinen lernen den Wert der Zuneigung. Während dieser Zeit passt die Mutter auf sie auf, leckt sie, spielt mit ihnen und gibt ihnen das Gefühl, geliebt und wichtig zu sein. So wächst die Zuneigung und die Fähgkeit zu lieben auch in ihnen.

Sei also immer geduldig und adoptiere kein Tier, das nicht genügend Zeit mit seiner Mutter verbracht hat.