Der kalifornische Kondor und seine Rolle als Saubermann der Natur

Kondore kommunizieren mittels Knurren und Pfiffen mit ihren Artgenossen in sozialen Situtionen und wenn es um Futter geht.
Der kalifornische Kondor und seine Rolle als Saubermann der Natur

Letzte Aktualisierung: 02. Juli 2021

Der kalifornische Kondor ist der größte Landvogel Nordamerikas und regierte einst über den Himmel des Westens. Leider sind die Zahlen dieser Tierart im 20. Jahrhundert stark gesunken und es brauchte drastische Schutzmaßnahmen, um ihn vor der Ausrottung zu retten.

Ende der 70er Jahre gab es nur noch 22 Exemplare des kalifornischen Kondors auf der Welt. 1987 entnahm man die letzte freilebende Gruppe von Kondoren ihrem natürlichen Lebensraum, um sie in Gefangenschaft zu retten. Ab 1992 begann man dann schließlich, die Tiere wieder auszuwildern.

Der kalifornische Kondor: Merkmale und Lebensraum

Diese große Geierart misst vom Kopf bis zur Schwanzspitze zwischen 117 und 140 cm, wobei Männchen unwesentlich größer als weibliche Exemplare sind.

Der Kondor hat eine Flügelspannweite von etwa drei Metern und sein Gefieder ist schwarz mit weißen Flecken. Der Kopf hingegen ist kahl und hat nur sehr wenige Federn. Die Farbe des Kopfes kann von weiß über orange bis hin zu purpurrot variieren.

Sein kahler Kopf ist eine Anpassung aufgrund von Hygiene, denn der Kondor ernährt sich von totem, verrottetem Fleisch. Meistens muss er seinen Kopf in die Kadaver stecken, um sein Futter dort herauszupicken.

Kalifornischer Kondor im Flug

Der kalifornische Kondor lebt in felsigen und bewaldeten Gebieten, wie zum Beispiel Cañons und Bergen. Man trifft ihn außerdem auch in der Wüste Südkaliforniens an. Sein Nest baut er an felsigen, steilen Abhängen, wo Geröll vorhanden ist.

Ernährungsgewohnheiten des kalifornischen Kondors

Für Menschen ist der Ernährungsstil des kalifornischen Kondors zugegebenermaßen etwas widerlich, doch für das Ökosystem ist er unentbehrlich. Der Kondor ist nämlich der Saubermann der Natur und spielt eine wichtige Rolle bei der Beseitigung von toten Tieren.

Eine ausreichende Zahl von Aasfressern bedeutet, dass kranke oder verwesende Tiere eliminiert werden. Kondore ernähren sich von Aas und bevorzugen die Kadaver großer Tiere, wie etwa Rehe, Schafe oder Kühe.

Sie sind allerdings nicht besonders zimperlich und fressen ebenfalls die Kadaver von Kaninchen und Eichhörnchen. Am liebsten mögen sie frische Kadaver, doch falls notwendig, ernähren sie sich auch von schon stark verottetem Fleisch.

Auf der Suche nach Futter fliegen die Tiere Strecken von bis zu 20 km täglich ab. Dank ihrer hoch entwickelten Sicht finden sie ihre Nahrung. Ein ausgewachsener Kondor braucht etwa 1 bis 1,5 kg Futter täglich, doch einige verschlingen sogar bis zu 3 kg an einem Tag.

Der kalifornische Kondor und Artenschutz

Diese Tierart ist weiterhin vom Aussterben bedroht. Nach mehreren Jahren von Züchtung in Gefangenschaft in Los Angeles und San Diego, hat man einige Kondoren ab den 90er Jahren wieder ausgewildert.

Kondor-Pärchen

Seitdem gibt es etwa 120 freilebende Kondoren, aber die Todesrate ist leider hoch. Die Auswilderung von Tieren, die in Gefangenschaft aufgewachsen sind, ist ein komplizierter Prozess, deshalb gibt es ein langfristiges Zuchtprogramm, um die ständige Fortpflanzung zu gewähren.

Die genauen Gründe, warum der kalifornische Kondor fast ausgestorben wäre, sind ungewiss. Zu den Faktoren, die zu der Verkleinerung der Kondorbevölkerung führten, gehören Vergiftung, chemische Umweltverschmutzung, Verlust des Lebensraumes und der Nahrungsquellen.

Einige Farmer legen Giftköder für Kojoten aus, die dann ebenfalls die Kondoren töten. Das Blei der Gewehrkugeln, die die Farmer verwenden, um Tiere zu töten, schädigte ebenfalls diese Aasgeier.

Fortpflanzung

Der kalifornische Kondor hat eine Lebenserwartung von 37 Jahren in Gefangenschaft und 45 Jahren, wenn er wild lebt. Jungtiere werden jedoch frühestens nach 6 Jahren geschlechtsreif. Ausgewachsene Männchen führen in der Balz einen “Tanz” mit ausgebreiteten Flügeln und Kopfbewegungen durch.

Akzeptiert das Weibchen die Annäherungsversuche des Männchens, so bilden sie lebenslange, monogame Beziehungen. Sie legen nur ein Ei alle zwei Jahre, das sie für etwa 56 Tag ausbrüten. Die Jungen schlüpfen dann zwischen Februar und April.

Ihre Nester bauen diese Vögel in Höhlen an felsigen Steilwänden oder in felsigen Rissen. Beide Eltern brüten das Ei aus und kümmern sich um ihr Junges, das sein erstes Lebensjahr bei ihnen verbringt, bis es dann das Nest verlässt.

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