Hüftdysplasie beim Hund: Diagnose und Behandlung

26. November 2019
Die Hüftdysplasie beim Hund schränkt die Bewegungsfreiheit des Vierbeiners enorm ein und bereitet ihm große Schmerzen. Erfahre mehr über diese Krankheit.

Mit Sicherheit hast du schon einmal von der Hüftdysplasie beim Hund gehört. Aber weißt du eigentlich auch, was es ist, was ihre Ursachen sind und wie sie behandelt wird? Lies weiter, falls du mehr über diese Krankheit erfahren möchtest.

Was ist eine Hüftdysplasie beim Hund?

Es handelt sich um eine Krankheit, die den Hüftbereich und seine Gelenke betrifft. Sie wird durch die fehlerhafte Verbindung des Hüftgelenkkopfes mit dem entsprechenden Hohlraum in der Hüfte verursacht.

Wenn dies der Fall ist, baut sich das Gewebe ab, der Hund fühlt sich beim Gehen unwohl und beginnt zu lahmen.

Die Hüftdysplasie beim Hund tritt in der Regel im Alter von 4 oder 5 Monaten auf und verschlimmert sich mit der Zeit mit zunehmender Größe des Beckens.

Es gibt unterschiedliche Grade der Dysplasie, die laut Angaben der Orthopädischen Stiftung für Tiere (OFA) je nach Diagnose und Behandlung variieren.

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Hauptursachen

Es besteht kein Zweifel, dass diese Krankheit auf einen genetischen Grund zurückzuführen ist. Aber es gibt noch andere, wie zum Beispiel:

  • Schlechte Ernährung: Mangel an Nährstoffen oder Überschuss an Proteinen
  • Übergewicht
  • Übermäßige oder mangelnde Bewegung
  • Größe: Eine Hüftdysplasie kommt bei mittleren und großen Hunden viel häufiger vor.
  • Spezifische Hunderassen: Es gibt bestimmte Rassen wie den Deutschen Schäferhund, den Mastino Napoletano oder den Golden Retriever, die eine größere Veranlagung haben, an dieser Krankheit zu leiden.
Hüftdysplasie beim Hund

Wie stellt man eine Hüftdysplasie beim Hund fest?

Es gibt eine Reihe von Symptomen, die auf eine Hüftdysplasie beim Hund hinweisen können. Die häufigsten sind deutliche Lahmheit, Schwierigkeiten beim Aufstehen oder sogar sich auf den Beinen zu halten.

Wenn du eines dieser Symptome beobachtest, solltest du deinen Hund zum Tierarzt bringen, wo man bestimmt eine Röntgenaufnahme macht, um die Krankheit zu bestätigen.

Behandlung und Pflege

Wie bereits erwähnt, gibt es je nach Entwicklungsgrad der Erkrankung verschiedene Behandlungsformen. Normalerweise sind die meisten Behandlungen darauf ausgerichtet, die Folgen zu verringern oder zukünftige Symptome zu lindern.

Der Schlüssel zum Erfolg der meisten Behandlungen liegt jedoch in der Früherkennung: Je früher die Krankheit erkannt wird, desto einfacher kann sie behandelt werden.

Im Allgemeinen kann man von einer präventiven oder konservativen Behandlung sprechen, die die Hunde-Physiotherapie, die Verwendung von Rollstühlen oder Hüftstützen umfasst.

Diese Geräte verfügen über Mechanismen, die die Hüfte stabilisieren, gleichzeitig Atrophie vorbeugen und die Muskelaktivität im betroffenen Gelenkbereich anregen.

Rollstuhl für Hunde

Es gibt auch eine pharmakologische Behandlung. Sie ist vor allem für ältere Tiere geeignet, bei denen die Dysplasie fortgeschritten ist und das Risiko einer Operation größer ist.

In diesen Fällen verabreicht man in der Regel entzündungshemmende Medikamente zur Schmerzlinderung.

Es ist außerdem üblich, letzteres mit Chondroprotektiva zu kombinieren, einem Nahrungsergänzungsmittel, das die Hydratation des Knorpels fördert und das Auftreten verschiedener Symptome verzögert.

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Schließlich kann auch eine Operation durchgeführt werden, bei der man verschiedene Verfahren zur Verbesserung des betroffenen Bereichs anwendet.

Eine sinnvolle Möglichkeit kann der vollständige Ersatz des Gelenkes durch eine Hüftprothese sein. Diese Lösung ist definitiv, aber auch mit großen Kosten verbunden.

Wie immer empfehlen wir, dass du die Beurteilung der Diagnose und der möglichen Behandlung durch deinen vertrauten Tierarzt durchführen lässt.

Zu den wichtigsten Aufgaben eines Hundebesitzers gehört die Kontrolle des Gewichts des Tieres sowie eine ausgewogene Ernährung. So kann eine Überbelastung der betroffenen Gelenke durch Übergewicht vermieden werden.

Du musst auch dafür sorgen, dass dein tierischer Liebling sich angemessen und regelmäßig bewegt. Mit all diesen Tipps kannst du die Krankheit vielleicht nicht vermeiden, aber du wirst deinem Hund trotz allem eine gute Lebensqualität ermöglichen.

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