Magersucht bei Katzen: Alles, was du darüber wissen solltest

Anorexie bei Katzen ist keine eigenständige Krankheit in dem Sinne, sondern vielmehr ein Anzeichen für andere Krankheiten, die die Gesundheit der Katze ernsthaft beeinträchtigen können.
Magersucht bei Katzen: Alles, was du darüber wissen solltest

Letzte Aktualisierung: 26. Januar 2022

So unglaublich es den Halterinnen und Haltern auch erscheinen mag, Magersucht bei Katzen existiert. Dies ist ein Zeichen für eine Krankheit, die sofort behandelt werden muss. Selbst Veterinärmediziner sind sich einig, dass es sich um eine der häufigsten Krankheiten bei Katzen handelt, die auf viele verschiedene Ursachen zurückzuführen ist.

Man darf nicht vergessen, dass Katzen neophobische Tiere sind, das heißt, sie haben eine Phobie vor allem Neuen. Da sie Routine lieben, können sie gestresst sein, wenn etwas Fremdes und Ungewohntes um sie herum passiert. So können Dinge, die für Menschen Allgemeinplätze sind, wie zum Beispiel der Wechsel des Futters oder der Katzenstreu, ein neuer Fußboden oder die Ankunft eines Babys im Haus Magersucht bei der Katze auslösen.

Aufgrund der hohen Prävalenz dieser Erkrankung werden wir dir in diesem Artikel alles sagen, was du darüber wissen musst. Wir schauen uns an, was Magersucht bei Katzen ist, wie sie sich auf den Körper des Tieres auswirken kann, die Symptome, die Ursachen und die möglichen Behandlungen.

Was genau ist Magersucht bei Katzen?

Magersucht wird in der wissenschaftlichen Literatur als eine Essstörung beschrieben, bei der der Mensch oder das Tier aufhört zu essen. Bei Katzen wird Magersucht diagnostiziert, wenn sie aufhören zu fressen oder einen erheblichen und anhaltenden Appetitverlust zeigen.

Experten an der Nationalen Universität von Mexiko (UNAM) haben festgestellt, dass Katzen nicht von heute auf morgen magersüchtig werden. Sie hören nach und nach auf zu fressen, bis sie schließlich gar nichts mehr fressen. Sie raten den Besitzerinnen und Besitzern dringend, auf dieses Verhalten zu achten und sich darum zu kümmern, wenn sie den Eindruck haben, dass etwas nicht stimmt – und das, bevor es zu spät ist.

95 % der Krankheiten, die eine kranke Katze hat, hängen in gewissem Maße mit Anorexie zusammen.

A cat lying on the ground.

Die Entwicklung von Magersucht bei Katzen

Beispielsweise kann eine Hepatische Lipidose zu einer Anorexie führen. Untersuchungen zufolge handelt es sich dabei um eine der häufigsten Lebererkrankungen bei Katzen, die durch eine übermäßige hepatozelluläre (die Leberzellen betreffende) Anhäufung von Triglyceriden verursacht wird.

Sie ist eine der häufigsten Todesursachen bei Hauskatzen. Dem Körper müsste ständig Nahrung zugeführt werden, was die Erkrankung allerdings verhindert. Neben der Anorexie sind auch Stress und Fettleibigkeit Faktoren, die mit dieser Krankheit in Verbindung gebracht werden müssen.

Arten der Anorexie bei Katzen

Die Anorexie der Katze selbst bezieht sich auf die freiwillige Appetitlosigkeit, d. h. die Katze stellt bewusst die Nahrungsaufnahme ein; der Körper wäre allerdings durchaus in der Lage, diese fortzusetzen. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum eine Katze aufhört zu fressen. Es gibt nämlich verschiedene Arten von Magersucht bei Katzen, von denen wir die folgenden hervorheben können:

  • Pseudoanorexie: Das passiert, wenn die Katze zwar fressen will, aber das angebotene Futter oder etwas in ihrem Körper Schmerzen oder Unbehagen beim Schlucken verursacht. Angesichts des Unbehagens, das die Katze verspürt, zieht sie es also vor, nicht zu fressen.
  • Psychologische Anorexie: Hier hört die Katze auf zu fressen, weil die Nahrungsaufnahme selbst mit einem körperlichen oder psychologischen Trauma zusammenhängt.

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Symptome der Magersucht bei Katzen

Magersucht bei Katzen wird als Anzeichen einer Krankheit und nicht als Krankheit an sich eingestuft. Für Halter*innen ist es wichtig, die Symptome zu erkennen, die auf die Magersucht hinweisen. Eine magersüchtige Katze muss rechtzeitig in Behandlung, um damit die Entwicklung von Folgekrankheiten zu vermeiden. Dies ist dringlich, wenn du eines der folgenden Anzeichen bemerkst:

  • Gewichtsverlust
  • Muskelschwund oder Verlust von Muskelmasse
  • Schwäche und Müdigkeit
  • Haarausfall oder schlechte Qualität

Das Tier kann aber auch andere Symptome haben, die mit der zugrunde liegenden Krankheit, die die Magersucht verursacht, zusammenhängen, wie zum Beispiel die folgenden:

  • Erbrechen, Aufstoßen, Hypersalivation, Husten, Fieber und eine verlängerte Kopf- und Halshaltung beim Schlucken – dies ist der Fall, wenn Speiseröhren- und Magenerkrankungen vorliegen.
  • Durchfall, Erbrechen und Dehydrierung bei entzündlichen Darmerkrankungen.
  • Bauchschmerzen, Dehydrierung und Schwäche – Anzeichen, die auf eine mögliche Bauchspeicheldrüsenentzündung hinweisen.
  • Gelbsucht oder eine gelbe Färbung der Schleimhäute, Lethargie und ein aufgeblähter Bauch – das sind Anzeichen für eine hepatobiliäre Erkrankung.
  • Übermäßiges Wasserlassen und Wasseraufnahme aufgrund einer Nierenerkrankung.

Ursachen

Die Ursachen für Magersucht bei Katzen sind vielfältig und können unabhängig von Rasse oder Alter auftreten, auch wenn sie bei älteren Katzen häufiger vorkommen. Das liegt daran, dass der Verschleiß ihres Körpers im Laufe der Zeit dazu führt, dass sie verschiedene Krankheiten entwickeln können, die mit Appetitlosigkeit zusammenhängen.

Hier sind die häufigsten Ursachen für Magersucht bei Katzen:

  • Orale Beschwerden: Infektionen oder jede Art von Krankheit, die das Zahnfleisch, die Zähne oder die Weichteile des Mundes angreift, können dazu führen, dass die Katze anorektisch wird.
  • Futtermittel: Der Wechsel des Futters, die Beschaffenheit oder der Geruch des Futters können dazu führen, dass die Katze das Futter nicht mehr frisst. Achte darauf, dass es nicht zu hart ist und versuche, schmackhafteres Futter anzubieten.
  • Rolligkeit: Wenn eine Katze rollig wird, neigt sie zur Ängstlichkeit und kann in Folge das Futter außer Acht lassen, um sich auf die Fortpflanzung zu konzentrieren. Die Kastration ist eine Möglichkeit, Stress und Ängste für Katzen in dieser Phase zu vermeiden.
  • Stress: Katzen sind neophobisch, daher kann jede Veränderung ihrer Routine oder Lebensdynamik zu Stress und Angst führen, was wiederum zu Magersucht führt.
  • Infektionen oder Parasiten: Jede Art von Infektion oder Unwohlsein aufgrund von Magen-Darm-Parasiten oder Ektoparasiten kann dazu führen, dass die Katze nicht mehr frisst, da diese sie schwächen.
  • Speiseröhrenerkrankung: Hier gibt es Reflux oder das Vorhandensein von Fremdkörpern, die der Katze Unbehagen und Schmerzen beim Schlucken verursachen.
  • Nierenversagen, Darmerkrankungen, Leber- oder Gallenerkrankungen und Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse – all diese Krankheiten verursachen innere Schmerzen und Unbehagen.

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Diagnose der Magersucht

Wenn Besitzer*innen das Verhalten der Katze genau beobachten können, ist es viel einfacher, Magersucht zu diagnostizieren. Der Hauptgrund für die Besorgnis ist der mangelnde Appetit. Wenn du also bemerkst, dass deine Katze wenig oder gar nicht frisst, solltest du den Tierarzt aufsuchen.

Der Tierarzt wird mit allen Mitteln versuchen, die Ursache für die Appetitlosigkeit festzustellen. Dazu kann er körperliche Untersuchungen, Bluttests, Röntgenaufnahmen, Ultraschalluntersuchungen, zytologische Untersuchungen und Entnahmen von Gewebeproben durchführen. Außerdem erstellen Tierärzte einen Bericht oder eine Anamnese mit den Daten, die von der Betreuungsperson zur Verfügung gestellt wurden, und den Daten, die mit den oben genannten Techniken erhoben wurden.

Anorexie ist ein unspezifisches Symptom, das auf viele verschiedene Krankheiten zurückzuführen ist. Deshalb müssen eine Reihe von verschiedenen Tests bei der Katze durchgeführt werden.

Behandlung der Magersucht bei Katzen

Die Behandlung der Anorexie bei Katzen hängt in hohem Maße von der Krankheit ab, die sie verursacht. In jedem Fall gilt: je schneller die Pflege und die Durchführung der Behandlung, desto schneller die Genesung. Wenn es der Katze nicht allzu schlecht geht und der Grund für die Appetitlosigkeit erkannt wird, führt die Behandlung zu einer raschen Besserung und zur Wiedererlangung des Appetits.

In komplexeren Fällen kann die Behandlung eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr und sogar eine Ernährung durch eine nasogastrale Sonde umfassen. Diese führt von der Nase über Rachen und Speiseröhre zum Magen. Es kann auch eine ösophageale Ernährungssonde gewählt werden. Dafür legt man nach einem Schnitt im Nacken die Sonde von der Speiseröhre in den Magen.

Untersuchungen zeigen, dass ein hoher Prozentsatz der im Krankenhaus behandelten Katzen an Magersucht leidet. Dies ist ein Zustand, der durch den Stress eines Krankenhausaufenthalts noch verschlimmert werden kann. Die Behandlung besteht immer darin, die Schmerzen zu kontrollieren und die Katze mit angemessener Nahrung zu versorgen, die über die oben erwähnten Schläuche verabreicht werden kann.

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Magersucht bei Katzen: Alles, was du darüber wissen solltest

Prognose für die Genesung

Die Prognose für die Genesung bei Magersucht bei Katzen sowie der zugrunde liegenden Krankheiten, die sie hervorrufen, ist besser, wenn man sie frühzeitig diagnostiziert. Unabhängig von der Art der Anorexie kann sich die Katze viel leichter erholen, wenn die Behandlung zügig erfolgt. Betrachte die Appetitlosigkeit deiner Katze nicht als etwas Normales und geh so schnell wie möglich zum Tierarzt.

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  • Gasca, A. Guía para el diagnóstico, manejo clínico y terapéutico de pacientes con Lipidosis Hepática Idiopática Felina. Corporación Universitaria Lasallista. 2020.
  • La anorexia en gatos, síntoma frecuente de enfermedad. Boletín Universidad Nacional de México (UNAM). 2018.
  • Fuertes, J., Pérez, R., Hernández, A. Trastornos de la conducta alimentaria. Anorexia y bulimia. Offarm. Vol. 29, 2010.
  • Manejo de la anorexia en el gato hospitalizado. Nutrición enteral por sonda nasoesofágica. Gattos centro Clínico Felino.

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