Warum du keine Wildtiere als Haustiere halten solltest

Die Haltung von Wildtieren als Haustiere ist illegal. Diese Tiere stellen aber nicht nur eine Gefahr für den Menschen dar. Mindestens genauso bedeutsam ist, dass den Tieren selbst ein irreparabler Schaden zugefügt wird, weil sie sich nicht artgerecht in ihrem natürlichen Lebensraum entwickeln können. Hier sind die Gründe, warum du keine Wildtiere zu Hause halten solltest!
Warum du keine Wildtiere als Haustiere halten solltest

Letzte Aktualisierung: 01. Juli 2021

Wildtiere als Haustiere zu halten ist grausam und zudem illegal. Viele Arten sind wunderschön und ihre faszinierenden Eigenschaften ziehen die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich. Allerdings gibt es heutzutage unzählige Vögel, Säugetierarten, Fische und Reptilien, die fernab ihres natürlichen Lebensraumes leben müssen. Und dies aus nur einem einzigen Grund: Damit sich einige Menschen an ihrer Schönheit erfreuen können.

Wenn jemand Wildtiere als Haustiere hält, besteht das größte Problem darin, dass der Besitzer diesen Tieren niemals die gleichen Bedingungen bieten kann, wie jene, die sie in ihrem natürlichen Lebensraum vorfinden würden. Du kannst einem Wildtier nie das Jagen beibringen. Darüber hinaus kannst du es auch nicht mit der Nahrung versorgen, die es für seine artgerechte Entwicklung benötigt. Mit anderen Worten, jedem Wildtier in dieser Art der Gefangenschaft wird letztendlich systematisch ein Stück seines Lebens geraubt, obwohl es noch am Leben ist.

Welche Tiere bezeichnet man als Wildtiere?

Wildtiere sind alle Arten, die man unter keinen Umständen zähmen oder gar domestizieren kann. Sie leben und gedeihen in ihrem natürlichen Lebensraum und wenn Sie aus diesem entfernt werden, könnte dies ihren Tod bedeuten. Gleiches gilt auch für die Menschen, die sich um diese Tiere kümmern, denn der Umgang mit Wildtieren kann sehr gefährlich sein.

Trotz all dieser Gefahren gibt es zahlreiche Wildtiere, die als Haustiere gehalten werden. Darunter Schlangen, Papageien, Leguane, Schildkröten und Otter. Aber auch Tiger und verschiedene Primatenarten wurden schon in Gefangenschaft gehalten und dies in den allermeisten Fällen mit katastrophalen Folgen – es sei denn, sie wurden in einem Naturschutzreservat untergebracht.

Es ist verboten, Wildtiere als Haustiere zu halten.

Die Gründe, warum du keine Wildtiere als Haustiere halten solltest

Nachfolgend erläutern wir dir die verschiedenen Gründe, warum Wildtiere nicht als Haustiere gehalten werden können.

Sie verlieren weder ihren natürlichen Instinkt noch die angeborene Aggressivität

Wie wir bereits erwähnt haben, bleiben Wildtiere stets wilde Tiere und sie lassen sich auch nicht zähmen. Wenn jemand ein junges Wildtier “adoptiert” oder kauft, denkt er vermutlich, dass das Tier nicht aggressiv werden wird, wenn es älter ist, weil es ja keinen Kontakt zu seinen Eltern in seinem natürlichen Lebensraum hatte.

Allerdings ist dies ein großer Irrtum, denn in einer bedrohlichen Situation wird das Tier instinktiv reagieren. Daher könnte es sich durchaus auch aggressiv verhalten. Tatsächlich gibt es viele dokumentierte Fälle, bei denen Primaten die Mitglieder ihrer menschlichen “Familien” angegriffen haben. Du darfst nicht vergessen, dass der genetische Code nicht verloren geht, auch wenn die Umwelt durchaus eine grundlegende Rolle bei der Entwicklung spielt.

Das bekannteste Beispiel dafür war der Fall von Charla Nash**, die durch den wütenden Angriff des Schimpansen ihrer Freundin schwer verletzt wurde. **Achtung, dieser Link beinhaltet Bilder, die für manche Leser verstörend oder beunruhigend sein könnten!**

Das Tier war erst 3 Tage alt, als es auf einer Schimpansen-Farm gekauft wurde. Nachdem es 14 Jahre lang bei seiner Familie gelebt hatte, verlor es bei einem für das Tier verwirrenden und irritierenden Ereignis die Kontrolle, was schließlich zu diesem schrecklichen Angriff führte.

Warum du keine Wildtiere als Haustiere halten solltest: Sie können Krankheiten übertragen

Wilde Tiere leben gewissermaßen unter natürlichen Bedingungen und daher sind sie unzähligen Bakterien und Krankheiten ausgesetzt, die dem Menschen unbekannt sind. Aufgrund dessen wurde der Handel mit gefährdeten Arten im Jahr 1973 auch gesetzlich verboten. Dieses Gesetz wurde erlassen, weil nachgewiesen wurde, dass Wildtiere bestimmte Krankheiten übertragen, was nicht nur für die jeweiligen Tierhalter schwerwiegende Folgen haben kann.

Tatsächlich wurden, wie aus Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervorgeht, verschiedene Pandemien durch engen Kontakt zwischen Wildtieren und Menschen verursacht.

Wenn du Wildtiere als Haustiere hältst, finanzierst du damit den Schmuggel gefährdeter Arten

Laut UN-Umweltprogramm stellt der illegale Handel mit Wildtieren eine echte Gefahr für die Artenvielfalt und die Ökosysteme der Erde dar. Darüber hinaus geht aus diesem Dokument hervor, dass in Asien mehr Tiger in Gefangenschaft als in ihrem natürlichen Lebensraum leben. Dies ist in einer Gesellschaft, die für den Erhalt von Lebewesen und Arten kämpft, vollkommen inakzeptabel.

Das größte Risiko beim Fang von Wildtieren ist der Schaden, der durch die illegalen Jäger verursacht wird. Bei Primaten werden viele Babys ihren Müttern entrissen, welche dann bei der Verteidigung ihrer Jungen sterben. Der Kauf von Wildtieren trägt daher direkt dazu bei, dass diese Praktiken weiterhin fortgeführt werden.

Sie verlieren die Chance, sich in ihrem natürlichen Lebensraum artgerecht zu entwickeln

Wenn du ein Wildtier kaufst und es außerhalb seiner natürlichen Umgebung aufziehst, beraubst du es der Möglichkeit, bei seinen Eltern aufzuwachsen und artspezifische Verhaltensweisen zu erlernen. So sehr man sich auch bemühen mag, den natürlichen Lebensraum bestmöglich nachzuahmen, für uns Menschen ist es schlichtweg unmöglich, diesen Tieren das Jagen, das Verhalten in einer Herde und andere artspezifische Verhaltensweisen beizubringen.

Wildtiere als Haustiere: Du musst wissen, dass du wilde Tiere nicht zähmen kannst

Die Domestizierung einer Art kann Jahrhunderte dauern. Denke nur an Katzen und Hunde, sie waren einst ebenfalls wilde Tiere. Obwohl sie heute domestiziert sind, kannst du bei streunenden und wilden Tieren nach wie vor ein völlig wildes Verhalten beobachten. Dies geschieht, weil ihr Instinkt über ihre Indoktrination siegt. Noch einmal sei angemerkt, dass ihr Genom nie vergessen wird.

Wildtiere als Haustiere zu halten, könnte ihren Tod bedeuten

Bei Wildtieren können zwei tödliche Phänomene auftreten. Das erste tritt auf, wenn das Tier aus seinem Lebensraum entnommen wird. Wenn ein Lebewesen in eine vollkommen fremde Umgebung eingeführt wird, kann diese unvermittelte Veränderung potenziell tödlich sein.

Wenn Tierhalter feststellen, dass sie mit der Pflege eines Tieres nicht zurechtkommen, verlassen viele von ihnen ihre Tiere oder setzen sie einfach irgendwo aus. Denke nur an die vielen Katzen und Hunde, die Jahr für Jahr ein solches Schicksal erleiden. Aber wenn dies einem wilden Tier angetan wird, sind die Folgen für das Ökosystem noch weitaus gravierender. Das Tier könnte sterben. Darüber hinaus könnte es zudem auch zu einem Schädling oder einer invasiven Art werden, sofern sich noch ein weiteres Exemplar seiner Art in der freien Natur bewegt.

Aus diesem Grund muss ein Tier, das wegen illegaler Adoption durch den Menschen beschlagnahmt wird, auch erst einmal einem langwierigen Rehabilitationsprozess unterzogen werden. Leider ist dieser Prozess häufig nicht erfolgreich. Infolgedessen kann das Tier dann auch nicht mehr in seinen natürlichen Lebensraum zurückkehren.

Wildtiere als Haustiere zu halten ist illegal

Wir möchten an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass die Haustierhaltung wilder und gefährdeter Tiere illegal ist. Dies wurde im Jahr 1973 im Washingtoner Artenschutzübereinkommen, dem Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES), festgelegt.

Momentan gibt es Sondergenehmigungen für die Fortpflanzung bestimmter exotischer Arten. Wenn du also wirklich ein Wildtier als Haustier halten möchtest, musst du dies im Rahmen des Gesetzes tun. Denn auf diese Weise kannst du sicherstellen, dass das Tier die erforderlichen Impfungen erhalten hat und kein Risiko für die Gesellschaft darstellt.

Dennoch führen die hohen Kosten und die damit verbundene Prozedur sowie die Schwierigkeiten beim Kauf verschiedener Arten dazu, dass viele Menschen stattdessen auf illegale Netzwerke zurückgreifen.

Was du tun kannst, um zu verhindern, dass Menschen Wildtiere als Haustiere halten

Für echte Tierliebhaber ist es absolut keine Option, ein wildes Tier als Haustier zu halten. Wenn du in deinem Umfeld diesbezüglich etwas Verdächtiges bemerkst, solltest du dies umgehend den Behörden melden. Vielleicht musst du dich zunächst erkundigen, welche Institutionen in deinem Land für die Entgegennahme derartiger Meldungen zuständig sind. Aber dennoch solltest du nicht zögern und diese Menschen beim Namen zu nennen. Sie handeln nicht aus Tierliebe, sondern lediglich aus egoistischen Motiven.

Darüber hinaus solltest du auch in deinem Umfeld das Bewusstsein für diese Thematik schärfen. Erkläre deiner Familie, deinen Freunden und Kollegen die Risiken, die mit der Haltung von Wildtieren verbunden sind. Alles beginnt bei uns selbst, daher ist die Sensibilisierung immer der erste Schritt zur Veränderung.

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Wilde Tiere sind keine Haustiere

Wenn du Tiere wirklich liebst, kannst du dies am besten demonstrieren, indem du sie in ihrem natürlichen Lebensraum und in Freiheit bewunderst. Das Leben in Gefangenschaft hat schwerwiegende Folgen für Wildtiere. Neben den bereits beschriebenen Konsequenzen können die Tiere zudem unter Depressionen und Angstzuständen leiden. Auch dies sollte jeden davon überzeugen, dass die Haltung von Wildtieren als Haustiere schlichtweg überhaupt keine Option darstellt.

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  • La OMS pide más estudios y datos sobre el origen del SARS-CoV-2 y reitera que todas las hipótesis siguen abiertas. OMS. 2021.
  • ¿Qué estamos haciendo para poner fin al tráfico ilegal de vida silvestre? ONU. 2020.
  • Bertonatti, Claudio & Aprile, Gustavo. (1996). Manual sobre Rehabilitación de Fauna.