Hirudo Medicinalis: ein medizinischer Blutegel

Hirudo Medicinales ist ein medizinischer Blutegel, der zur Familie der Egel gehört. Diese Spezies ist am bekanntesten für ihre therapeutischen Nutzen.
 

Hirudo medicinales ist ein medizinischer Blutegel. Es handelt sich hierbei um eine wirbellose Tierart, genaugenommen eine Art Ringelwurm, der zur Familie der Hirudinidae gehört. Diese Art von Blutegel hat man in der Medizin in weiten Bereichen durch die Geschichte hinweg angewendet.

Medizinischer Blutegel und seine Vorgeschichte

Schon in den antiken Zivilisationen von Ägypten, Griechenland, Rom und Mesopotamien erwähnt man den therapeutischen Gebrauch medizinischer Blutegel. Auch während des Mittelalters wendete man Blutegel bei verschiedenen Behandlungen an.

Das lag an dem Glauben, dass der Körper aus vier Körpersäften bestand: Blut, Phlegma, gelbe Galle und schwarze Galle. Man nahm an, dass eine Veränderung des Gleichgewichts zwischen den Körpersäften zu verschiedenen Krankheiten führte.

Die Entfernung des wichtigsten Körpersaftes, verschmutzen Blutes, sah man als grundlegend an, um das Gleichgewicht wiederherzustellen. Deshalb führte man Blutungen durch oder führte eine Therapie anhand von medizinischen Blutegeln durch.

Medizinischer Blutegel und seine Anatomie

Der medizinische Blutegel ist ein hermaphroditischer, segmentierter Wurm, der zur Gruppe der Ringelwürmer und der Familie der Hirudinidae gehört. Die Spezies Hirudo Medicinales, die aus einer Familie von mehr als 600 Spezies stammt, ist jene, die im Feld der Medizin besonders geschätzt wird. 

 

Wenn die Tiere gut ernährt sind, können sie bis zu zwölf Zentimeter Länge erreichen. Haben sie nicht gefressen, dann sind sie nur ein Drittel davon. Kennzeichnend für die Spezies sind zwei Saugnäpfe, mit denen sie saugen können.

Diese zwei Saugnäpfe haben sie an verschiedenen Stellen: einer ist ihr Mund, klein und beweglich mit drei Kiefern. Mit ihm saugen sie Blut. Jeder Kiefer hat zwischen 60 und 100 Zähne, die dem Tier ein Gebiss in Form eines „Y“ geben.

Den anderen Saugnapf nennt man analen Saugnapf. Das Tier benutzt ihn, um sich zuerst festzusaugen und sich zu bewegen.

Bestandteile des Speichels des medizinischen Blutegels

Die Speicheldrüsen des medizinischen Blutegels geben eine Reihe von Bestandteilen ab, die verschiedene therapeutische Eigenschaften haben. Dazu können wir kurz die folgenden aufzählen:

  • Blutgerinnungshemmend. Die beliebteste Substanz nennt sich Hirudin, sie hemmt die blutgerinnende Wirkung von Thrombin.
  • Blutgefäßerweiternd. Verschiedene Substanzen, die Histamin ähnlich sind, erleichtern den Blutfluss, da sie die Arterien erweitern.
  • Anästhetisch. Der Biss ist aufgrund der anästhetischen Wirkstoffe, die ein medizinischer Blutegel ausstößt, schmerzlos.
  • Entzündungshemmend
  • Antimikrobiell
  • Proteolytische Enzyme
Blutegel im Glas

Wie wird ein medizinischer Blutegel verwendet?

Die Therapie mit medizinischen Blutegeln nennt man Blutegelbehandlung. Die Tiere werden in Glasbehältern aufgehoben, die durch eine feuchte Kompresse geschlossen bleiben und an einem kühlen Ort aufgehoben werden. Man kann sie nicht hermetisch versiegeln.

Um die Blutegel zu bewegen, verwendet man Pinzetten und ein Glas. So können sie sich nicht fortbewegen und saugen sich an der optimalen Stelle fest. Die Haut muss sauber sein und wenn das Tier nicht zubeißt, dann reibt man sie mit Zuckerwasser ein.

Die Tiere lassen los, wenn sie sich voll mit Blut gesogen haben. Anschließend gibt die Haut für Stunden noch reichlich Gewebsflüssigkeit an der Wunde ab. Deshalb wendet man eine Wundbinde an, die am nächsten Tag ausgewechselt wird, um den Heilungsfortschritt zu beobachten.

Nach einigen Tagen zeigt die Hautzone eine bemerkliche Verbesserung. Sollte ein Egel nicht loslassen, obwohl er sich vollgesogen hat, so verwendet man Salzwasser. Dadurch lässt er leichter los und man vermeidet Infektionen, die auftreten können, wenn man ihn losreißt.

Blutegel kann man nur einmal verwenden. Nach der Anwendung müssen sie isoliert und getötet werden. Man weiß von keinen Fällen, in denen es aufgrund des Bisses zu einer Infektion kam.

Blutegel werden auf der menschlichen Haut angesetzt

Krankheiten, bei denen man die Blutegelbehandlung angwendet hat

Zu den Krankheiten, bei denen man diese Art von Therapie verwendet hat, gehören die folgenden:

  • Gelenkentzündungen
  • Plastische Rekonstruktionschirurgi
  • Migräne
  • Äußere Hämorrhoiden
  • Chronisches Hautekzem

Eine Anekdote besagt, dass die Pilger des Jakobsweges vor Jahrhunderten oft in der Nähe von Tümpeln und Flüssen eine Rast einlegten. Dort erfrischten sie sich und ruhten sich von den Anstrengungen des Weges aus. Dabei hatten sie einige unerwartete Verbündete. Die Blutegel erleichterten ihre Ödeme und vermieden das Erscheinen von Thromboembolien.

Nutzen und Gegena31nzeigen medizinischer Blutegel

Die Blutegelbehandlung erzeugt keine Nebeneffekte und auch keine negativen Konsequenzen. Sie ist sicher und komplett schmerzfrei. Andererseits muss man aber auch erwähnen, dass es eine Reihe von Gegenanzeigen gibt.

Ihre Anwendung ist bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem oder arterieller Insuffizienz nicht erlaubt. Man muss sich auch vorab über das mögliche Risiko einer Infektion von Aeromonas hydrophila informieren.

Diese Bakterie hat eine symbiotische Beziehung mit dem medizinischen Blutegel. Sie lebt in ihren Eingeweiden und gibt Enzyme ab, die die Blutverdauung erleichtern.

Die Blutegelbehandlung wird nur in jenen Fällen angewendet, in denen man absolut keine andere Lösung gefunden hat. Natürlich muss man auch zuvor immer den Patienten informieren und seine Zustimmung erhalten. Außerdem ist es auch notwendig zu erwähnen, dass diese Behandlung nur in einem Krankenhaus stattfinden darf.

 
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