Königsgeier: Lebensraum und Eigenschaften

Der Königsgeier ist ein majestätischer Vogel aus Südamerika, dessen Verhalten in freier Wildbahn noch weitgehend unerforscht ist. In unserem heutigen Artikel erfährst du alles, was bisher über dieses prächtige Tier bekannt ist.
Königsgeier: Lebensraum und Eigenschaften

Letzte Aktualisierung: 13. August 2021

Der Königsgeier (Sarcoramphus papa) ist einer der Neuweltgeier, der 7 amerikanische Arten umfasst. Er gehört zur Familie der Cathartidae. Obwohl es ein ikonischer Vogel ist, wissen wir nicht viel über sein Verhalten.

Dieser Vogel unterscheidet sich von anderen Geiern durch sein weißes Gefieder und seine schöne Kopffärbung. Wenn du mehr über diese schöne Art erfahren möchtest, solltest du einfach weiterlesen.

Lebensraum des Königsgeiers

Der Königsgeier ist auf dem gesamten amerikanischen Kontinent von Mexiko bis Nordargentinien verbreitet. Es lebt normalerweise in tropischen Tieflandwäldern oder aber in den Savannen und im Grasland in der Nähe dieser Wälder.

Da Königsgeier im Gegensatz zu anderen Geiern viel trinken müssen, leben sie meist in der Nähe von Wasserläufen. Hier pflegen sie auch ihr Gefieder. Daher halten sie sich immer in der Nähe von Flussbetten oder Seen auf. Obwohl ihr genauer Lebensraum unbekannt ist, weiß man, dass sie meist in Gebieten bis zu 1.200 Metern über dem Meeresspiegel leben. Darüber hinaus vermuten Experten, dass Königsgeier die Baumkronen zum Ausruhen nutzen.

Ein Königsgeier

Physische Merkmale

Der Königsgeier unterscheidet sich von anderen Geiern durch seine spektakuläre Färbung. Es hat ein überwiegend weißes Gefieder (erwachsene Vögel) mit schwarzen Spitzen an Flügeln und Schwanz. Ausgewachsene Exemplare können eine Flügelspannweite von bis zu 2 Metern und eine Gesamtlänge von 70 bis 80 Zentimetern erreichen.

Auf dem Kopf haben sie keine Federn, wodurch das Gefieder nicht mit Futterresten verschmutzt wird. Auf diese Weise werden auch Krankheiten vermieden. Der Körper des Königsgeiers ist weitestgehend in hellen Farben gehalten. Des Weiteren besitzen diese Vögel Karunkel und fleischige rote und orangefarbene Papillen um den Schnabel. Die Iris ist weiß und um die Augen verläuft ein auffälliger roter Ring.

Innerhalb der Cathartiformes zeichnet sich der Königsgeier durch seinen Schnabel aus, der stärker ist als der anderer Geier. Seine Beine sind schwarz und die Krallen nicht sehr ausgeprägt. Die Jungtiere haben braune Federn und erst im sechsten Jahr bekommen sie das Erwachsenengefieder.

Der Sexualdimorphismus ist bei dieser Art minimal ausgeprägt, da Männchen und Weibchen praktisch nicht zu unterscheiden sind.

Der Königsgeier und sein Verhalten

Über das Verhalten des Königsgeiers in freier Wildbahn ist nicht viel bekannt. Man weiß allerdings, dass diese Vögel Einzelgänger sind. Daher versammeln sie sich auch nicht in großen Gruppen. Darüber hinaus sind Königsgeier auch keine Zugvögel, weshalb sie während des ganzen Jahres im selben Gebiet verbleiben.

Erwachsene Königsgeier verbringen die meiste Zeit hoch in den Baumwipfeln oder fliegen auf der Suche nach Nahrung durch die Lüfte. Als große Vögel brauchen sie Luftströmungen zum Gleiten. Während des Fluges bewegen sie ihre Flügel praktisch nicht, da sie stattdessen durch die Lüfte gleiten.

Außerdem sind Königsgeier nicht sehr aggressiv. Wenn ein Kampf droht, ziehen sie sich meist zurück, anstatt zu kämpfen. Darüber hinaus müssen diese Vögel sich stets in der Nähe von Wasserläufen aufhalten, um die Urohidrose auszuführen. Das ist ein Mechanismus, der darin besteht, dass sie sich auf die Beine entleeren, was der aktiven Kühlung und Thermoregulation dient. Dieser Mechanismus ähnelt dem Schwitzen bei Säugetieren, da hier ebenfalls die Verdunstungsfähigkeit der Flüssigkeiten genutzt wird.

Der Königsgeier und seine Ernährung

Im Gegensatz zu den meisten seiner Verwandten verfügt der Königsgeier über keinen guten Geruchssinn. Bei der Nahrungssuche lässt er sich daher von seinem Augen leiten. Er hält Ausschau nach anderen Aasfressern, die ihm den Standort eines Kadavers anzeigen können. Viele dieser kleineren Vögel haben Federn, die in der Sonne leuchten, damit sie leichter zu erkennen sind.

Wenn der Königsgeier dann einen Kadaver entdeckt, ziehen die anderen Vögel weg, denn er hat einen viel stärkeren Schnabel, mit dem er die zähe Haut der Tiere öffnen kann. In der Regel fressen die Königsgeier die härtesten Teile, wie den Rumpf und die härtesten Bereiche des Gewebes. Daher spielen sie eine wichtige Rolle bei den Zersetzungsprozessen.

Darüber hinaus konnten Untersuchungen zeigen, dass diese Vögel, obwohl sie sich fast ausschließlich von Aas ernähren, auch Jagd auf lebende Beute machen und Früchte verzehren. Diese Vögel ernähren sich sporadisch von den Früchten der Buriti-Palme (Mauritia flexuosa) und der Guarumo (C. insignis).

Die Fortpflanzung der Königsgeier

Über das Fortpflanzungsverhalten des Königsgeiers in freier Wildbahn ist wenig bekannt. Das Wenige, was wir wissen, ist, dass diese Tiere in Baumhöhlen, Felswänden oder Büschen am Boden nisten und dass sie kein Nest im eigentlichen Sinne bauen. Sie legen in der Regel nur ein einziges Ei und das Ausbrüten wird von beiden Elternteilen übernommen.

Darüber hinaus gehen Experten davon aus, dass es sich um monogame Tiere handelt. In Gefangenschaft betreiben sie eine aufwändige Balz, bei der das Weibchen und das Männchen gemeinsam schnaufende und schnaubende Laute von sich geben. Das Ei wird in der Regel 60 Tage lang bebrütet. Sobald das Jungtier geboren ist, wird es von beiden Eltern gefüttert.

Der Nachwuchs kommt mit Daunen bedeckt zur Welt und im Alter von 3 Monaten ist er voll befiedert. Mit zunehmendem Alter entfernen sich die Küken immer weiter vom Nest und entwickeln mit 18 Monaten ihr Erwachsenengefieder. Bis sie ihr Wachstum abgeschlossen haben, bleiben sie in der Regel in der Nähe ihrer Eltern.

Erhaltungszustand dieser Art

Laut der Roten Liste der von der Internationalen Naturschutzunion (IUCN) bewerteten Arten hat der Königsgeier den Status “am wenigsten besorgniserregend”. Allerdings kann er je nach geografischem Gebiet vom Aussterben bedroht sein, wie dies in Mexiko der Fall ist.

Die Hauptbedrohungen für diese Art sind die Zerstörung und Fragmentierung ihres Lebensraums, die Vergiftung mit toxischen oder giftigen Substanzen (entweder durch Köder, durch das Verschlucken von Kugeln oder durch Agrochemikalien) sowie Kollisionen mit Stromleitungen und Windparks. Deshalb muss man sich unbedingt um sie kümmern, denn ihre Population ist generell rückläufig.

Da du nun etwas mehr über diese Vögel weißt, solltest du auch die Bedeutung bedenken, die sie für die Ökosysteme haben, in denen sie leben. Durch die Beseitigung von Kadavern verhindern sie die Ausbreitung von Krankheiten und ermöglichen die Wiederverwertung von organischem Material in der Umwelt. Daher müssen wir noch mehr über diese Art erfahren, um in Zukunft spezifische Schutzpläne aufstellen zu können.

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