Der Doktorfisch: Lebensraum, Merkmale und Fortpflanzung

Der Doktorfisch besitzt Stacheln an der Basis seiner Schwanzflosse. Das sind Waffen wie Skapelle, mit denen er sich verteidigt. Daher rührt auch sein Name her.
Der Doktorfisch: Lebensraum, Merkmale und Fortpflanzung

Letzte Aktualisierung: 03. Mai 2022

Der Doktorfisch ist einer der bekanntesten Fische der Welt. Dies verdankt er dem Disney-Film Findet Nemo und seiner Fortsetzung Findet Dorie, in dem ein Paletten-Doktorfisch die Hauptrolle spielt. Aber dieser Fisch ist nicht nur eine Filmfigur, sondern auch ein wunderschönes Tier mit einem faszinierenden Leben im Riff.

Mehrere Arten, die zur Familie Acanthuridae gehören, werden als Doktorfische bezeichnet. Sie fallen durch ihre auffälligen, leuchtenden Farben auf und werden oft in Aquarien eingesetzt. Im heutigen Artikel erzählen wir dir alles über Doktorfische, einschließlich ihres Lebensraums, ihrer Merkmale, ihrer Fortpflanzung und anderer wichtiger Aspekte.

Lebensraum des Doktorfisches

Diese Fische sind in den tropischen und subtropischen Gewässern der Welt (mit Ausnahme des Mittelmeers) verbreitet. Sie leben in Korallenriffen, wobei die größte Vielfalt im Pazifik und im Indischen Ozean zu finden ist.

Es gibt verschiedene Arten, die beispielsweise Küstengebiete mit Wellen, sandigen oder felsigen Böden bevorzugen.

Der Doktorfisch: Lebensraum, Merkmale und Fortpflanzung

Der Doktorfisch: Merkmale

Mitglieder der Familie Acanthuridae haben ein eigentümliches Aussehen mit ihren seitlich abgeflachten Körpern und kleinen Mäulern. In der Regel sind sie kleine Fische, die nicht mehr als 40 Zentimeter messen. Einige Exemplare können aber auch größer sein. Sie haben auffällige Farben, was sie für Aquarien zu einem prächtigen Besatz macht.

Das Besondere an dieser Gruppe sind ihre Stacheln oder scharfen Platten, mit denen sie sich gegen ihre Feinde verteidigen. Außerdem haben sie recht große Rücken- und Afterflossen, die einen großen Teil der Körperlänge einnehmen. Die Schwanzflosse ist stumpf oder halbmondförmig.

Bei einigen Arten gibt es einen Geschlechtsdimorphismus, d.h. Männchen und Weibchen sind unterschiedlich. Vor allem in Bezug auf die Größe oder bestimmte Aspekte ihrer Morphologie.

Eine sehr beliebte Art ist der blaue Doktorfisch (Paracanthurus hepatus) mit einer sehr auffälligen Färbung: Tiefblau mit schwarzen Streifen und einem gelben Schwanz sowie einem gelben Farbtupfer am Rand der Brustflossen.

Verhalten des Doktorfisches

Diese Fische sind tagaktiv und suchen daher nachts Schutz. In den frühen Entwicklungsstadien zeigen sie ein beschleunigtes Wachstum. Sie zeichnen sich auch durch ihre Langlebigkeit aus, denn die meisten Exemplare werden mehr als 30 Jahre alt. Während der Fortpflanzungszeit kann man häufig Kämpfe zwischen den Männchen beobachten.

Ein interessanter Aspekt dieser Fische ist, dass sie zur Nahrungsaufnahme Fressschwärme oder zur Fortpflanzung Gruppen unterschiedlicher Größe bilden können (sogar zusammen mit anderen Arten). Es gibt jedoch auch Taxa, die sich nicht an diese Gewohnheiten halten und allein bleiben.

Die meisten Doktorfische sind Pflanzenfresser, aber einige von ihnen verzehren auch kleine Tiere. Ihr Speiseplan ist breit gefächert und kann auch Plankton, Algen und Detritus enthalten. Auch bei den Zähnen gibt es eine gewisse Vielfalt. Im Maul der Doktorfische gibt es in der Regel eine Reihe von scharfen Zähnen. Die Tiere können zum Fressen von flachen Gebieten zu anderen, tieferen Wasserbereichen wandern.

Eine weitere kuriose Tatsache ist, dass einige dieser schönen Schwimmer neben Algen auch eine große Anzahl feiner Sandkörner fressen, die ihren Verdauungsprozess unterstützen. Das gelingt ihnen, weil sie dickwandige Mägen haben, die die verzehrten Substanzen aufnehmen können.

Dank ihrer Fressgewohnheiten spielt der Doktorfisch eine sehr wichtige Rolle im Energiehaushalt der Korallenriffe, da er die Pflanzenenergie umwandelt. Während ihrer Wanderungen sind sie auch am Transport und Recycling von Nährstoffen beteiligt.

Wie pflanzen sich Doktorfische fort?

Die Mitglieder dieser Familie pflanzen sich sexuell fort, mit Eiproduktion (ovipar) und externer Befruchtung. Sie wenden verschiedene Strategien an, z. B. Schwarm- und Haremsbildung, Wanderungen und auch das Ablaichen an den Futterplätzen. Einige Arten sind sequenziell hermaphroditisch, d.h. sie können während ihres Lebens das Geschlecht wechseln.

Das häufigste Fortpflanzungsverhalten ist das Gruppenlaichen. Das Laichen kann das ganze Jahr über stattfinden, wobei die Eiproduktion variiert. Einige Exemplare zeigen Farbveränderungen während des Laichens. Zusätzlich finden Kämpfe zwischen den Männchen statt.

Brutpflege gibt es bei dieser Gruppe nicht. Das Schlüpfen der Eier erfolgt 2 bis 3 Tage nach dem Ablaichen und der Befruchtung. Während ihres Lebenszyklus durchlaufen sie ein pelagisches Larvenstadium (diese halten sich in tiefem Wasser auf). Die Geschlechtsreife tritt in der Regel im Alter von 1 bis 2 Jahren ein und die Länge der Exemplare ist variabel.

Schutzstatus

A yellow fish.

Acanthuridae sind auf sechs Gattungen mit insgesamt 83 Arten verteilt. Obwohl die meisten von ihnen nicht vom Aussterben bedroht sind, ist laut der englischsprachigen International Union for Conservation of Nature (IUCN) eine Art als gefährdet eingestuft. Dabei handelt es sich um Acanthurus chronixis, der durch intensive Ernte und Fischerei bedroht ist.

Eine latente Bedrohung für diese Arten ist die Zerstörung der Korallenriffe in der Welt, die auf mehrere Faktoren zurückzuführen ist. Dazu gehören Temperaturanstieg, Fischfang, Versauerung der Meere, Verschmutzung und Krankheiten.

Doktorfische sind aufgrund ihres Aussehens, ihrer Färbung und ihres Verhaltens faszinierende Fische. Wie du vielleicht schon bemerkt hast, spielen sie eine wichtige Rolle im Ökosystem. Allerdings ist ihre Existenz durch intensiven Fischfang und die Zerstörung der Riffe bedroht, für die der Mensch maßgeblich verantwortlich ist. Aber auch du kannst Teil der Lösung werden, um eine bessere Welt für diese schönen Tiere zu schaffen.

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