Quimperschnecke: Merkmale und Lebensraum

Die Quimperschnecke ist ein Lebewesen, dessen Gehäuse größer ist als das der „normalen“ Schnecke. Außerdem ist es seitlich abgeflacht, sodass es mit bloßem Auge noch besser zu erkennen ist.
Quimperschnecke: Merkmale und Lebensraum

Letzte Aktualisierung: 16. Juni 2022

Die Quimperschnecke oder Landposthornschnecke ist wissenschaftlich als Elona quimperiana bekannt. Traditionell wurde sie zur Familie der Xanthonichidae gezählt. Nach den Erkenntnissen neuerer Studien sind Experten nun jedoch der Meinung, dass sie in eine neue Familie, die Elonidae, gehört.

Die ersten Exemplare dieser besonderen Art wurden im französischen Quimper gefunden; allerdings wurden sie falsch klassifiziert. Erst als man sie im Baskenland wiederfand, wurden ihre Populationen genau beschrieben. In diesem Artikel erfahren wir mehr über dieses merkwürdige kleine Tier, das nicht nur auf französischem Boden vorkommt.

Highlights über Elona quimperiana

Die Quimperschnecke hat einen dunkelbraunen Körper, der im Kontrast zu ihrem zerbrechlichen, abgeflachten Gehäuse steht. Dieses hat einen Durchmesser von drei Zentimetern und eine Höhe von einem Zentimeter. Das Gehäuse besteht aus einer Spirale mit fünf oder sechs Windungen. Dieses hat einen bräunlichen Farbton mit gelblichen Schattierungen, auf dem ein Muster aus dunkleren Flecken angeordnet ist.

Das Weichtier tarnt sich sehr gut in der Umgebung, sodass es nicht immer leicht ist, sie auszumachen. Bei genauerem Hinsehen kann man jedoch erkennen, wie auffällig das Muster ihres Schneckenhauses ist. Manche würden es sogar als „getigert“ bezeichnen.

Quimperschnecke: Merkmale und Lebensraum

Die Quimper-Schnecke ist eine Schneckenart, die mit dem atlantischen Klima verbunden ist. Benannt ist sie nach der Stadt Quimper, der Hauptstadt des bretonischen Départements Finistère.

Wie ernährt sich die Quimperschnecke?

Die Ernährung der Quimperschnecke besteht hauptsächlich aus Wurzeln und Pilzmyzel, also dem vegetativen Teil von Pilzen. In manchen Fällen ist es jedoch möglich, dass dieses Tier Koprophagie und Nekrophagie betreibt.

Lebensgewohnheiten und Verhalten

Wie andere Arten sind auch diese Schnecken nicht besonders bewegungsfreudig und nachtaktiv, außer an regnerischen Tagen. Dieses gemächliche Verhalten verstärkt sich in den Wintermonaten. Dann halten sie in kleinen Gängen einen unvollständigen Winterschlaf. Auch während der wärmeren Sommermonate halten sie eine Art Winterschlaf.

Lebenszyklus

Nach Beobachtungen in der Bretagne zeichnet sich diese Art durch zwei Fortpflanzungsperioden aus, die mit dem Frühling und dem Herbst zusammenfallen.

Nach den ersten beiden Lebensjahren erreichen die Schnecken die Geschlechtsreife. Zu diesem Zeitpunkt beginnen die Tiere, ihre Eier in unterirdische Höhlen oder an Orten wie Löchern in Baumstümpfen oder unter Steinen abzulegen.

Wie bei anderen Schnecken gehören außerdem Igel, Vögel wie Drosseln und bestimmte mittelgroße Käfer zu ihren wichtigsten Fressfeinden.

Lebensraum und Schutzstatus

Ihr Vorkommen ist nicht auf den französischen Raum beschränkt. Sie kommt auch in der gesamten atlantischen biogeografischen Region der Iberischen Halbinsel vor, von Galizien bis Navarra und im Süden von La Rioja.

Die Quimperschnecke bevorzugt Laubwälder mit Buchen, Eichen oder Kastanien, in denen fast durchgängig Feuchtigkeit herrscht. Sie kann auch in Auwäldern oder schattigen Landschaften vorkommen, in denen ständig Wasser vorhanden ist.

Zu den biophysikalischen Faktoren, die den angemessenen Erhalt der Art direkt bedingen, gehören die Erhaltung großer Waldbestände. Ebenso ist ein Vorhandensein von Steinen, Stümpfen und Ästen nötig, unter die die Quimperschnecke schlüpfen kann.

Die Quimperschnecke ist von anerkanntem Interesse in der Europäischen Union. Deshalb ist sie in den Anhängen II und IV der Habitat-Richtlinie 92/43/EWG und in Anhang II der Berner Konvention aufgeführt.

Quimperschnecke: Merkmale und Lebensraum
Weinbergschnecken

Derzeit stuft die International Union for Conservation of Nature (IUCN) ihr Erhaltungsrisiko aufgrund ihrer weiten Verbreitung als “gering besorgniserregend” ein (englischsprachige Seite).

Die weite geografische Verbreitung, die früher mit einer künstlichen Einführung in Verbindung gebracht wurde, scheint nun durch das Aussterben von Zwischenpopulationen während der Eiszeit gerechtfertigt zu sein.

Diese letzte Hypothese wird genetisch gestützt. Die Sequenzierung der mitochondrialen DNA zeigt die Existenz von zwei verschiedenen Linien. Zum einen erstreckte sich die Quimperschnecke von Galizien bis Kantabrien – zu der die Population in der Bretagne gehört. Zum anderen beschränkte sich die Linie auf die Population im Baskenland.

Ein Tier in einer heiklen Situation

Aufgrund der Zerstörung ihres Lebensraums befindet sich die Quimperschnecke derzeit in einer heiklen Situation. Es gibt nicht viele Exemplare und ihre Populationen sind von geringer Dichte. Wenn du eine auf dem Feld findest, solltest du sie am besten ungestört ihres Weges ziehen lassen.

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