Brauchen Katzen Sozialisation?

2. Januar 2019
Trotz ihres unabhängigen Charakters brauchen Jungkatzen die Aufmerksamkeit, die eine Mutter ihnen zukommen lassen würde. Entfernt sich der Bezugsmensch vom Haustier während dieser Zeit, so kommt es zu Trennungsangst.

Wir haben schon oft gehört, dass man Hunde sozialisieren muss, doch wie sieht es bei der Sozialisation von Katzen aus? Im Folgenden Artikel besprechen wir, wie die Sozialisation auf Katzen einwirkt und wie man sie erreicht.

Warum ist die Sozialisation von Katzen wichtig?

Selbst wenn Katzen viel unabhängiger als Hunde sind, so gleicht sich ihr Charakter im frühen Alter doch. Sie sind nervös und diese Nervosität steigert sich, wenn die Mutter sich entfernt und legt sich, wenn sie wiederkehrt.

Ein Welpe, der von seiner Mutter getrennt wurde, beginnt sofort eine neue Bindung zu seinem Bezugsmenschen. Das muss jedoch nicht bei einer Jungkatze der Fall sein.

Studien haben gezeigt, dass sich diese Bindung ergibt, wenn das Tier seit der Geburt von Menschenhand gefüttert wurde. Diese Beziehung ist jedoch eher toxisch. Entfernt sich der Mensch, dann leidet das Tier unter Verlustangst und kann sein ganzes Leben lang mit diesem Problem konfrontiert sein.

Deshalb ist eine richtige Sozialisation sehr nützlich und vorteilhaft für das Wohlergehen des Tieres. Am besten beginnt man damit, wenn die Kätzchen noch sehr jung sind.

Sobald die Tiere geboren sind, kann man beginnen, mit der Mutter zu interagieren und sie beispielsweise zu streicheln. Das ist der erste Schritt, um eine gesunde Beziehung aufzubauen.

Kind und Katze küssen sich auf Bett

Welche weiteren Maßnahmen für die korrekte Sozialisation einer Katze gibt es?

Halte laute Geräusche fern

Es ist wichtig, dass es besonders während der ersten Lebenstage keinen Lärm oder Umstände gibt, die unsere Kätzchen erschrecken könnten.

Geschieht dies, so werden sie nervös und die Beziehungen zu Artgenossen und Menschen könnten darunter leiden.

Lasse andere Menschen an die Katzen heran

Viele Leute möchten nicht, dass andere Personen, Freunde oder Nachbarn die Kätzchen sehen oder sogar anfassen.

Bleib ganz ruhig, sie zerbrechen dabei nämlich nicht. Der Kontakt mit verschiedenen Personen unterstützt sie dabei, zu freundlichen, sozialen Katzen heranzuwachsen und sie auf zukünftige Situationen vorzubereiten.

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Wenn die Katze erst mal älter ist…

Vielleicht ist das Kätzchen schon gewachsen oder du hast eine neue Katze adoptiert, doch es gibt Grundregeln, die du befolgen musst, damit sie dir bei der Sozialisation helfen.

Ein eigenes Örtchen

Damit sich eine Katze ruhig, sicher und heimisch fühlt, braucht sie einen bequemen Ort, der sich an ihre Bedürfnisse anpasst. Suche dabei einen offenen Ort aus, an dem es nicht zu viele Möbel gibt, der gut durchlüftet aber ohne Zugluft ist und wo es keinen Lärm gibt.

Vergiss auch nicht, dort ihren Trink- und Fressnapf, Sandbox und ihr Spielzeug aufzustellen, damit sie sich wirklich wie zu Hause fühlt.

Gib ihr Futter

Wenn du das Samtpfötchen aus der Hand fütterst, so nähert es sich dir an und verliert langsam die Angst. Das hilft ihm dann später auch bei anderen Personen.

Versuche, mit dem Essen zu spielen, wenn du bemerkst, dass die Katze etwas entspannter ist. Verstecke es und lasse es sie suchen. Gib es ihr anschließend dann als Belohnung.

Spiele mit dem Kätzchen

Es ist normal, dass Katzen nicht sehr viel mit Menschen anfangen können, da wir sehr unterschiedliche Spezies sind. Vielleicht sehen sie uns als befehlerische Riesen an. Um dieses Image loszuwerden, müssen wir uns ihnen von einer anderen Seite zeigen.

Mit der Katze spielen

Am besten geht das durch das Spiel. Anfangs erscheint ihnen das vielleicht ein wenig seltsam, doch wenn du die Lieblingsspiele deiner Katze herausfindest, dann macht sie schon bald mit. Dann könnt ihr stundenlang pausenlos miteinander spielen.

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Dadurch verändert sich ihr Eindruck, den sie von den Menschen hat. Wenn dann Verwandte oder Freunde zu Besuch kommen, verhält sie sich ihnen gegenüber vermutlich auch etwas entspannter.

Katzen sind genau so wie Hunde Rudeltiere. Trotz ihres unabhängigen Charakters sind sie gerne in Gesellschaft. Steht ihnen keine Familie aus Artgenossen zur Verfügung, so bist du das Einzige, was sie haben.

Eine gesunde Beziehung zu dir ermöglicht es ihnen, glücklich, stabil und ausgeglichen zu sein. Das sind dann die Katzen, die sich positiv anderen Artgenossen und auch Menschen gegenüber verhalten.