Warum attackiert dein Hund Hühner und was kannst du dagegen unternehmen?

Wenn du in einer ländlichen Umgebung oder in einem Naturschutzgebiet lebst, hast du vielleicht festgestellt, dass dein Hund Hühner attackiert. Wenn du einige Tipps befolgst, die wir dir in unserem heutigen Artikel vorstellen wollen, kannst du dieses Verhalten vermeiden.
Warum attackiert dein Hund Hühner und was kannst du dagegen unternehmen?

Letzte Aktualisierung: 13. August 2021

Warum greift dein Hund Hühner an? In bestimmten Umgebungen, wie beispielsweise in ländlichen Gebieten, leben oft mehrere Tierarten zusammen. Wenn Hunde und Hühner zusammenleben, stellst du dir möglicherweise die Frage, wie du Probleme zwischen ihnen vermeiden kannst. Der Grund: Hunde sind die Räuber und Hühner potentielle Beutetiere für sie.

Es ist sehr wichtig, diesen Konflikt zu vermeiden. Denn die Verletzungen, die ein Hund einem Huhn zufügen kann, sind in der Regel schwerwiegend und können mitunter sogar tödlich sein. Wenn dein Hund Hühner angreift, die dir nicht gehören, können dir zudem auch rechtliche Konsequenzen drohen. Aus all diesen Gründen solltest du wissen, wie du deinem Hund dieses Verhalten abgewöhnen kannst.

Warum greift dein Hund Hühner an?

Der Jagdinstinkt von Hunden ist in der Regel die Ursache dafür, dass ein Hund Hühner angreift. Auch wenn er keinen Hunger hat, können diese Vögel den Jagdtrieb bei Hunden wecken.

Darüber hinaus neigt ein sehr territorialer Hund dazu, ein Gebiet zu verteidigen, das er als sein eigenes betrachtet. Wenn sich Hühner – oder andere Tiere – in diesem Territorium befinden, wird er diese angreifen oder versuchen, sie zu vertreiben. Selbst wenn der Hund den Hühnern keinen körperlichen Schaden zufügt, könnte dies dennoch ernsthafte Konsequenzen haben. Diese Vögel sind sehr stressempfindlich. Daher können sie aufgrund dieses Schocks sogar an einem Herzinfarkt sterben.

Warum greift ein Hund Hühner an? Hühner auf der Wiese.

So vermeidest du, dass dein Hund Hühner attackiert

An Orten, an denen viele verschiedene Arten leben und ständig neue hinzukommen, ist es unvermeidlich, dass Beute- und Raubtiere koexistieren. Zudem führt die Einführung neuer Tiere oft zu Konflikten bei hierarchisch organisierten Arten.

Wenn du mit deinem Hund an einem Ort lebst, an dem auch Hühner leben, und er anfängt, diese anzugreifen, dann solltest du einen guten Plan haben, um ihm dies schnellstens wieder abzugewöhnen. Zuerst einmal musst du ihn an die Anwesenheit dieser Vögel gewöhnen. Darüber hinaus musst du ihm beibringen, diese Tiere nicht zu belästigen oder zu attackieren. Nachfolgend findest du einige Tipps, die zu einer friedlichen Koexistenz der beiden Arten beitragen können.

Lange Spaziergänge

Wenn du regelmäßig mit deinem Hund lange Spaziergänge unternimmst und ihm die Möglichkeit gibst, bei zahlreichen Aktivitäten seine überschüssige Energie loszuwerden, wird er entspannter und gelassener auf andere Tiere reagieren. Insbesondere bei nervösen und leicht reizbaren Hunden ist es sehr wichtig, dass diese keine überschüssige Energie aufstauen. Denn dadurch kannst du vermeiden, dass das Tier aggressiv auf Hühner reagiert.

Bevor du mit dem Hundetraining beginnst, solltest du die Hühner in den Hühnerstall bringen

Hühner erkennen den Hund als Raubtier. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass sie vor ihm davonlaufen oder mit den Flügeln flattern, sobald ein Hund in ihrer Nähe auftaucht. Allerdings ist genau das die perfekte Einladung für einen Hund, die Hühner zu jagen. Wenn du diese Situation vermeiden möchtest, solltest du die Hühner ganz einfach in den Stall sperren, bevor dein Hund den Garten betritt.

Sobald sich dein Hund – der bereits viel Energie während des vorangegangenen Spaziergangs verbraucht hat – in der Nähe des Hühnergeheges befindet, solltest du ihn dazu auffordern, sich hinzusetzen und ruhig zu bleiben. Dann lässt du die Hühner ganz ruhig aus dem Stall. Wenn dein Hund auf die Hühner reagiert, forderst du ihn unverzüglich dazu auf, ruhig zu bleiben. Wenn dein Hund ruhig bleibt, solltest du ihn natürlich mit einer Leckerei belohnen.

Wenn dein Hund Hühner attackiert: Sorge dafür, dass sich ein Zaun zwischen ihnen befindet

Wenn du die Begegnungen zwischen Hund und Hühnern noch etwas sicherer gestalten möchtest, solltest du dafür sorgen, dass sich ein Zaun zwischen deinem Hund und den Hühnern befindet. So können sich die Hühner bei Gefahr in Sicherheit bringen. Darüber hinaus kann dein Hund ihre Witterung aufnehmen. Außerdem kann er sich an ihren Geruch gewöhnen, ohne die Hühner dabei zu gefährden.

Wenn dein Hund in dieser Situation gar nicht oder nicht aggressiv auf die Hühner reagiert, folgt die nächste Phase. Nun kannst du mit ihm den Hühnerstall betreten und dort mit dem Training fortfahren. Wenn du dir nicht sicher bist, wie er sich dabei verhalten wird, solltest du ihn an die Leine nehmen.

Konsequenz ist sehr wichtig

Natürlich funktioniert dieses Training nicht über Nacht. Dennoch musst du nicht die Hoffnung aufgeben. Wenn du deinem Hund konsequent und ruhig Kommandos gibst und ihn ebenso ausdauernd zur Ruhe bringst, wirst du erfolgreich sein. Dein Hund wird lernen, dass er die Hühner nicht angreifen darf. Außerdem haben auch die Hühner so ausreichend Zeit, um sich an die Anwesenheit des Hundes zu gewöhnen.

Was du keinesfalls tun solltest, wenn dein Hund Hühner angreift

Grundsätzlich ist Bestrafung niemals eine geeignete Methode zur Verhaltensänderung. Wenn du deinen Hund anschreist oder ihm durch andere aggressive Verhaltensweisen Angst einflößt, führt dies nur zu einer Verunsicherung des Tieres. Wenn du dich umdrehst, wird er ziemlich sicher genau das Gegenteil von dem tun, was du beabsichtigt hast. Darüber hinaus kann diese Art der Erziehung auch zu aggressiven Verhaltensweisen führen.

Darüber hinaus musst du bei all dem auch darauf achten, dass die Hühner so wenig Stress wie möglich erleiden. Sie zur Flucht zu animieren, wenn sich ein Hund oder ein anderes Raubtier nähert, ist allerdings ebenfalls keine Option. Denn hierbei besteht die Gefahr, dass die Hühner verschiedene daraus resultierende gesundheitliche Probleme entwickeln.

Ein Hund und eine Henne friedlich nebeneinander.

Wenn du beim Training geduldig und konsequent bist, können alle Tierarten in Harmonie und Frieden miteinander leben. Solange du die Tiere mit allem versorgst, was sie für ein gesundes Leben benötigen, können sie durchaus sehr friedlich miteinander koexistieren. Du wirst überrascht sein, wie gut das funktionieren kann!

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  • Schöning, B. (2011). Guía práctica del comportamiento del perro. Editorial HISPANO EUROPEA.
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