Die unglaublich winzige Baby-Albino-Schildkröte!

In einem Zoo in der Schweiz ist eine Albino-Schildkröte geschlüpft – ein in jeder Hinsicht seltenes Ereignis. Hier erfährst du alles, was du darüber wissen musst.
Die unglaublich winzige Baby-Albino-Schildkröte!

Letzte Aktualisierung: 08. August 2022

Wenn du noch nie eine Albino-Schildkröte gesehen hast, gibt es jetzt eine Überraschung für dich! In freier Wildbahn sind sie extrem selten, da es sich um eine viel seltenere Mutation als beim Menschen handelt, was ihr Überleben behindern kann.

In einem Zoo in der Schweiz ist jedoch im Mai 2022 die erste bekannte Albino-Galapagos-Riesenschildkröte geschlüpft. Hier erfährst du alle Details zu diesem unglaublichen Ereignis, das du auf keinen Fall verpassen solltest!

Der Chelonoidis nigra-Artenkomplex

Die Galapagos-Inseln, die zu Ecuador gehören, wurden 1535 entdeckt. Seitdem ist ihre unglaubliche biologische Vielfalt Gegenstand mehrerer Studien vieler Biologen und Wissenschaftler aus anderen Bereichen. Kein Wunder, denn die Inselgruppe beherbergt mehr als 2.000 endemische Arten.

Deshalb wurden die Galapagos-Inseln 1976 zum Weltnaturerbe, 1984 zum UNESCO-Biosphärenreservat und 2001 zum Ramsar-Gebiet erklärt.

Der Name der Galapagos-Inseln kommt nicht von ungefähr, denn galápago heißt auf Spanisch „Wulstsattel“. Damit ist der Panzer der repräsentativsten Arten, der Riesenschildkröten gemeint, die die Inseln bevölkern. Die meisten der hier lebenden Schildkrötenarten gehören zum Artenkomplex Chelonoidis nigra, die 15 Arten umfasst, von denen 4 ausgestorben sind.

Deshalb müssen wir klarstellen, dass, auch wenn die Art, aus der die Albino-Schildkröte hervorgegangen ist, Chelonoidis nigra genannt wird, wir hier nicht von der gleichnamigen Unterart, nämlich der Floreana-Riesenschildkröte sprechen, da diese seit 1996 ausgestorben ist. Der wissenschaftliche Name des gesamten Artenkomplexes ist Chelonoidis niger.

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Biologie der Galapagos-Riesenschildkröte

Diese Tiere, die mehr als 100 Jahre alt werden können und fast 200 Kilogramm wiegen, sind Landtiere, die nur während der heißesten Stunden des Tages ins Wasser gehen, um sich abzukühlen. Ihre Beine haben kurze Zehen, ähnlich denen eines Elefanten, und ihr Panzer hat oben einen Schlitz, damit die Schildkröte ihren Hals strecken und auf diese Weise hohe Äste und Blätter erreichen kann.

Ihre Ernährung ist rein pflanzlich und besteht aus Gräsern, Blättern von Sträuchern und den Früchten des Manzanillo-Baums. Jeden Tag legen die Galapagos-Schildkröten denselben Weg zurück, um zu ihren Futterstellen zu gelangen, sodass die von ihnen angelegten Routen Teil der Landschaft geworden sind.

Tatsächlich haben diese Reptilien eine sehr feste Routine in ihrem Tagesablauf, die von den Jahreszeiten und den Tageslichtstunden bestimmt wird. Dieselben Wege, die sie zu ihrer Nahrung führen, führen sie auch ins vulkanische Hochland, wo sie Zugang zu Trinkwasser und einer großen Anzahl von Pflanzen haben. Dort verbringen sie den größten Teil des Tages und kehren später zu ihren Ruheplätzen zurück.

Die kleine Albino-Schildkröte

Jetzt, wo du die Art besser kennst, kommen wir zum Kern der Sache. Im Zoo de Servion in der Schweiz lief ein Zuchtprogramm für die Galapagos-Riesenschildkröte in Gefangenschaft. Das Zuchtpaar hatte zwei Nachkommen; ein Jungtier ist wie die Eltern schwarz und eines ist die besagte Albino-Schildkröte.

Dies ist ein sehr seltenes Ereignis. In Zahlen ausgedrückt: Wenn pro 20.000 Menschen ein „Albino-Mensch“ geboren wird, liegt die Wahrscheinlichkeit im Fall dieser Schildkrötenart bei eins zu 100.000. Tatsächlich ist diese kleine Albino-Schildkröte die erste Albino-Schildkröte, die von der Wissenschaft erfasst wurde.

Bei Menschen führt der Albinismus zu gewissen Einschränkungen, aber bei Schildkröten kann er ihr Überleben verhindern. Da es sich um ein ektothermes Tier handelt, führt die Empfindlichkeit gegenüber der Sonne, die der Albinismus verursacht, zu Problemen bei der Wärmeregulierung.

Es kann auch möglich sein, dass das Albino-Jungtier unter Seh- und Hörproblemen leidet. In freier Wildbahn wäre es für Raubtiere leicht zu erkennen.

Alle Aufmerksamkeit richtet sich auf die kleine Schildkröte

Die unglaublich winzige Baby-Albino-Schildkröte!

Obwohl die Albino-Schildkröte am 1. Mai dieses Jahres geschlüpft ist, erreichte die Nachricht erst im Juni die Öffentlichkeit, da man sich nicht sicher war, ob sie überleben würde. Sie wurde im Brutkasten aufbewahrt. Das Jungtier steht immer noch unter Aufsicht, aber im Moment gibt es keine genaue Zahl, was die mögliche Lebenserwartung angeht.

Die Bedeutung von Zuchtprogrammen und vor allem die Auswilderung sind mehr als notwendig, wenn es um diese Reptilien geht. Die Gesamtzahl der Exemplare des Artenkomplexes Chelonoidis nigra, die einst mehr als 250.000 Individuen umfasste, liegt derzeit bei nur noch 15.000.

Um nur einige Bedrohungen für die Tiere zu nennen:

  • Intensive Bejagung seit dem 16. Jahrhundert
  • Die Förderung von Erdöl
  • Segmentierung von Lebensräumen
  • Die Einführung fremder Arten durch den Menschen

Forschungen über die Wiederansiedlung laufen bereits, aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

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