Riesenmaulhaie: Lebensraum und Eigenschaften

Da Riesenmaulhaie zu langsam sind, werden sie oft von Hundshaien angegriffen, die ihnen Stücke aus der Haut reißen können. Hier erfährst du, was bisher über diese friedlichen Meeresbewohner mit dem riesigen Maul bekannt ist.
Riesenmaulhaie: Lebensraum und Eigenschaften

Letzte Aktualisierung: 17. Juli 2021

Der Riesenmaulhai (Megachasma pelagios) ist eine der seltensten und am wenigsten bekannten Arten der Welt. Seit seiner Entdeckung im Jahr 1976 wurden nur 117 Sichtungen gemeldet. Die meisten Exemplare sind gestrandete Tiere oder Riesenmaulhaie, die versehentlich in Fischernetze geraten sind. Eines der Hauptmerkmale dieser Haiart ist das riesige Maul, weshalb sie Riesenmaulhaie genannt werden.

Dieser Knorpelfisch ist ein enger Verwandter des Walhais. Er ist ebenfalls ziemlich groß, aber dennoch nicht gefährlich. Wenn du mehr über diesen seltenen Meeresbewohner erfahren möchtest, lies einfach weiter!

Der Lebensraum der Riesenmaulhaie

Da es nicht einfach ist, diese Haie in den Tiefen der Ozeane zu sichten, liegen bisher nur wenige Informationen über Riesenmaulhaie vor. Dennoch konnten dank verschiedener Aufzeichnungen über die Sichtungen dieser Tiere einige Erkenntnisse gewonnen werden. Die Gebiete, in denen Riesenmaulhaie bisher beobachtet wurden, lassen darauf schließen, dass sie weltweit verbreitet sind. Sie leben in tropischen Meeresregionen.

Außerdem wurde festgestellt, dass dieser Hai in mindestens drei der fünf Weltmeere zuhause ist: im Pazifik, im Atlantik und im Indischen Ozean. Einige Riesenmaulhaie wurden sogar in Japan, Taiwan und auf den Philippinen gesichtet, wo die Begegnungen mit diesen Tieren zugenommen haben.

Ihre Lebensgewohnheiten ähneln denen anderer pelagischer Arten, da sich Riesenmaulhaie ständig an die Meeresoberfläche bewegen. Außerdem halten sie sich nachts in einer Tiefe von durchschnittlich 20 Metern und tagsüber in Tiefen von 150 Metern auf.

Herkunft und Klassifizierung

Im Jahr 1976 wurde beim Einholen des Treibankers der US-Marine ein 4,46 Meter langer verhedderter Hai gefunden. Das Exemplar wog 750 Kilogramm und schien ein Filtrierer zu sein, denn sein Magen war voll mit Krill. Von diesem Moment an nannten seine Entdecker ihn wegen seines riesigen Mauls “Riesenmaul”.

Die zweite Begegnung mit diesem Tier fand erst im Jahr 1984 in Kalifornien statt, wo auf dieselbe Weise ein Riesenmaulhai in einem Fischernetz gefangen wurde. Bei dieser Gelegenheit war der Hai noch am Leben, als er gefunden wurde. Das Tier wog 700 Kilogramm und maß 4,5 Meter. Tatsächlich ist das Exemplar konserviert und kann im Los Angeles County Museum of Natural History besichtigt werden.

Im Jahr 1983 beschrieben und benannten Taylor, Compagno und Struhsaker diese Art als Riesenmaulhai. Seitdem wird er in die Ordnung der Lamniformes eingeordnet und ist somit ein enger Verwandter von Arten wie dem Walhai oder dem Riesenhai.

Aufgrund der nur spärlich vorhandenen Information über diese Art ist ihr evolutionärer Ursprung nicht geklärt. Dennoch gibt es zwei Hypothesen. Die erste basiert auf der Morphologie ihrer kronenförmigen Zähne. Diese Zähne könnten ein Hinweis darauf sein, dass Riesenmaulhaie schon vor 36 Millionen Jahren die Weltmeere bewohnt haben. Diese Theorie basiert auf den zahlreichen Fossilienfunden, die dieser Art ähneln.

Die zweite Hypothese basiert auf der molekularen Analyse. Das Alter dieser Art wird aufgrund ihrer DNA auf 100 Millionen Jahre geschätzt. Diese Diskrepanzen bedeuten aber nicht, dass eine der beiden Hypothesen falsch ist. Mit den aktuell verfügbaren Informationen ist es schlichtweg nicht möglich, die Herkunft und das Alter dieser Art eindeutig zu bestimmen. Beide Hypothesen haben ihre Berechtigung, daher ist es wohl lediglich eine Frage der Zeit, bis dieses Rätsel gelöst ist.

Weltweite Verteilung

Obwohl Riesenmaulhaie ein großes Verbreitungsgebiet haben, ist es wahrscheinlich, dass die Tiere von saisonalen Mustern beeinflusst werden. Das heißt, ihre Verbreitung in verschiedenen Ozeanen kann je nach Jahreszeit zu- oder abnehmen. Dies liegt daran, dass ihre Bewegungsmuster vermutlich von der jeweiligen Verfügbarkeit der Nahrung beeinflusst werden.

Physische Merkmale der Riesenmaulhaie

Eines der Hauptmerkmale der Riesenmaulhaie ist ihre Größe, denn sie können eine Länge von mehr als 5 Metern erreichen. Tatsächlich können Weibchen sogar bis zu 7 Meter lang werden, was ein klares Beispiel für den Geschlechtsdimorphismus der Art ist.

Der Körper fühlt sich weich und schlaff an, während die Körperform der einer Kaulquappe ähnelt, mit einem großen Kopf und einem Körper, der sich zum Schwanz hin verjüngt. Das Maul der Tiere ist sehr groß, mit abgerundeten Kanten und es erstreckt sich bis hinter die Augen. Darüber hinaus enthält es kleine kronenförmige Zähne, die sich in Reihen von 85 bis 100 Zähnen jeweils im Ober- und Unterkiefer befinden.

Die Kiemenschlitze sind ziemlich lang und sie haben zwei kleine Rückenflossen und eine Afterflosse. Die Farbe der Riesenmaulhaie ist typisch für diese Elasmobranchen: Schattierungen zwischen schwarz-blau und grau, mit weißen Bäuchen.

Charakter und Verhalten

Riesenmaulhaie halten sich scheinbar lieber in geringeren Wassertiefen auf, nachts nur zwischen 12 und 25 Metern. Tagsüber tauchen sie jedoch in Tiefen zwischen 120 und 166 Metern. Dabei sind sie in ständiger Bewegung, um sich zu ernähren. Dieses Verhalten scheint der vertikalen Wanderung von Zooplankton zu folgen, das einen großen Teil ihrer Ernährung ausmacht.

Diese Eigenschaften machen diesen Hai zu einem langsamen Schwimmer, der eine Geschwindigkeit von weniger als 1 Meter pro Sekunde erreicht. Da seine Muskulatur recht schwach ist, seine Flossen zu weich sind und ihm ein Kiel fehlt, ist dies vollkommen nachvollziehbar.

Ernährung

Die Nahrungsgrundlage dieser Haie ist Krill. Dennoch verzehren sie auch einige Copepoda (Ruderfußkrebse) und Zooplankton. Dies klassifiziert sie als eine filtrierende Art, die auch einen Teil des Wassers ansaugt, um ihre Nahrung zu fangen.

Der Riesenmaulhai nutzt sein großes Maul, um so viel Nahrung wie möglich aufnehmen zu können. Doch im Gegensatz zu anderen – und aufgrund seiner schwachen Physiologie – muss er seine Beute ansaugen, anstatt sie aktiv zu jagen, wie es der Riesenhai tut.

Fortpflanzung der Riesenmaulhaie

Diese Art scheint die Geschlechtsreife zu erreichen, wenn sie eine Länge von 4 Metern bei den Männchen oder 5 Metern bei den Weibchen erreicht. Sie ist ganzjährig fortpflanzungsfähig und gebärt in der Nähe tropischer Regionen.

Die Art der Befruchtung bei diesen Knorpelfischen ist intern und die Begegnungen während der Kopulation können Narben hinterlassen. Dieser Hai ist eine ovovivipare Art, das heißt, seine Nachkommen ernähren sich vom Eidotter im Inneren des Muttertiers.

Schutz- und Erhaltungszustand

Riesenmaulhaie werden als nicht gefärdete Art geführt, dies ist jedoch auf den Mangel an Informationen über die Populationen zurückzuführen. Es ist wahrscheinlich, dass die Art dennoch eine stabile Population hat, da es seit der Entdeckung der Art zu einer zunehmenden Anzahl von Sichtungen gekommen ist.

Ein Hai in den Tiefen des Meeres

Unser Planet ist zu fast drei Vierteln von Wasser bedeckt, so dass die Zahl der im Wasser lebenden Arten sehr hoch sein kann. Es ist möglich, dass wir auch in Zukunft immer neue Meerestiere entdecken werden, die uns in Erstaunen versetzen können, wie diese Riesenmaulhaie. Man muss sie nicht fürchten, sondern sie erforschen und verstehen lernen.

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