Der Tierpfleger von Fukushima

22. August 2019
Atomkraft ist ein umstrittenes Thema und es betrifft nicht nur Menschen. Lies unseren Artikel über den Tierpfleger von Fukushima.

Naoto Matsumura, der Tierpfleger von Fukushima, musste wie so viele Menschen sein Zuhause verlassen und alle seine Tiere dort zurücklassen, die er als seine Familie ansah. Es ist eine Geschichte darüber, wie Menschen gleichzeitig etwas erschaffen und zerstören können, über diejenigen, die gegen Atomkraft kämpfen und jene, die ihre Tiere schützen möchten.

Der Tierpfleger von Fukushima, Naoto Matsumura, kümmert sich um all jene Lebewesen, die in Fukushima nach dem Atomkraftunfall zurückgelassen wurden. Er steckt viel Energie in seine Arbeit und lässt sich dabei niemals unterkriegen.

Der Atomkraftunfall

Tierpflege nach Atomkraftunfall
Bildquelle: eldiario.es

Am 11. März 2011 kam es an der nordwestlichen Küste von Japan zu einem Erdbeben, das einen Tsunami auslöste. Der rief eine große Explosion im Atomkraftwerk von Fukushima hervor. Zum Zeitpunkt des Unfalls verfügte das Atomkraftwerk über sechs Reaktoren, von denen drei sich in Betrieb befanden. Da es Ausfälle im Stromnetzwerk gab, war es unmöglich, sie abzukühlen.

Das Risiko, dass radioaktives Material austrat, war so hoch, dass die Regierung sich dazu entschloss, die Zone zu evakuieren. In der Stadt Tomioka lebten 16.000 Personen, die aus der Zone evakuiert wurden. Das Gebiet war aufgrund der kulturellen Aktivitäten und der berühmten Kirschblüten sehr beliebt.

So kam es, dass die lebhafte und fröhliche Stadt Tomioka zu einer wahrhaften Geisterstadt wurde.

Während dieser schwierigen Momente floh Naoto Matsumura mit seiner Familie nach Iwaki, um dort Unterschlupf bei einigen Verwandten zu erbitten. Sie lehnten ihn jedoch ab, da sie Angst hatten, dass er und seine Familie durch die Radioaktivität verseucht waren.

Zusammen mit den anderen Flüchtlingen kam die Familie letztendlich in den Flüchtlingslagern unter.

Die Rückkehr von Naoto, dem Tierpfleger von Fukushima

Naoto wollte nach Tamioko zurückkehren, um nicht die Tiere auf seiner Farm zurückzulassen, die er so sehr lieb hatte. Man fragte ihn, ob er zu diesem Zeitpunkt Angst verspürte. Er stimmte dem zu, er war sich nicht sicher, ob nicht das ganze Gebiet radioaktiv verseucht war, ob er an Krebs erkranken und Tumore entwickeln würde.

Als er jedoch seine Tiere sah und bemerkte, dass sie gesund waren, entschied er sich, zu bleiben.

Als Naoto begann, seine Tiere zu füttern, bemerkte er, dass es viele andere Tiere, insbesondere Hunde und Katzen gab, die zurückgeblieben waren. Man hatte sie in die Häuser eingeschlossen und sie konnten nicht herauskommen. Er fand auch Kühe, Schweine, Ponys und sogar einen Straussenvogel.

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Die Tiere begannen sofort damit, Lärm zu machen, als sie den Motor von Naotos Auto hörten. Sie wollten alle zu ihm und suchten nach Futter.

Die Hilfsroute vom Tierpfleger von Fukushima

Naoto entschloss sich dazu, allen Tieren, die zurückgeblieben waren, zu helfen. So kam es dazu, dass er eine Futter- und Pflegeroute festlegte, ohne dabei die Möglichkeit zu haben, die Tiere einzusammeln oder mit der Regierung zu einer Lösung zu gelangen. Fast 40 Kilometer waren abisoliert und es ging um Hunderte von Tieren, die sich selbst überlassen waren. Sie hatten weder Wasser noch Futter und starben langsam.

Naoto standen allerdings nicht viele Ressourcen zur Verfügung und es war ihm unmöglich, so viele Tiere zu ernähren. Da es in der Zone keine Elektrizität gab, verwendete er einen Solarenergiegenerator. Durch ihn verband er sich mit dem Internet und bat durch seine Facebook Seite um weltweite Hilfe. Das gelang ihm auch! Hunderte von Personen spendeten Geld und Futter für die Mission vom Tierpfleger von Fukushima.

Helikopter werfen in regelmäßigen Zeitabständen Futter an bestimmten Zonen ab, was das Überleben der Tiere sichert. Die Kühe, die zuvor ohne jegliche Zukunft in Ställen eingesperrt waren, leben jetzt in Freiheit.

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Untersuchungen, die man am Tierpfleger von Fukushima durchführte

Tierpfleger mit Straussenvögeln
Bildquelle: eldiario.es

Die Untersuchungen, denen man den Tierpfleger von Fukushima unterzog, zeigten positive Ergebnisse, er ist verseucht. Doch ihm ist das egal, denn er macht mit seiner Mission weiter. Er weiß, dass er irgendwann an den Folgen der Krankheiten, die die radioaktive Verseuchung erzeugt, sterben wird. Doch er möchte dort sterben, wo er seine Tiere pflegt, und er möchte, dass alle Welt erfährt, was in Fukushima geschieht.

Naoto trinkt nicht das örtliche Wasser und isst auch keine verseuchten Lebensmittel, alles kommt von außerhalb der Zone.

Vor kurzem produzierte man einen Dokumentarfilm, in dem alles über Fukushima erzählt wird. Auch über Naotos wichtige Arbeit wird dort berichtet. Man hofft, dass alle Kontinente und Umweltschutzorganisationen sich dafür interessieren, um den Dokumentarfilm auf der ganzen Welt zu zeigen.