Sind Mischlinge gesünder als Rassehunde?

· 25. Oktober 2018
Es gibt Studien, die von Erbkrankheiten bei Rassehunden handeln. Es gibt allerdings keine über Mischlingshunde, da es so schwer ist, die Abstammung festzustellen.

Viele wissen, dass Rassehunde manchmal unter Erbkrankheiten leiden, die von den Eltern auf die Welpen übertragen werden. Im Gegenteil dazu behauptet man oft, dass Mischlinge gesünder sind und nicht unter genetischen Problemen leiden.

Wie viel Wahrheit liegt in diesen Annahmen?

Erbkrankheiten bei Rassehunden

Hunderassen werden durch genetische Auswahl gezüchtet: man kreuzt die Tiere mit den erwünschten Merkmalen.

Durch die Generationen hinweg kommt es dann zu den typischen Rassemerkmalen. So wurden alle Hunderassen gezüchtet: von den primitivsten bis zu den modernsten.

Man kann dazu jegliches Kriterium auswählen. Heutzutage züchtet man die meisten Rassen aufgrund ihres Aussehens. 

Es gibt jedoch auch Rassen, die wegen ihrer Intelligenz, ihrer Geschwindigkeit oder ihres sanften Charakters gezüchtet wurden. So zum Beispiel der deutsche Schäferhund, Windhunde oder die beliebten Labradore.

In diesem Fall kommt es weniger auf das Äußere an, auch wenn die Tiere einer Rasse sich gleichen.

Dank der genetischen Auswahl verstärken sich die erwünschten Merkmale von Generation zu Generation. Leider werden dabei aber auch genetische Erkrankungen weitergegeben.

Im 20. Jahrhundert gab es geradezu eine Explosion von verschiedenen Rassen. Bis zum 19. Jahrhundert hingegen gab es eigentlich nur Rassen, die für einen bestimmten Arbeitszweck gezüchtet wurden.

Krankheiten durch verantwortungslose Überzüchtung

In den letzten Jahrzehnten jedoch gab es immer mehr Rassen, die man aufgrund ihrer körperlichen Aspekte züchtete. Unverantwortliche Züchter begannen, viele Würfe zu züchten, ohne dabei auf die notwendige Hygiene und Vielfältigkeit zu achten.

So kam es vermehrt zu genetischen Krankheiten, die die Tiere von Generation zu Generation weitergaben.

Rassehunde sind manchmal anfälliger

Deswegen gibt es einige Rassen, die vermehrt unter Gesundheitsproblemen leiden, diandere, ähnliche Hunde nicht haben.

Bei Dalmatinern ist die Taubheit weitaus mehr verbreitet als bei anderen Hunden. Ein Cavalier King Charles Spaniel hat eine höhere Wahrscheinlichkeit unter Syringomyelie zu leiden. Das ist eine sehr schmerzhafte, unheilbare Krankheit.

Man züchtet auch Rassen aufgrund ihres Äußerlichen, obwohl man weiß, dass ihnen das Gesundheitsprobleme bringt. So zum Beispiel kurzschnäuzige Hunde, wie den Mops oder den Englisch Bulldog, die oft unter Atemwegserkrankungen leiden.

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Auch sogenannte Toy-Rassen (die ganz kleinen) leiden öfter unter Herzproblemen, denn ihr Herz ist zu klein und nicht stark genug.

Sind Mischlinge gesünder?

Man sagt, dass wenn zwei unterschiedliche Rassen sich kreuzen, die starken und gesunden Gene weitergegeben werden. Deswegen seien Mischlinge gesünder als Rassehunde. Das muss aber nicht unbedingt so stimmen.

Auch ein Mischling kann ein Krankheitsgen vererbt bekommen. Es ist allerdings weniger wahrscheinlich, da nur ein und nicht beide Elternteile diese Gene weitergeben.

Dennoch treten Mischlinge fast nie in den Statistiken der Erbkrankheiten bei Hunden auf. Das liegt daran, dass man sie nur schwer klassifizieren und erforschen kann.

Wenn man eine Studie durchführt, ist es einfacher, Hunde einer Rasse zu wählen, statt Mischlinge, die aus zwei oder drei Rassen hervorgegangen sind.

Rassehund oder doch lieber eine Promenadenmischung?

Doch nur weil sie nicht in Studien erscheinen, muss das nicht gleichzeitig heißen, dass sie nie krank werden.

So wie die Elterntiere Farbe, Intelligenz oder Aussehen vererben, können sie auch Krankheiten weitergeben.

Informiere dich beim Tierarzt

Der Tierarzt kann mögliche genetische Krankheiten am besten feststellen. Er stellt dann auch einen Behandlungs- oder Vorsorgeplan auf.

Wenn dein Mischling eine Rasse enthält, die zu Krankheiten neigt, dann informiere deinen Tierarzt darüber. So könnt ihr gemeinsam Vorsorge betreiben.

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Es gibt auch Gesundheitsprobleme, die man eher auf die Größe als auf die Genetik zurückführt. Dazu gehört beispielsweise Hüftdysplasie, die der Tierarzt ebenfalls regelmäßig untersucht und behandelt.

Nur ein Tierarzt kann eine Diagnose und einen Behandlungsplan aufstellen. Man kann sogar anhand von genetischen Tests feststellen, ob es wahrscheinlich ist, dass der Hund eine Erbkrankheit entwickelt.

Mag schon sein, dass Mischlinge gesünder erscheinen, doch nur durch gründliche Untersuchungen kann man das wirklich feststellen.

Es muss also nicht unbedingt stimmen, dass Mischlinge gesünder als Rassehunde sind. Es ist unwahrscheinlicher, dass sie an Erbkrankheiten leiden, doch das bedeutet nicht, dass man sie seltener zum Tierarzt und zu Routineuntersuchungen bringen sollte.