Ziehen an der Leine: gesundheitliche Schäden für den Hund

10. März 2018
Das Ziehen an der Leine kann zu gesundheitlichen Problemen und Verhaltensstörungen führen

Ein häufig auftretendes Problem beim Gassigehen mit dem Hund ist das Ziehen an der Leine. Auf der Straße begegnen wir häufig Hundebesitzern, die von ihren Vierbeinern regelrecht hinter sich hergeschleift werden.

Es ist allerdings wichtig, den Hunden beizubringen, nicht an der Leine zu ziehen. Nicht nur damit das Spazierengehen entspannter wird, sondern auch, da der Druck, den das Halsband auf den Hals des Hundes ausübt, ernsthafte gesundheitliche Probleme verursachen kann.  

Wenn Hunde an der Leine ziehen: Folgen für den Hundehals

Zieht der Hund an der Leine, zieht sich dadurch auch das Halsband fest. Der Hals des Hundes ist allerdings eine sehr empfindliche Körperregion, wo sich viele Nervenenden, wichtige Drüsen, Arterien, usw. befinden. Außerdem verlaufen dort die Speiseröhre und die Luftröhre. Der auf diese Stelle ausgeübte Druck des Halsbandes kann gesundheitliche Schäden beim Hund verursachen.

zwei Hunde ziehen an der Leine

Dies ist einer der Hauptgründe, warum das Tragen eines Geschirrs anstelle eines Halsbandes empfohlen wird. Wenn der Hund ein Geschirr trägt und an der Leine zieht, wird der Druck gleichmäßig auf den Brustkorb verteilt. Dort befinden sich anders als am Hals Knochen und keine Weichteile, die beschädigt werden können.

Das Ziehen an der Leine verursacht Rückenprobleme

Hunde, die an der Leine ziehen, haben fast immer Probleme mit dem Rücken. Der Druck des Halsbandes auf die Halswirbel kann negative Auswirkungen auf den Rest der Wirbelsäule haben. Beinahe alle Hunde, die beim Spazieren gehen ständig an der Leine ziehen, haben Rückenschmerzen oder andere muskuläre Probleme.

Neben dem Ziehen an der Leine kommt es vor, dass wir Hundebesitzer manchmal ruckartig an der Leine ziehen, um unseren Hund zu korrigieren. Dieser plötzliche und starke Ruck wirkt sich direkt auf die im Hals befindlichen Nervenenden aus, die bis ins gesamte Rückenmark verlaufen. Dadurch verkrampft sich der Bereich rund um die Wirbelsäule, was sich auch auf die Extremitäten auswirken kann.

Es kann sogar zu Bandscheibenvorfällen oder Quetschungen des Rückenmarks kommen, die in manchen Fällen zu neurologischen Ausfällen führen können.

Hormonelle Probleme

Der Hundehals ist ein sehr empfindlicher Bereich, wo sich unterschiedliche Hormondrüsen, wie die Schilddrüse, befinden. Ein punktueller oder konstanter Druck auf dieses Organ führt dazu, dass es nicht mehr richtig arbeiten kann, was zu ernsten gesundheitlichen Problemen beim Hund führen kann. Außerdem können auch das Lymph-, Kreislauf- und Nervensystem betroffen sein oder es können Autoimmunerkrankungen auftreten.

Weitere Probleme

Viele gesundheitliche Probleme, sind auf das Ziehen an der Leine zurückzuführen. Zu den offensichtlichsten Krankheiten zählen Atembeschwerden und chronischer Husten, da die Luftröhre durch den ständigen starken Druck zusammengepresst wird. Wenn der Hund an der Leine zieht, kann er nicht mehr normal atmen. Außerdem kann es sein, dass weniger Sauerstoff zum Gehirn transportiert wird. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Quetschung der Luftröhre.

Desweiteren treten häufig Augenprobleme, vor allem im Zusammenhang mit hohem Augendruck, auf.

Auch die Haut kann geschädigt werden: Es können Irritationen, Schmerzen, Wunden oder Hautallergien durch das ständige Ziehen an der Leine auftreten.

Verhaltensprobleme

Einige Hundebesitzer behaupten, dass das Ziehen an der Leine ein Verhaltensproblem sei. Sie berücksichtigen dabei jedoch nicht, dass der Hund dadurch andere Verhaltensprobleme entwickeln kann. Bisher haben wir bereits feststellen können, dass das Ziehen an der Leine ernsthafte gesundheitliche Folgen haben kann: Kontrakturen, Hernien, Atembeschwerden sowie hormonelle Probleme. All dies hat Schmerzen oder Unwohlsein beim Tier zur Folge.

Ein Hund, der Schmerzen hat, kann sich nicht normal benehmen. Häufig sind Schmerzen der Grund für die Aggressivität von Hunden gegenüber Menschen oder anderen Hunden. Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit können somit von Schmerzen verursacht werden.

Häufig sind Unbehagen oder chronische Schmerzen der Grund dafür, dass Hunde Dinge im Haus zerstören, ungehorsam sind oder sich nicht berühren lassen. In einigen Fällen sind Schmerzen dafür verantwortlich, dass der Hund unaufhörlich und unkontrolliert bellt.

Einem Hund, der ständig an der Leine zieht, ist es unmöglich bei seinen Spaziergängen auf normale Weise Kontakt zu anderen Hunden aufzunehmen. Er kann die typischen Begrüßungsrituale nicht ausführen und andere Hunde könnten darauf schlecht reagieren. Manchmal sind es zwar nur kleine Raufereien aber die Beziehung zu anderen Hunden verschlechtert sich dadurch und kann schließlich zu Aggressivität gegenüber seinen Artgenossen führen.

ziehen an der Leine beim Gassigehen

Scharfe Halsbänder

All die zuvor genannten gesundheitlichen Probleme beziehen sich auf das Tragen normaler Halsbänder. Sie werden jedoch noch zusätzlich verstärkt, wenn der Hund ein Stachel- oder Kettenhalsband oder ein sich zusammenziehendes oder elektrisches Halsband trägt.

Das Tragen dieser Halsbänder ist in der Schweiz und in Österreich gesetzlich verboten, in Deutschland schreibt das Tierschutzgesetz lediglich vor, dass dem Hund keine Schmerzen zugefügt werden dürfen.

Stachelhalsbänder verursachen auch ohne Ziehen an der Leine Schmerzen beim Hund, bereits nur das Tragen dieser Halsbänder fügt dem Tier Schmerzen zu. Ihre Verwendung ist völlig kontraproduktiv.

Das Tragen eines normalen Halsbandes kann zu den oben aufgeführten gesundheitlichen Problemen führen. Ein Hund, der mit einem scharfen Halsband (oder auch Trainingshalsband genannt) geführt wird, wird diese Probleme mit Sicherheit bekommen.

Es ist nicht schwer, deinem Hund beizubringen, nicht an der Leine zu ziehen. Wenn du jedoch nicht weißt, wie du es deinem Vierbeiner beibringen sollst, suche dir einen professionellen Hundetrainer (einer, der keine scharfen Halsbänder verwendet und nicht mit plötzlichem Ziehen an der Leine zur Korrektur arbeitet), der mit dir trainieren kann. Plötzliches und starkes Ziehen an der Leine ist gefährlich und dein Hund könnte dadurch beim Tierarzt landen.

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