Die Domestizierung der Schweine

Die Domestizierung der Schweine ist eine der interessantesten, wenn es um Nutztiere geht.
 

Die Domestizierung der Schweine begann vor 13.000 Jahren.  Asiatische Schweine wurden in Europa eingeführt, wo sie mit Wildschweinen gekreuzt wurden

Die Domestizierung dieser Tiere ist ein sehr interessantes Thema. Die Beziehung zwischen Schweinen und Menschen geht Tausende von Jahren zurück. Man glaubt, dass sie in zwei verschiedenen Regionen erfolgte.

Das Schwein ist sehr intelligent, obwohl es, wie andere Nutztiere, wenig erforscht wurde. Es gehört zu den intelligentesten Tieren der Welt. Es hat auch interessante Verhaltensweisen, wie zum Beispiel die Tatsache, dass siees vor dem Abferkeln Nester baut.

Die Domestizierung der Schweine

Vor 13.000 Jahren begann die Domestizierung von Schweinen in Anatolien und vermutlich vor rund 8.000 Jahren auch im Mekong-Tal, so wie dies beispielsweise auch bei Schafen der Fall war.

Lesetipp: Die 8 beliebtesten Truthahn-Rassen

Manche Forscher glauben, dass dieses Nutztier auch in Europa domestiziert wurde, doch es konnte nachgewiesen werden, dass ein Großteil der Schweine in Europa noch immer asiatische Gene hat. Das asiatische Schwein wurde also höchst wahrscheinlich in Europa eingeführt und mit Wildschweinen gekreuzt.

Eine kürzlich durchgeführte Studie hat die Gene von mehr als 600 Schweinen in Asien und Europa analysiert und ist zu dem Schluss gekommen, dass sich die DNA europäischer Schweine DNA aus vielen verschiedenen Populationen zusammensetzt.

 

Schweine sind sehr anpassungsfähig, da sie Allesfresser sind. Sie können sich deshalb an unterschiedlichen Orten wohlfühlen. Ein Beispiel dafür sind die Schweine auf dem Chiloé-Archipel, die sich von Algen und Mollusken ernähren.

Schweinestall
Die Verbreitung

Die Ankunft des Schweins in Amerika erfolgte erst viel später, und ist Forschern wie Eduardo de Soto zu verdanken.

Interessanterweise wurde dieses Tier durch die Domestizierung zu einer invasiven gebietsfremden Art, als sie ihren Ställen entkamen. Sie passten sich an das Ökosystem an, was Auswirkungen auf die amerikanischen Ureinwohner hatte.

Es gibt mehrere amerikanische Staaten, in denen man Wildschweine, sowie Wildschweinhybride, die viele Probleme verursachen, jagt.

Ihre erfolgreiche Vermehrung hat dazu geführt, dass es weltweit eine Milliarde Schweine gibt. In China zählt man 454 Millionen, in den Vereinigten Staaten 59 Millionen und in Spanien 23 Millionen.

Schwein

Kuriositäten über Schweine

  • Das Schwein wurde hauptsächlich für sein Fleisch verwendet, aber es gab Orte, wo es für die Herstellung von Werkzeug, Bürsten oder sogar Schilden verwendet wurde.
  • In einigen Gegenden wie China oder Indien wurden diese Tiere mit menschlichen Exkrementen und Speiseresten durch die sogenannten Pig-Toilets gefüttert.
  • Schweine sind ganz besondere Tiere und sind dank einer Mutation ebenso wie Igel oder Mangusten immun gegen Schlangengift. Diese Mutation in einem Rezeptor führt dazu, dass das Neurotoxin vieler Schlangen die Zielzellen nicht angreifen kann.
  • Neben Flusspferden sind Schweine die einzigen Paarhufer, die nicht zu den Wiederkäuern gehören.
  • Der Geruchssinn von Schweinen ist viel besser ausgeprägt als der von Hunden.
  • Diese intelligenten Tiere erkennen ihr eigenes Spiegelbild und haben ein Ich-Bewusstsein.
 

Lesetipp: Legen Hühner jeden Tag Eier?