Der Berggorilla, ein einzigartiger Primat

· 2. November 2018
Es gibt nur noch zwei Gruppen dieser Unterart, die in Freiheit leben. Da sie so isoliert leben, kam es zu Endogamie. Deswegen sind die Tiere sehr anfällig für Krankheiten

Auch wenn viele Tierarten unsere Aufmerksamkeit verdienen, so gibt es dennoch einige, die eine einzigartige Geschichte und Verbindung zum Menschen haben und uns deshalb besonders faszinieren. Der Berggorilla (Gorilla beringei beringei) gehört zu ihnen.

Ursprünge des Berggorilla

Um uns an diesen so besonderen Primaten anzunähern, sollten wir uns zuerst mit seiner Taxonomie beschäftigen. Der Begriff Gorilla umfasst zwei Tierarten. Der westliche Gorilla, zu dem die Unterarten Flachlandgorilla und River-Cross-Gorilla zählen und der östliche Gorilla, der in Flachlandgorilla und Berggorilla unterteilt ist.

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Der Berggorilla gehört also zum östlichen Gorilla, von dem es nur noch zwei wilde Bevölkerungen gibt.

Eine von ihnen lebt in den mystischen Bergen von Virunga und es gab vor kurzem einen Dokumentarfilm über sie. Die andere lebt im Dschungel von Bwindi, in Uganda.

Nachdem verschiedene Schädel nach Europa gelangten, die diese Klassifikation ermöglichten, überredete der Naturforscher Carl Akeley König Albert von Belgien, ein Lager in den Bergen von Virunga aufzustellen.

George Schaller begann dort mit der Forschung über diese Spezies und wurde dann durch Diane Fossey ersetzt. Sie machte diese Tierart berühmt und rettete sie vor der Ausrottung, wobei sie ihr eigenes Leben tragisch opferte.

Warum ist der Berggorilla einizgartig?

Diane Fossey berichtete in ihren Aufzeichnungen, dass er mit langen schwarzen Strähnen geschmückt ist, die dichter als bei anderen Gorillaarten sind. Er lebt in einem undurchdringbaren Dschungel inmitten von dichtem Nebel, weswegen er für Jahrtausende von den westlichen Bevölkerungen unentdeckt blieb.

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Diese komplett isolierte Spezies lebt seit tausenden von Generationen mit Endogamie, die für wilde Tiearten schädlich ist. Durch Endogamie kommt es zu einem geringen Genpool, wodurch eine ganze Spezies durch Veränderungen in der Umwelt oder Krankheiten bedroht ist.

Habitat des Berggorillas

Des Weiteren kann es durch Endogamie zu genetischen Defekten oder Missbildungen kommen. Diane Fossey bemerkte in ihren Aufzeichnungen, dass man verschiedene Abstammungen durch Missbildungen wie sechs Finger an einer Hand bestimmen könnte.

Ein klares Zeichen für den genetischen Preis, der das isolierte Leben fordert.

Der Preis, den der Berggorilla für seine Berühmtheit zahlt

Diese Spezies stand kurz vor der Ausrottung. Dank der Anstrengungen von Diane und anderen Wissenschaftlern erreichte man jedoch, dass die Zahl der beiden Bevölkerungen sich verdoppelte.

Doch selbst so ist der Preis hoch und ein Team von Tierärzten, die man als die Gorilladoktoren kennt, kümmert sich ständig um ihr Wohlergehen.

Die Berühmtheit, die sie durch Fossey erhielten, zeigte sich auch im Tourismus.

So kam es dazu, dass die Gorillas nicht nur von Tierärzten, sondern auch von Kameras umringt sind. 

Das bringt zwar Geld für ihre Erhaltung, jedoch auch menschliche Krankheiten, an denen die Gorillas sich anstecken können.

Einige Viren und Atemwegserkrankungen haben die Leben vieler dieser Gorillas ausgelöscht. Desweiteren sind sie immer mehr von Feldern umringt. Deswegen müssen viele Touristen einen Mundschutz anziehen und sich von den Gorillas weiter entfernt halten.

Portrait eine Berggorillas

Diese seltsame Weise von Artenschutz hat dazu geführt, dass es hin und wieder auch zu Problemen zwischen Touristen und Gorillas kam.

Manchmal fühlt der friedliebende Berggorilla sich einfach bedroht von den vielen menschlichen Augen, die im tiefsten Dschungel auf ihn gerichtet sind.

Das Vermächtnis von Diane Fossey

Als Diane begann, diese Tiere zu erforschen, bemerkte sie, dass sie kurz vor dem Aussterben standen.

Die Jagd auf die Tiere, um sie in Europa und Amerika auszustellen, der Konflikt mit dem Menschen, die Wilderei und der Verlust ihres Habitats machte sich in der Gesundheit des Berggorillas sichtbar.

Deswegen erforschte sie diese Spezies nicht nur. Sie schuf auch Patrouillen von Wächtern mit Hunden, die die Tiere vor Wilderern schützten und Fallen entfernten. Des Weiteren wurde auch ihr Habitat geschützt und sie zeigte den Menschen, wie wichtig es war, diese Spezies zu retten.

Viele sagen, dass es diese Tierart ohne die unermüdliche Arbeit von Diane Fossey schon lange nicht mehr gäbe. Heute gibt es mehr als 800 Exemplare in den undurchdringlichen Dschungeln von Afrika. Wir hoffen, dass ihr Reich sich immer weiter ausbreitet.