Die häufigsten Komplikationen während der Trächtigkeit einer Hündin

Es ist immer wichtig, auf die Gesundheit deines Tieres zu achten. Doch während der Trächtigkeit einer Hündin musst du besonders intensiv für sie sorgen, um die Risiken zu vermeiden, die mit dieser sehr heiklen Phase verbunden sind.
Die häufigsten Komplikationen während der Trächtigkeit einer Hündin

Letzte Aktualisierung: 28. August 2021

Die Trächtigkeit eine Hündin ist eine der kritischsten Phase im Leben des Tieres. Daher ist eine ständige Überwachung ihres Gesundheitszustands unerlässlich. Während dieser zwei Monate können viele Situationen eintreten, die die Integrität des Fortpflanzungssystems der Hündin gefährden. Darüber hinaus können auch Notfälle auftreten, die das Leben der Hündin und der Welpen bedrohen. Aus all diesen Gründen möchten wir dir heute sagen, welche Notfälle während der Trächtigkeit einer Hündin auftreten können. Denn wie immer ist auch hier eine gute Vorbeugung die beste Behandlung.

Hypokalzämie während der Trächtigkeit einer Hündin

Dieser Abfall des Kalziumspiegels im Blut ist wahrscheinlich auf die Anreicherung dieses Nährstoffs in der Milch während der Laktation zurückzuführen. Wenn eine Hündin während der Trächtigkeit ein ernsthaftes Problem aufgrund ihres Kalziumspiegels bekommt, liegt das vermutlich daran, dass sie nicht ausreichend mit diesem Nährstoff versorgt wird.

Symptomatik

Ein Kalziummangel im Blut führt zu einer Abnahme der Zellmembranen, wodurch sich das Membranpotenzial verändert. Die ersten Symptome, die diese Pathologie hervorruft, sind Unruhe, Hecheln, Muskelkrämpfe und Hyperthermie. Wenn die Hündin nicht rechtzeitig behandelt wird, kommt es zu einem tetanischen Anfall (starre und kontinuierliche Kontraktion der Muskeln), der zum Tod führt.

Behandlung

Das kurzfristige Ziel besteht darin, die Kalziumkonzentration im Blut wieder auf ein normales Maß zu bringen. Zum Beispiel durch die intravenöse Verabreichung von speziellen Lösungen in einer Tierklinik oder Tierarztpraxis.

Allerdings hält die Wirkung dieser intravenösen Gabe nur wenige Stunden an, so dass eine kurzfristige Erhaltungstherapie erforderlich ist. Daher solltest du deiner Hündin am Ende der Trächtigkeit und während der Laktation eine Kalziumergänzung verabreichen, um Rückfälle zu verhindern.

Trächtigkeit einer Hündin

Hyperglykämie während der Trächtigkeit einer Hündin

Der Anstieg von Progesteron im Blut hat eine antagonistische Wirkung auf Insulin und begünstigt das Auftreten einer Hyperglykämie. Dadurch wird der Transport von Glukose in die Zellen verringert. Daher spricht man bei Hunden von Schwangerschaftsdiabetes.

Verlängerte Trächtigkeit

Wenn sich die Geburt verzögert, befürchten viele Besitzer eine ungewöhnlich lange Trächtigkeit. Aber in einigen Fällen ist diese Befürchtung unbegründet, denn die vermeintliche Verzögerung ist tatsächlich auf eine zeitliche Verschiebung zwischen dem Tag des Deckens und dem Tag der Geburt zurückzuführen.

Dennoch gibt es in bestimmten Situationen eine pathologische Erklärung. Zum Beispiel bei einer Hündin, die bei einer früheren Geburt eine Dystokie erlitten hat. Darüber hinaus gibt es Fälle, in denen die Besitzer glauben, dass ihre Hündin schwanger ist, obwohl bei der Hündin gar keine Trächtigkeit vorliegt.

Symptome und Behandlung

Wenn keine entsprechenden Symptome auftreten, sollte dies ein Hinweis darauf sein, dass eigentlich alles in Ordnung ist. Aber in den übrigen Szenarien treten die Folgen der Gebärmutterträgheit (Unfähigkeit der Gebärmutter, Kontraktionen auszulösen) auf.

Wenn die Hündin die Föten nicht richtig auswerfen kann, sterben sie in der Gebärmutter ab und beginnen sich zu zersetzen. Infolgedessen tritt eine schwerwiegende Infektion bei der Hündin auf, die einen anormalen und übel riechenden Ausfluss aus der Vulva hat.

Wenn Föten im Mutterleib zurückgeblieben sind, ist ein Kaiserschnitt die beste Behandlung, um Komplikationen bei der Hündin zu verhindern.

Dystokie – der schwerste Notfall, der während der Trächtigkeit einer Hündin auftreten kann

Eine Dystokie ist eine langsamere, mühsamere und schwierigere Geburt als üblich. In vielen Fällen gefährdet sie sowohl die Hündin als auch ihre Welpen. Vereinfacht gesagt, lässt sich die Dystokie wie folgt klassifizieren:

  • Nicht-obstruktiv, das heißt, aufgrund einer primären Uterusträgheit. Häufig bei Hündinnen mit einem sehr kleinen oder sehr großen Wurf. Darüber hinaus auch bei übergewichtigen Tieren oder Erstgebärenden.
  • Obstruktiv. In diesen Fällen ist die Gebärmutterträgheit sekundär, das heißt, sie ist auf eine extrauterine Ursache zurückzuführen. Dies kann mit der Rasse, früheren Verletzungen der Mutter oder sogar Verletzungen der Föten zu tun haben.

Symptomatik

Bei einer nicht-obstruktiven Dystokie sind die Symptome die einer verlängerten Trächtigkeit, mit der Besonderheit, dass die Wehen in der Regel eingesetzt haben. Das Problem ist, dass sie nicht weitergehen und die Hündin in der Dilatationsphase stecken bleibt.

Bei der obstruktiven Dystokie tritt die Hündin in die zweite Phase der Wehen (Austreibung) ein und kämpft weiter, aber ohne Erfolg. Wenn die Bemühungen des Tieres länger als 45 Minuten erfolglos bleiben, ist dies ein Zeichen dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist. Daher solltest auf jeden Fall einen Tierarzt aufsuchen.

Behandlung

Hündinnen mit primärer Uterusträgheit können positiv auf die Verabreichung von exogenem Oxytocin reagieren. Dieses Hormon ist bei normalen Geburten für die Auslösung von Gebärmutterkontraktionen verantwortlich. Wenn die Ursache jedoch nicht völlig klar ist, sollte der Zustand des Tieres und der Föten gründlich untersucht werden, bevor diese Behandlung durchgeführt wird.

Wenn eine Hündin viele Welpen erwartet und schwach ist, kann es besser sein, einen Kaiserschnitt vorzunehmen, da sie möglicherweise nicht imstande sein wird, die Wehen zu überstehen.

Bei Hündinnen mit obstruktiver Dystokie besteht das Hauptziel der Behandlung darin, die Obstruktion zu beseitigen:

  • Wenn die Obstruktion auf eine fetale Fehlhaltung zurückzuführen ist, kann sie durch gezielte Umlagerung der Föten korrigiert werden.
  • Wenn die Dystokie auf eine fetale oder mütterliche Anomalie zurückzuführen ist, kann es sein, dass eine Korrektur nicht möglich ist. Daher kann die Hündin keine reguläre Geburt haben. In diesem Fall ist ebenfalls ein Kaiserschnitt erforderlich.
Komplikationen während der Trächtigkeit einer Hündin

Wie du in diesem Artikel gesehen hast, können während der Trächtigkeit einer Hündin sehr vielfältige Komplikationen auftreten, die sehr unterschiedliche Ursachen haben können. Daher ist es wichtig, dass du bei jeder untypischen Situation während dieses heiklen Prozesses einen Tierarzt aufsuchst.

Es könnte dich interessieren ...
Ernährung einer trächtigen Hündin: 3 Tipps
Deine Tiere
Lies auch diesen Artikel bei Deine Tiere
Ernährung einer trächtigen Hündin: 3 Tipps

Bei einer trächtigen Hündin gibt es verschiedene Aspekte, die du beachten solltest, um sie und ihre heranwachsenden Welpen optimal zu versorgen.