Was ist die Frühsterilisation bei Tieren?

· 24. März 2018
Die Kastration ist die effektivste Methode, um Krankheiten wie Tumore, Infektionen, Dysplasien, Epilepsie, Hämophilie, Geschlechtskrankheiten usw. zu verhindern und zu kontrollieren.

Die Frühsterilisation wird durchgeführt, noch bevor das Tier die Geschlechtsreife erreicht. Auch wenn dieses Thema unter Haustierbesitzern für Diskussionen sorgt, erweist sie sich zum Beispiel bei der Bekämpfung der Überpopulation von auf der Straße lebenden Tieren als sehr erfolgreiche Methode. Außerdem können dadurch viele degenerative Krankheiten verhindert werden.

Was genau versteht man unter der Sterilisation?

Bei der Sterilisation oder Kastration handelt es sich um eine Operation, bei der die Geschlechtsorgane von Weibchen und Männchen entfernt werden. Den Männchen werden dabei die Hoden entfernt, während bei den Weibchen die Eierstöcke und die Gebärmutter herausgenommen werden. Diese Operation ist in der Regel ein kurzer Eingriff und findet unter Vollnarkose statt.

Zweck dieses Eingriffs ist hauptsächlich die Kontrolle der Fortpflanzung der Tiere. Sie ist Grundlage, um eine Überpopulation bei auf der Straße lebenden Tieren zu verhindern und um Missbrauch und das Aussetzen von Tieren zu bekämpfen. Tatsächlich haben sich Aktionen für kostenlose Massensterilisationen in manchen Ländern bezahlt gemacht.

Frühsterilisation von Hunden

Es sollte auch bedacht werden, dass die Kastration eine der effektivsten Methoden ist, um bestimmten Krankheiten vorzubeugen. Dazu zählen Tumore, Infektionen, Dysplasie, Epilepsie, Hämophilie, Geschlechtskrankheiten, usw. Diese Vorteile zeigen sich vor allem bei der Frühsterilisation.

In vielen Fällen wird die Kastration nicht aus biologischen oder physischen Gründen, sondern aufgrund des Verhaltens des Tieres durchgeführt. Ein großer Teil der Haustiere wird kastriert, um ihr Temperament auszugleichen und das Risiko für aggressives Verhalten zu reduzieren. Eine Frühsterilisation kann genau das bewirken.

Was ist das besondere der Frühsterilisation?

Die Frühsterilisation sollte vor Eintreten der Geschlechtsreife des Tieres mit etwa sechs bis acht Monaten durchgeführt werden. Das genaue Alter, in dem der Eingriff stattfinden sollte, variiert je nach Geschlecht, Alter, Verhalten und dem Gesundheitszustand des Tieres. Hunde und Katzen, egal ob Männchen oder Weibchen, werden in der Regel im Alter zwischen drei und vier Monaten sterilisiert/kastriert.

Das Verfahren wurde entwickelt, nachdem Studien an weiblichen auf der Straße lebenden Tiere ergeben haben, dass diese bereits vor dem Alter von sechs Monaten trächtig waren. Viele Tierärzte sehen daher die frühzeitige Kastration im Moment als die wirksamste Methode an, um eine Überpopulation von auf der Straße lebenden Tiere zu verhindern und zu kontrollieren.

Frühsterilisation von Katzen

Einen weiteren Vorteil der Sterilisation von Welpen stellt die geringe Menge an Anästhetika und Sedierungsmitteln im Vergleich zu erwachsenen Tieren dar, die bei der Operation verwendet werden müssen. Die leichtere Narkose bewirkt eine schnellere und effektivere Erholung: Welpen sind bereits ein paar Stunden nach dem Eingriff wieder topfit. Und entgegen des alten und weit verbreiteten Irrglaubens, erschwert die geringe Größe der Organe die Operation nicht.

Die Vorteile der Frühsterilisation

  • Bei Weibchen werden dadurch die Hormonschwankungen während der Läufigkeit und außerdem Scheinschwangerschaften verhindert. Es bedeutet, dass die Tiere insgesamt ruhiger sein werden, keine Männchen angezogen werden und sie das Haus nicht mit Blut beschmutzen.
  • Männchen verspüren nach der Kastration nicht mehr den Drang auszureißen, um fremdes Revier zu markieren oder läufige Weibchen zu verfolgen.
  • Der Großteil der Hunde und Katzen, die sehr früh kastriert werden, sind in der Regel liebevoller und weniger kratzbürstig.
  • Die Frühsterilisation begünstigt die Ausbildung und Sozialisierung unserer Haustiere. Das ist auch der Grund, warum fast alle Dienst- und Wettkampfhunde frühzeitig kastriert werden.
  • Unkastrierte Weibchen haben im Vergleich zu frühzeitig sterilisierten Tieren ein dreifach erhöhtes Risiko, an Eierstock-, Gesäuge- und Gebärmutterkrebs zu erkranken. Das Gleiche gilt für Männchen und der Wahrscheinlichkeit an Prostatakrebs zu erkranken.

Mythen über die Frühsterilisation von Haustieren

Es gibt viele Gerüchte über die negativen Folgen einer frühzeitigen Kastration von Haustieren. Die berichteten Nachteile sind jedoch sehr selten und rechtfertigen nicht, das Tier dem offensichtlichen Risiko auszusetzen, an degenerativen oder tödlichen Krankheiten zu erkranken.

Ein weit verbreitetes Gerücht zum Beispiel ist, dass kastrierte Tiere immer übergewichtig sind. Zwar ist es wahr, dass sie nach einer solchen Operation häufig zu Übergewicht neigen aber mit einer angepassten und gesunden Lebensweise lässt sich das Gewicht des Tieres gut kontrollieren. Dazu wird eine ausgewogene Ernährung und ausreichend und regelmäßige Bewegung empfohlen.

Das größte Risiko der Kastration ist, diese Operation zu spät durchzuführen. Die Sterilisation von älteren Tieren birgt eine Vielzahl von Komplikationen. Es ist daher sehr wichtig, das Alter unseres Haustieres zu berücksichtigen, um die Vorteile der Frühsterilisation zu nutzen und die Gesundheit und das Wohlbefinden unseres geliebten Vierbeiners zu gewährleisten.

Ohne Frage sollte kein Eingriff ohne vorheriger Absprache und Beratung eines Tierarztes durchgeführt werden. Außerdem ersetzt die Frühsterilisation in keinem Fall die Notwendigkeit einer guten Erziehung und Ausbildung oder die Sozialisierung des Tieres.