Zombie-Frosch: Eine neue Amazonas-Spezies

Der Zombie-Frosch ist eine Spezies aus dem Amazonas, die jahrelang unbemerkt blieb und einen eigenartigen Gesang hat.
Zombie-Frosch: Eine neue Amazonas-Spezies
Cesar Paul Gonzalez Gonzalez

Geschrieben und geprüft von dem Biologen Cesar Paul Gonzalez Gonzalez.

Letzte Aktualisierung: 18. Januar 2024

Der Zombie-Frosch ist eine Amphibie, die 2021 entdeckt wurde und über die nur sehr wenig bekannt ist. Er lebt in einem der artenreichsten Gebiete, einem Paradies für diese Art. Seine ungewöhnliche Lebensweise macht ihn zu einem Experten im Verstecken, weshalb wir bisher nichts über ihn wussten!

Dieser Frosch gehört zur Gattung Synapturanus; das sind Tiere, die in sehr feuchten Umgebungen leben. Genauer gesagt handelt es sich um Synapturanus zombie, eine unglaubliche Amphibie, die dich überraschen wird. Lies weiter, um mehr über dieses seltsame Tier zu erfahren.

Lebensraum und Verbreitung des Zombie-Frosches

Die gesamte Gattung ist im Amazonasgebiet verbreitet, obwohl der Zombie-Frosch nur in Französisch-Guayana und im brasilianischen Bundesstaat Amapá vorkommt. Der Zombie-Frosch daher eng an den Regenwald gebunden, da er nur dort die zum Überleben notwendige Feuchtigkeit finden.

Diese Frösche sind im Allgemeinen nachtaktiv und fossil, was bedeutet, dass sie sehr gut graben können und unterirdische Lebensräume bevorzugen. Mit anderen Worten, sie verbringen die meiste Zeit ihres Lebens unter der Erde, kommen aber zu bestimmten Zeiten an die Oberfläche, wenn genügend Feuchtigkeit vorhanden ist.

Zombie-Frosch: Eine neue Amazonas-Spezies

Merkmale des Zombie-Frosches

Diese Amphibie ist sehr klein, kaum 40 Millimeter lang und hat aber einen breiten, rundlichen Körper. Außerdem hat der Frosch hervorstehende Augen und eine verlängerte Nase, die in einer Schnauze endet, was ihm ein merkwürdig aussehendes Gesicht verleiht. Seine Gliedmaßen haben keine Scheiben an den Zehen, denn im Gegensatz zu anderen Fröschen sind seine Fingerknochen etwas länger.

Seine Haut ist glatt und durchsichtig, braun, mit orangefarbenen Flecken auf dem Rücken. Der Bauch hingegen ist überwiegend weiß, mit Schattierungen, die bis zur Nasenspitze reichen.

Obwohl seine körperlichen Merkmale mit denen seiner Artgenossen übereinstimmen, sind seine Größe, seine Färbung und sein Quaken einige der Besonderheiten dieses Exemplars. Laut einem wissenschaftlichen Artikel wird vermutet, dass es noch weitere Froscharten gibt, die diesem Exemplar sehr ähnlich sind, aber bisher noch nicht entdeckt wurden.

Warum lebt der Zombie-Frosch im Boden?

Diese Tiere haben eine sehr empfindliche Haut und sind daher auf eine feuchte Umgebung angewiesen. Das erklärt auch ihr Verhalten, denn im Schlamm wird die Feuchtigkeit besser gehalten, während sie an der Oberfläche schnell verloren geht. Deshalb kommt der Frosch nur bei sintflutartigen Regenfällen ins Freie und nutzt diese Zeit, um sich fortzupflanzen.

Der Zombie-Frosch

Die Forscher:innen, die diese Art entdeckten, machten sich auf den Weg, um mehr über sie herauszufinden. Dabei mussten sie sich so starken Regenfällen aussetzen, dass sie mehr als einmal völlig mit Schlamm bedeckt waren. Der Name “Zombie-Frosch” bezieht sich nicht auf die Eigenschaften des Frosches, sondern auf sein Aussehen nach stundenlangem Liegen im Schlamm.

Fortpflanzung

Wie einige andere Froschlurche lockt auch diese Amphibie die Weibchen mit ihrem Quaken an. Das Männchen quakt, während es sich mehrere Zentimeter tief im Schlamm vergräbt, und überlässt ihr die ganze Arbeit, während sie aktiv nach ihm sucht!

Entgegen der landläufigen Meinung brauchen diese Frösche kein Gewässer, um ihre Eier abzulegen, da ihre Umgebung von Natur aus zu feucht ist. Sie graben einfach ein Loch in den Schlamm, in das sie ihre Eier legen und mithilfe des Amplexus befruchten. Charakteristisch für die Gattung Synapturanus ist außerdem, dass ihre Eier im Verhältnis zu ihrer Körpergröße sehr groß sind.

Schutzstatus

Zombie-Frosch: Eine neue Amazonas-Spezies

Da es an Informationen über Zombie-Frösche mangelt, ist ihr Populationsstatus völlig unbekannt. Der Lebensraum, in dem sie sich entwickeln, gehört jedoch zu den Lebensräumen, die in den letzten Jahren am stärksten unter der Entwaldung gelitten haben. Allein im Jahr 2020 wurden im Amazonasgebiet schätzungsweise 11.000 Kilometer Baumbestand vernichtet – einer der größten Verluste des Jahrzehnts.

Amphibien gehören zu den durch Umweltverschmutzung und Lebensraumzerstörung am stärksten gefährdeten Organismen. Das liegt daran, dass ihre Haut extrem empfindlich ist und jede Veränderung der Feuchtigkeit oder der Eigenschaften des Wassers zu Krankheiten führen kann. Auch kleine Veränderungen in der Zusammensetzung der Fauna des Ökosystems können ihre Gesundheit beeinträchtigen.

Da diese Lebewesen in schwer zugänglichen Gebieten leben, sind sie gut geschützt und haben überlebt. Aber nicht alles ist gut, denn gerade diese Situation macht es unmöglich, ihnen im Notfall zu helfen. Das ist widersprüchlich, denn so gesehen kann der Mensch entweder ihre größte Bedrohung oder ihre größte Rettung sein.


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