Der wundersame rosa Amazonasdelfin

11. Oktober 2018
Je nachdem, wo diese Tierart lebt, hat sie eine andere Färbung. Sie verhält sich auch schüchterner Menschen und unbekannten Situationen gegenüber als ihre Artgenossen, die sich in den Weltmeeren tummeln.

Der sagenumwobene rosa Amazonasdelfin ist wirklich ein wunderschönes Tier, das Aufmerksamkeit erregt. Er ist eine der wenigen Arten von Meeressäugetieren, das in Flüssen lebt.

Zweifellos ist es seine charakteristische Färbung, die ihn so anziehend macht. Heute möchten wir dir mehr über dieses außergewöhnliche Tier berichten.

Merkmale des rosa Amazonasdelfin

Auch Boto genannt, handelt es sich beim rosa Amazonasdelfin um ein Meeressäugetier von etwa 2.5 m Länge und 185 kg Gewicht. Dies trifft auf erwachsene Männchen zu.

Es gibt große Unterschiede bei den Geschlechtern, die sofort auffallen, denn Weibchen sind nur halb so groß und schwer.

Sein auffälligstes Merkmal ist die rosa Hautfärbung, die jedoch nicht immer den gleichen Farbton hat. Jungtiere werden nämlich grau geboren. Ihre Haut erhellt sich, wenn sie die Geschlechtsreife erlangen.

Männchen sind meist heller als Weibchen, doch das hängt von der Hauttransparenz, ihrem Umfeld und der Temperatur ab, in der sie sich befinden.

Die Schnauze des Amazonasdelfin ist lang und hat scharfe, spitze Zähne, mit denen er seine Beutetiere fängt und zermalmt.

Er muss hin und wieder zum Atmen auftauchen. Dann kommt er an die Wasseroberfläche und spritzt einen bis zu zwei Meter hohen Wasserstrahl aus seinem Atemloch.

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Wo lebt der Amazonasdelfin eigentlich?

Lebensraum und Ernährungsgewohnheiten des rosa Amazonasdelfin

Der Amazonasdelfin lebt nicht nur im Amazonas-Fluss, sondern auch in anderen Süßwassergebieten Südamerikas. Man findet ihn ebenfalls in den Flüssen Tapajós, Madeira, Xingú und Orinoco.

Er bevorzugt angrenzende Flussgebiete und je nach Jahreszeit kann man ihn auch in Überschwemmungsgebieten vorfinden. Während der Regenzeit vergrößert sich sein Lebensraum.

Männliche Exemplare schwimmen gerne in den hauptsächlichen FlussarmenWeibliche Delfine und Jungtiere halten sich am liebsten in Überschwemmungsgebieten auf. Dort sind die Gewässer stiller.

Dadurch fällt es ihnen leichter, zu stillen, sich auszuruhen oder Nahrung zu besorgen.

Sie ernähren sich von unterschiedlichen Fischarten, wie zum Beispiel Seebarschen und Piranhas. Die Form ihrer Schnauze erlaubt es ihnen nicht, Flussschildkröten oder Krebse zu jagen.

Sie jagen entweder frühmorgens oder am Nachmittag. Täglich nähern sie sich Fischschwärmen an, um sich zu ernähren.

Merkmale des rosa Amazonasdelfin

Fortpflanzung und Gewohnheiten des rosa AmazonasdelfinS

Diese Delfinart ist ein Einzelgänger. Wenn sie Gruppen bilden, dann tolerieren sie meist nicht mehr als vier Mitglieder.

Häufig sieht man allerdings Mutter-Kind-Paare. Während der Regenzeit sind die Tiere getrennt. Ist diese vorüber, dann kann man oft mehrere Exemplare zusammen beobachten.

Der Amazonasdelfin ist nicht so gesellig und verspielt wie seine Artgenossen, die die Weltmeere bewohnen. Er hat große Angst vor unbekannten Gegenständen und auch vor Menschen.

Er schwimmt sehr langsam und lässt sich nicht gerne trainieren. Die meisten Tiere, die gezwungen wurden, in Gefangenschaft zu leben, starben schnell.

Weibchen werden nach dem sechsten Lebensjahr geschlechtsreif. Männchen erreichen die Geschlechtsreife hingegen wesentlich später.

Die Tiere paaren sich während der Trockenzeit und Weibchen tragen ihren Nachwuchs für 11 Monate aus. Jungtiere bleiben ein Jahr bei ihren Müttern. Diese können sich nach zwölf Monaten dann wieder fortpflanzen.

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Die Legende vom rosa Delfin

Laut des Volksglaubens der Amazonasbevölkerung gibt es verschiedene Legenden. Manche behaupten, dass eine ertrunkene Person im Körper des Amazonasdelfin steckt.

Andere wiederum wollen wissen, dass der Delfin sich an Vollmondnächten in einen Mann verwandelt. Der möchte die Frauen verführen, um sich fortzupflanzen.

Man warnt junge Frauen deshalb davor, ganz vorsichtig zu sein, wenn sie einen weiß-bekleideten Jüngling sehen. Dabei handele es sich nämlich um einen Delfin, der menschliche Form angenommen hat.

 

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