Was sind die häufigsten Erkrankungen bei älteren Hunden?

Alle Hunde brauchen Pflege, aber ältere Hunde brauchen noch viel mehr davon. Leider können verschiedene Krankheiten die letzten Jahre eines alten Hundes mühsam gestalten.
Was sind die häufigsten Erkrankungen bei älteren Hunden?
Juan Pedro Vazquez Espeso

Geschrieben und geprüft von der Tierarzt Juan Pedro Vazquez Espeso.

Letzte Aktualisierung: 27. Dezember 2022

Der unaufhaltsame Lauf der Zeit verursacht mehr oder weniger große Schäden in unserem Körper. Bei älteren Hunden, deren Lebenserwartung kürzer ist als unsere, machen sich Alter und Krankheit viel zu früh bemerkbar. Ältere Hunde haben eine gewisse Veranlagung für einige Krankheiten, die bei jüngeren Tieren nicht üblich sind. Im Folgenden erläutern wir dir die häufigsten Krankheiten bei älteren Hunden.

Ab welchem Alter gilt ein Hund als Senior?

Es ist für alle Besitzer*innen wichtig, zu wissen, ab welchem Alter sein Hund als Senior gilt. Aufgrund der enormen Rassenvielfalt bei Hunden ist die Klassifizierung sehr unterschiedlich. Im Allgemeinen können wir Arten nach ihrem Gewicht wie folgt klassifizieren:

  • Bis zu 10 Kilo: Diese Verbeiner können ab einem Alter von 11 Jahren als Senioren betrachtet werden.
  • Gewicht zwischen 10 und 30 Kilo: Diese Gruppe erreicht das Seniorenalter im Alter von etwa 9 Jahren.
  • Tiere über 30 Kilo: große Hunde gelten schon in sehr jungem Alter als Senioren, nämlich mit nur etwa 7 Jahren.

Dies sind grobe Zahlen, denn nur der Tierarzt oder die Tierärztin kann wirklich sagen, ab welchem Alter das eigene Tier als Senior gilt. Natürlich können Faktoren, die dem Hund eigen sind, wie z. B. genetische Krankheiten, gegen diese allgemeinen Richtlinien verstoßen. Sobald diese Frage geklärt ist, ist es an der Zeit, die häufigsten Erkrankungen bei älteren Hunden aufzulisten.

Was sind die häufigsten Erkrankungen bei älteren Hunden?

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: sehr häufige Erkrankungen bei älteren Hunden

Das Herz ist wie die Uhr des Körpers, das mit seinem Schlag den Rhythmus des Lebens vorgibt. Im Laufe der Jahre arbeitet es unermüdlich durch Millionen von Kontraktionen. Aus diesem Grund ist es nicht verwunderlich, dass es eines der am meisten betroffenen Organe bei älteren Hunden ist.

Auch die Arterien und Venen, durch die das Blut zirkuliert, werden mit der Zeit geschädigt. Ihre Wände verlieren an Elastizität und füllen sich mit Fett-Ablagerungen. Dazu kommen viele weitere Ereignisse, die das Kreislaufsystem altern lassen.

All das bedeutet, dass diese Art von Krankheit bei älteren Tieren häufiger auftritt. Zu den häufigsten altersbedingten Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören die folgenden:

  • Störungen der Herzklappen, insbesondere der Mitralklappe – eine mögliche Quelle für die bekannten Herzgeräusche
  • Thromboembolien, d. h. Gerinnsel, die Venen oder Arterien verstopfen
  • Bluthochdruck
  • Dilatative Kardiomyopathie – der Herzmuskel wird schwach; dies kommt häufiger bei großen Hunden vor.

Osteoartikuläre Erkrankungen bei älteren Hunden

Der Bewegungsapparat ist die “Maschinerie”, die den gesamten Körper in Aktion hält. Aber auch dieser Apparat ist im Laufe der Zeit von Beschwerden betroffen. Aus diesem Grund treten folgende Krankheiten bei älteren Hunden häufiger auf, vor allem bei großen Rassen. Das liegt daran, dass die Knochen aufgrund ihrer Größe stärker abgenutzt werden.

Zu den häufigsten Vorgängen gehören beispielsweise:

  • Arthrose, zweifellos in der größten Anzahl. Sie betrifft eine große Anzahl älterer Hunde.
  • Erhöhtes Risiko, Frakturen oder Brüche zu erleiden.
  • Bandscheibenvorfall oder Bandscheibenvorwölbung. Sie können junge Hunde betreffen, kommen aber bei älteren Hunden häufiger vor.
  • Zahnverlust und Zahnerkrankungen.

Neurologische Probleme

Das Nervensystem ist bei älteren Tieren mit am stärksten betroffen, weil die Neuronen einen hohen Energieverbrauch haben. Deshalb werden sie auch anfälliger für die Degeneration wegen oxidativem Stress, der durch einen beschleunigten Stoffwechsel entsteht.

Die häufigsten neurologischen Störungen bei älteren Hunden sind folgende:

  • Syndrom der kognitiven Dysfunktion. Das ist eine Form von Alzheimer bei Hunden.
  • Idiopathische oder Vestibularkrankheit.
  • Epilepsie. Diese Krankheit betrifft auch junge Hunde, tritt aber häufiger bei älteren Hunden auf.

Hormonelle Erkrankungen

Die organische Homöostase ist ein sehr empfindliches Gleichgewicht, an dem eine Vielzahl von Faktoren beteiligt ist. Das Alter schafft eine Prädisposition für bestimmte pathologische Prozesse, die bei jungen Tieren selten sind.

Hormonbedingte Krankheiten treten oft langsam und schleichend auf. Wir sprechen hier von Krankheiten wie den folgenden:

  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Diabetes
  • Nierenversagen – dies betrifft eine große Anzahl älterer Hunde.

Auch bei älteren Hunden gibt es eine Reihe anderer häufiger Erkrankungen, die die letzten Lebensjahre erschweren können. Überdies macht der altersbedingte Rückgang der körpereigenen Abwehrkräfte sie zum Beispiel anfälliger für Infektionskrankheiten.

Auch Probleme mit den Sinnesorganen sind häufig. Aus diesem Grund treten Augenkrankheiten wie Grauer oder Grüner Star sowie Hörverlust bei älteren Hunden zahlreich auf.

Lesenswert ist auch folgender Artikel Grauer Star bei Katzen: Symptome und Behandlung

Was sind die häufigsten Erkrankungen bei älteren Hunden?

Wie wir bereits erklärt haben, können ältere Tiere von vielen verschiedenen Krankheiten betroffen sein. Deshalb ist es wichtig, die Zahl der tierärztlichen Untersuchungen bei älteren Hunden zu erhöhen. So kannst du Krankheiten frühzeitig erkennen und deinen in die Jahre gekommenen Hund angemessen behandeln lassen.

Das könnte dich ebenfalls interessieren...
15 Gründe, einen älteren Hund zu adoptieren
Deine Tiere
Lies auch diesen Artikel bei Deine Tiere
15 Gründe, einen älteren Hund zu adoptieren

Einen älteren Hund zu adoptieren ist eine der besten Sachen, die du tun kannst. Erfahre alle fünfzehn Vorteile in diesem Artikel.


Die Inhalte von Deine Tiere sind nur zu Informationszwecken gedacht. Sie sind kein Ersatz für eine professionelle Diagnose, Beratung oder Behandlung. Wenn Sie Bedenken oder Fragen haben, konsultieren Sie am besten einen Fachmann Ihres Vertrauens.