Warum der Hund sich gern im Dreck wälzt

25. August 2019
Wie kommt es dazu, dass unsere Vierbeiner es derart genießen, sich in Dreck und Schlamm zu wälzen?

Solltest du einen vierbeinigen, bellenden Mitbewohner haben, so kennst du diese Situation bestimmt. Gerade lauft ihr noch zusammen über eine grüne Wiese und fünf Minuten später kommt er total verschlammt zurück und stinkt nach Kot oder den Resten toter Tiere. Wie kommt es bloß dazu, dass ein Hund sich gern im Dreck wälzt?

Warum der Hund sich gern im Dreck wälzt: es ist ein ganz normales Verhalten unserer Fellnasen

Sauberer Hund wird gestreichelt

Zuerst musst du verstehen, dass es ganz normal und natürlich ist, dass ein Hund sich gern im Dreck wälzt. Dass dir dies vermutlich widerlich vorkommt, das ist seiner Ansicht nach dein Problem, nicht seines. Du kannst ihn dafür also weder ausschimpfen noch bestrafen.

Denke immer daran, dass dein Haustier ein Hund und kein Mensch ist. Es handelt sich einfach um zwei verschiedene Spezies. Gerate also nicht in die Versuchung, ihn zu vermenschlichen und mit deinen Maßstäben von Hygiene und Verhalten zu messen.

Schließlich bestraft er dich ja auch nicht für jene Dinge, die du tust und die ihm wirklich komisch erscheinen. Du legst dir beispielsweise Parfüm auf, das seiner Nase überhaupt nicht gefällt und ganz schön stark für ihn stinkt. Warum solltest du ihn also für seine bevorzugten Duftnoten bestrafen, die einfach nur anders als deine sind?

Dass ein Hund sich gern im Dreck wälzt, ist vollkommen normales Verhalten. Anstatt ihn dafür auszuschimpfen solltest du besser versuchen zu verstehen, was dieses Verhalten motiviert.

Um Hunde zu verstehen, muss man ihre Vorfahren, die Wölfe genauer beobachten

Laut Experten in Tierverhalten gibt es verschiedene Gründe, warum ein Hund sich gern im Dreck wälzt. 

Zu allererst darf man nicht vergessen, dass unsere treuen Gefährten von den Wölfen abstammen. Es scheint zwar auf den ersten Blick nicht so, doch es stimmt, dass sie immer noch genetische Spuren ihrer Vorfahren in sich tragen. Dazu gehört auch der berühmte Jagdinstinkt.

Hunde sind zwar domestiziert und brauchen ihr Futter nicht mehr zu jagen, doch in ihrem Verhalten findet man immer noch Spuren des Jägerinstinktes. Sie jagen beispielsweise einem Ball hinterher, oder bringen uns einen Vogel, den sie als Beutetier ergattert haben.

Unser Lesetipp: Wie findest du heraus, ob dein Hund ein Jagdhund ist?

Das genetische Erbmaterial ist ein Grund dafür, warum ein Hund sich gern im Dreck wälzt

Dieser Jagdinstinkt, den unser Haushund vom Wolf vererbt bekam, ist ebenfalls ein Grund dafür, dass er sich so gerne in Dreck und Schlamm, Müll oder anderen für uns widerlichen Dingen sudelt.

Ein guter Jäger braucht eben einfach eine gute Tarnung. Wenn ein Hund also seinen eigenen Körpergeruch versteckt, dann nimmt ihn sein Beutetier nicht so leicht wahr.

Wölfe – die Vorfahren unserer geliebten Fellnasen – benutzen diese Taktik: sie verschleiern ihren Geruch durch andere, stärkere, damit die Beutetiere sie nicht schon von weit weg riechen und fliehen können.

Überdecken sie ihren eigenen Geruch, so sind sie außerdem auch sicherer vor anderen Raubtieren, die ihnen gefährlich werden könnten.

Weitere Motive, aus denen dein Hund sich gern im Dreck wälzt

Wölfe wälzen sich außerdem auch im Dreck, um ihrem Rudel durch den Geruch, den sie dabei annehmen, etwas mitzuteilen. Zum Beispiel:

  • Der Ort, an dem die Beute sich befindet,
  • eine Warnung oder
  • eine Entdeckung.

Es kann sich hierbei ebenfalls um territoriales Verhalten handeln, da diese Tiere Geruchsdrüsen haben. Sie nehmen also nicht nur den Geruch ihres Umfelds auf, sondern hinterlassen auch ihren Geruch an dem Ort, an dem sie sich wälzten. Das ist gerade so, als wollten sie sagen: „Ich war hier zuerst.“

Diese Verhaltensweisen der Wölfe leben in unseren Hunden weiter.

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Auch wir Menschen sind daran schuld, dass Hunde sich gern im Dreck wälzen

Hund am Strand

Doch abgesehen von diesen genetischen Erbfaktoren, tragen auch wir Menschen die Schuld daran, dass ein Hund sich gern im Dreck wälzt. Erneut geht es hierbei um unseren Fehler, dass wir Hunde immer wieder vermenschlichen wollen.

Wenn dieses typische Verhalten von Hunden dich stört, dann findest du es bestimmt um so schlimmer, wenn dein Hund dies kurze Zeit tut, nach dem du ihn gebadet und frisch parfümiert hast.

Vielleicht kannst du es nur schwer nachvollziehen, doch gerade wegen des Bades ist dein Hund abgehauen, um sich kurz darauf im Dreck zu suhlen. Für unsere Nasen sind die Hundeshampoos zwar möglicherweise angenehm, doch für die feinen Riecher unserer Vierbeiner ist das ganz anders. Sie finden, dass es sich um widerlichen Gestank dabei handelt.

Sei also geduldig mit deinem vierpfotigen Freund und ärgere dich nicht über ihn. Versuche, ihn zu verstehen und achte beim nächsten Bad darauf, dass der Geruch der Seife nicht gar so unangenehm für ihn ist, damit er nicht auf die Schlamm-Taktik zurückgreifen muss.