Die Asiatische Hornisse - alles Wissenswerte

28 Mai, 2020
Die Asiatische Hornisse kam in erst im Jahr 2004 nach Europa und breitet sich bei uns seither sehr schnell aus. Erfahre mehr über diese invasive Spezies.
 

Die Asiatische Hornisse kam im Jahr 2004 nach Europa und gelangte im Jahr 2010 über die Pyrenäen nach Spanien. Seither breitet sie sich immer weiter in Europa aus. Da es sich um eine invasive Tierart handelt, versucht man, sie zu bekämpfen, um die einheimische Fauna zu schützen.

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ist, wie der Name schon sagt, eine Hornissenart, die in Südostasien vorkommt. Es ist jedoch bekannt, dass sie sich zu einer der gefährlichsten invasiven exotischen Arten entwickelt hat.

Die Asiatische Hornisse

Wie andere Hornissen ernährt sich die Velutina hauptsächlich von Insekten. Besonders Bienen stehen ganz oben auf ihrem Speiseplan. Daher stellt diese Hornissenart eine enorme Gefahr für unser heimisches Ökosystem dar, denn bisher waren Bienen nicht von Hornissen bedroht.

Die Asiatische Hornisse wird dreimal so groß wie die europäischen Hornissen. Auch sie haben eine Königin und Tausende von Arbeitern. Die Asiatischen Hornissen bauen ihr Nest auf Bäumen, aber auch in Gebäuden, wo sie für Menschen gefährlich sein können.

Die Nester sind kugelförmig und an der Seite befindet sich normalerweise ein Ausgang, über den bis zu 2.000 Hornissen ein- und ausfliegen. Im Nest leben die Larven, die die wahren Konsumenten der Insekten sind: 84% ihrer Nahrung besteht aus Bienen.

Asiatische Hornisse auf einer Blüte
 

Eine erwachsene Asiatische Hornisse ernährt sich von Nektar und reifen Früchten. Diese Tiere stehen auf dem Speiseplan einiger Raubtiere in Europa. Der Würger, der Habichtartige sowie der Bienenfresser sind ihre natürlichen Feinde.

Wie verteidigen sich die Bienen gegen diese Hornissen?

Europäische Bienen haben noch nie mit diesen Tieren gelebt. Allerdings haben die asiatischen Bienen tatsächlich eine Strategie entwickelt, um sich gegen diese Tiere zu wehren, da sie seit Tausenden von Jahren mit der asiatischen Hornisse leben.

Die Strategie der Bienen ist folgende: sie kreisen die Asiatischen Hornissen in großer Zahl als Schwarm ein. Dies führt dazu, dass sich die Temperatur erhöht und gleichzeitig der Sauerstoffgehalt um die Hornissen sinkt. Das führt letztendlich zu ihrem Tod. Die Bienen überleben, da sie höheren Temperaturen standhalten können.

Es konnte beobachtet werden, dass sich dieses Verhalten langsam auch bei europäischen Bienen verbreitet. Dennoch wird befürchtet, dass sich die Asiatische Hornisse zu einer der größten Bedrohungen für europäische Bienenpopulationen entwickeln könnte.

Da Bienen die wichtigsten Bestäuber unserer Pflanzen sind, hätte ihr Aussterben für uns katastrophale Folgen.

Hornissennest
 

Ist die Asiatische Hornisse gefährlich für Menschen?

Obwohl man nicht in Panik geraten sollte, ist es wahr, dass die Asiatische Hornisse bestimmte Gefahren für den Menschen mit sich bringt. Dennoch sind diese vergleichbar mit den Gefahren durch die europäische Hornisse. Beide Arten fliehen lieber, als dass sie angreifen.

Wenn diese Tiere angreifen, dann verteidigen sie meistens ihr Nest. Daher besteht eine gewisse Gefahr, wenn du Bäume schneidest oder unbeabsichtigt auf ein Nest trittst, das auf dem Boden liegt.

Grundsätzlich haben beide Arten das gleiche Gift im Stachel. Allerdings gibt die Asiatische Hornisse bei einem Stich eine größere Menge ihres Giftes ab.

Wenn du allergisch auf dieses Gift bist oder mehrere Stiche gleichzeitig bekommst, solltest du daher unbedingt einen Arzt aufsuchen. Ein allergischer Schock kann unter Umständen sogar zum Tod führen.

Warum ist die Asiatische Hornisse in Europa?

Die Asiatische Hornisse gelangte im Jahr 2004 auf einem Frachter, der nach Frankreich gebracht wurde, nach Europa. Im Jahr 2010 wurde sie erstmals in Spanien gesichtet.

Anschließend hat sie sich durch das Baskenland, Galizien, Asturien, Kantabrien, Katalonien und sogar auf Mallorca ausgebreitet. Gleichzeitig hat sie sich auch nach Deutschland ausgebreitet und wurde zwischenzeitlich sogar in Hamburg beobachtet.

Diese Tierart wurde von der EU-Kommission in die Gruppe der 66 Top-Gefährder eingestuft, als „gebietsfremde, invasive Art von unionsweiter Bedeutung“. Der Grund hierfür ist die Bedrohung der heimischen Honigbienen.

 

Da die Asiatische Hornisse offensichtlich sehr widerstandsfähig ist, hoffen wir, dass sich unsere Bienen möglichst schnell an diese neuen Bedrohung anpassen und sich erfolgreich zur Wehr setzen können.