Schlafstörungen bei Hunden: Symptome und Ursachen

Schlafstörungen können das Immunsystem schwächen. Außerdem wirkt sich mangelnder Schlaf auf das Verhalten aus. Welche Schlafstörungen gibt es bei Hunden und wie kannst du sie feststellen?
 

Falls du einmal nicht schlafen konntest und dich gefragt hast, ob Hunde ebenfalls Schlafstörungen haben können, dann lautet die Antwort auf diese Frage: Ja. Auch Hunde können daran leiden. Und genau wie bei Menschen kann der fehlende Schlaf schwere Gesundheitsprobleme mit sich bringen.

In unserem heutigen Artikel erfährst du mehr über die verschiedenen Arten von Schlafstörungen bei Hunden und an welchen Symptomen du sie erkennen kannst.

Schlafstörungen bei Hunden: was beeinträchtigt den Schlaf unserer Vierbeiner?

Wenn Hunde an Schlafstörungen leiden, kommen die Fellnasen nachts nicht ausreichend zur Ruhe oder erreichen vielleicht nicht die REM-Phase des Schlafes.

Auch bei Hunden ist die REM-Phase der Zeitraum, in dem sie träumen und die Ereignisse des Tages verarbeiten. Daher ist diese Phase sehr wichtig, damit sich die Tiere erholen und ausruhen können. Darüber hinaus ist ausreichender Schlaf auch für das Immunsystem von großer Bedeutung.

Schlafstörungen bei Hunden: einige Rassen sind besonders davon betroffen

Offensichtlich gibt es genetische Ursachen, die Schlafstörungen bei Hunden verursachen können. Heute weiß man, dass bestimmte Rassen häufiger unter Schlafstörungen leiden als andere.

Dackel auf dem Bett

Zu diesen Rassen gehören die englische Bulldoge, der Dackel, der Pudel, der Doberman, der Beagle und der Labrador Retriever.

 

Welche Schlafstörungen bei Hunden kommen am häufigsten vor?

1. REM-Schlaf-Verhaltensstörung

Diese Schlafstörung kommt bei Hunden definitiv am häufigsten vor. Hast du deine Fellnase schon einmal dabei beobachtet, wie sie zitterte oder im Schlaf zu rennen schien? Dann ist es wahrscheinlich, dass er unter der REM-Schlaf-Verhaltensstörung leidet.

In schweren Fällen können Hunde sich sogar fortbewegen, gegen Wände rennen oder Gegenstände angreifen, während sie schlafen. Dabei könnten sie sich selbst und auch andere verletzen.

Obwohl dieses Schlafstörung für deinen Hund gefährlich sein kann, musst du dir keine allzu großen Sorgen machen. Glücklicherweise kann dein Tierarzt dir ein Medikament verschreiben, welches die Aktivität im Schlaf verringert.

Hunde schlafen im Bett

2. Schlaflosigkeit

Es gibt verschiedene Ursachen, die zu Schlaflosigkeit deines Hundes führen können. Normalerweise verbirgt sich dahinter ein weiteres gesundheitliches Problem. Schlaflosigkeit ist oftmals ein Hinweis auf Beschwerden wie eine Verletzung, Schmerz, Inkontinenz, Verdauungsstörungen oder eine andere Krankheit. Allerdings tritt Schlaflosigkeit häufig auch bei älteren Hunden auf.

Schlaflosigkeit bei Hunden kann durch Gelenkschmerz oder eine Verletzung, Flohstiche oder Allergien, Nierenerkrankung oder sogar Diabetes hervorgerufen werden.

Auch Stress und Angstzustände können diese Art von Schlafstörungen bei Hunden hervorrufen. Außerdem leiden ältere Hunde mit kognitiven Problemen manchmal ebenfalls unter Schlafstörungen.

 

Mit Hilfe des Tierarztes kannst du die Ursache des Problemes identifizieren und behandeln.

3. Narkolepsie

Narkolepsie ist eine weitere Schlafstörung, die bei Hunden auftreten kann. Es handelt sich hierbei um eine genetische Störung, die zu niedrigen Hypocretinwerten führt. Das ist die Substanz, welche dafür verantwortlich ist, den Wachsamkeitszustand und die Schlafmuster zu regulieren.

Dieses Leiden konnte bei den Rassen Dobermann, Pudel und Labrador beobachtet werden. Allerdings können auch andere Hunderassen daran erkranken, wenn sie adipös oder inaktiv sind oder aber Probleme mit dem Immunsystem haben.

Es ist ganz typisch für einen Hund mit Narkolepsie, dass er plötzlich zur Seite fällt und einschläft. Dieser Zustand ergibt sich normalerweise nach einer Stress- oder Angstsituation oder einem Moment großer Aufregung.

Narkolepsie ist grundsätzlich nicht heilbar. Allerdings kannst du die Episoden weitgehend unter Kontrolle halten, wenn du darauf achtest, dass dein Hund möglichst wenigen Stress- oder Angstsituationen ausgesetzt wird.

4. Schlafapnoe

Schlafapnoe kommt am häufigsten bei adipösen Hunden vor und jenen Rassen, die eine kurze Schnauze haben.

Dazu gehören die englische Bulldogge, der Boston Terrier und der Mops. Dieses Leiden zeichnet sich durch Atemprobleme während des Schlafes aus. Dadurch wird natürlich auch die erholsame Wirkung des Schlafes unterbrochen.

 

Lautes Schnarchen ist ein sicheres Zeichen dafür, dass dein Hund unter Schlafapnoe leiden könnte. Außerdem ist dein Hund tagsüber abgeschlagener, obwohl er scheinbar die ganze Nacht durch geschlafen hat.

Wenn dein Hund übergewichtig ist, wird dir dein Tierarzt zu einer Diät raten. Darüber hinaus könnte auch eine Operation erforderlich werden, wenn eine Fehlbildung der Nasenlöcher oder des Atemwegssystems vorliegt, welche die Apnoe verursacht.

Im Gegensatz zu den anderen Schlafstörungen bei Hunden kann Schlafapnoe tödlich sein und daher solltest du sie umgehend von einem Tierarzt behandeln lassen.

Wie du siehst, ist es wichtig, dass du die verschiedenen Arten von Schlafstörungen bei Hunden kennst. Sobald du Veränderungen im Tagesablauf oder Schlafverhalten deines Hundes bemerkst, solltest du einen Tierarzt aufsuchen.

So kannst du dafür sorgen, dass dein Vierbeiner rechtzeitig behandelt wird und hoffentlich schon bald wieder einen erholsamen Schlaf finden wird!

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