Freiwillige Blutspende-Kampagnen für Tiere

Wenn wir an Blutspenden denken, assoziieren wir das meist mit der Humanmedizin. Doch das gibt es auch in der Tiermedizin. In diesem Artikel sprechen wir über Blutspendeaktionen für Haustiere.
Freiwillige Blutspende-Kampagnen für Tiere
Érica Terrón González

Geschrieben und geprüft von der Tierarzt Érica Terrón González.

Letzte Aktualisierung: 31. Dezember 2022

In letzter Zeit ist das Interesse an Bluttransfusionen in der Veterinärmedizin gestiegen, und viele Länder auf der ganzen Welt haben deshalb Blutbanken für Tierblutspenden eingerichtet. Dies hat auch zu einer zunehmenden Entwicklung im Bereich der Behandlung schwerkranker Tiere mit gespendetem Blut geführt.

Da sämtlliches Blut von gesunden Haustieren stammen muss, ist es dringend notwendig, stets neue Spender zu finden. Deshalb ist es so wichtig, engagierte Tierhalter*innen über die Möglichkeit, Hilfe zu leisten, zu informieren.

Transfusionen in der Veterinärmedizin im Laufe der Geschichte

Der Einsatz von Bluttransfusionen bei Tieren ist nicht gerade neu. Es gibt sie schon lange und man könnte sie sogar als den Ursprung der Transfusion in der Humanmedizin betrachten. 1665 führte der englische Arzt Richard Lower eine Transfusion bei zwei Hunden durch. Von da an gab es weitere Experimente wie dieses. Tatsächlich war es in Folge nur noch eine Frage der Zeit, bis man sich an ähnliche Experimente beim Menschen wagte.

Anfangs wurden Bluttransfusionen direkt vom Spender abgenommen und mit einem Antikoagulans versehen. Dann wurde das Blut dem Empfänger einige Stunden nach der Spende verabreicht.

Da heutzutage die Nachfrage konstant steigt und das Angebot begrenzt ist, arbeitet man daran, die Ressource Blut besser zu nutzen. Deshalb gibt es einen aktuellen Trend, nur noch die notwendigen Blutbestandteile zu verabreichen. Tierärzte und Tierärztinnen können zum Beispiel nur noch rote Blutkörperchen oder Plasma verabreichen.

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Freiwillige Blutspende-Kampagnen für Tiere

Auswahl von Haustieren für Tierblutspenden

Ähnlich wie beim Menschen sind nicht alle Tiere geeignete Kandidaten für eine Blutspende. Hier sind einige Überlegungen, die du berücksichtigen solltest, bevor du dein Haustier als Spender vorschlägst.

Tierblutspende: Spenderhunde

Hundespender müssen bestimmte Eigenschaften erfüllen, wie zum Beispiel:

  • Sie müssen bei guter Gesundheit sein.
  • Sie müssen mindestens 25 Kilogramm wiegen, damit das Blut in handelsüblichen Blutbeuteln für Menschen gelagert werden kann.
  • Viele Blutspende-Programme legen eine Altersgrenze zwischen einem und acht Jahren fest.
  • Die Hunde haben alle Impfungen erhalten, die ihrem Alter und dem Impfplan im jeweiligen Land entsprechen.
  • Sie werden zum Zeitpunkt der Spende nicht medizinisch behandelt, mit Ausnahme von vorbeugenden Medikamenten gegen Parasiten.

Am besten eignen sich Hunde, die während der Entnahme von alleine stillhalten können. Falls nötig, kann man sie aber auch leicht sedieren, was allerdings negative Folgen haben kann. Jeder Hund, der zuvor eine Transfusion erhalten hat, kann Antikörper gegen andere Blutgruppen als seine eigene entwickelt haben. Deshalb sind Tiere, die eine Bluttransfusion erhalten haben, als Spender nicht geeignet.

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Notwendige Tests vor der Blutspende

Es ist wichtig, folgende Tests vor der Blutspende durchzuführen:

  • Bestimme die Blutgruppe. Am häufigsten wird das “Hunde-Erythrozyten-Antigen” (DEA) zur Bestimmung der Blutgruppe verwendet.
  • Lasse ein allgemeines Blutbild erstellen und eine körperliche Untersuchung durchführen, um den Gesundheitszustand des Hundes zu überprüfen.

Einige Infektionskrankheiten können durch Bluttransfusionen übertragen werden. Dabei kann es sich um schwere Infektionen wie Leishmaniose oder Brucellose handeln. Deshalb ist es wichtig, sicherzustellen, dass potenzielle Spender frei von diesen Mikroorganismen sind.

Außerdem werden in Ländern wie Großbritannien Hunde, die ins Ausland gereist sind, als Spender ausgeschlossen. Dadurch reduziert sich die Notwendigkeit umfangreicher Tests auf Infektionskrankheiten stark.

Tierblutspende: Spenderkatzen

Die Anforderungen für Katzen sind denen für Hunde sehr ähnlich, mit einigen Unterschieden, die mit der Tierart zusammenhängen. Was das Gewicht angeht, reicht es zum Beispiel, wenn die Katze mehr als vier Kilogramm wiegt.

Neben der Bedeutung der Blutgruppe gibt es auch Bedenken wegen möglicher Infektionen. Ein Spenderzentrum führt zum Beispiel routinemäßige Tests durch, um Katzenleukämie oder Katzenimmunschwäche auszuschließen.

Da die Spender betäubt werden müssen und strenge Anforderungen an die Krankheitsvorbeugung gestellt werden, ist es schwierig, einen großen Pool von Katzenspendern zu bilden.

Die bedeutendsten tierärztlichen Zentren können eine Gruppe von krankheitsfreien Spenderkatzen aufnehmen. Nach einer gewissen Zeit werden diese Katzen dann als Haustiere vermittelt.

Freiwillige Blutspende-Kampagnen für Tiere

Tierblutspende: Dachtest du, das wäre nur etwas für Menschen?

Fachleute sagen, dass es bisher noch ein geringes Bewusstsein für Tierblutspenden gibt. Es könnte aber auch am mangelnden Zugang zu Informationen liegen. Dies ließe sich durch vermehrte Recherche im Internet sicherlich beheben.

Alle freiwilligen Spenden basieren auf dem Altruismus der Tierhalter*innen. Es entspricht zudem der Wahrheit, dass der Hund in der Regel als Belohnung für die Blutspende ein Leckerli oder ein Spielzeug bekommt.

Die Tierblutspende muss unbedingt mehr allgemeine Bekanntheit erlangen, denn du kannst nie wissen, wann dein treuer Begleiter einmal die Hilfe eines anderen Tieres benötigen wird.

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  • King L, Boag A. BSAVA manual of canine and feline emergency and critical care. 2nd ed.

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