Ballspiel ohne Nervosität: Tipps für Hundehalter

20. September 2018
Manche Hunde können beim Ballspiel nervös und frustriert reagieren. Die Aktivität weckt zwar ihren Jagdinstinkt, doch es gibt kein Beutetier. 

Warum sind ein Ball, ein Stock oder eine Frisbee Scheibe so magisch, dass unsere Hunde wie verrückt dahinter herrennen, wenn wir sie werfen? Manche Fellnasen fixieren sich sogar ein wenig zu sehr auf dieses Spielzeug. In unserem heutigen Artikel erklären wir dir deswegen, wie du deinem Hund das Ballspiel ohne Nervosität beibringen kannst.

Der Hund und sein Ball, eine enge Beziehung

Wenn wir mit unserem Hund zum Spaziergang im Park aufbrechen, dann müssen wir nicht nur an Leine und Halsband denken, sondern dürfen auch nicht sein Lieblingsspielzeug vergessen: den Ball.

Die Fellnase kann manchmal mehrere Minuten damit beschäftigt sein, den Ball zu suchen. Das gibt uns ein wenig Zeit, uns auf einer Bank auszuruhen.

Haben wir unserem Hund beigebracht diesen Gegenstand zu lieben, oder ist das Ballspiel ein natürlicher Instinkt bei Hunden?

Wir sollten es eher als eine Möglichkeit verstehen, seine wilde Seite zu zeigen und zu seinen Ursprüngen zurückzukehren. 

Seine Vorfahren, die Wölfe, legen auf der Suche nach Nahrung große Strecken zurück. Wenn sie ihre Beute erst einmal im Blickfeld haben, dann zögern sie nicht weiter, sondern jagen auf sie zu, bis sie das Beutetier in ihren Fängen haben.

Interaktives Hundespielzeug

Wenn die Beute gefangen ist, dann laufen die Tiere schnell zurück zum Rudel, damit alle am Festmahl teilnehmen können.
Wenn dein Hund dir also den Ball zurückbringt und ihn vor deine Füße legt, dann bedeutet das, dass er seine Jagdtrophäe mit dir teilen möchte. Selbst wenn du es warst, der sie zuvor warf.

Der berühmte Jagdinstinkt

Hunde haben immer noch bestimmte Instinkte. Die sind bei manchen Rassen stärker ausgeprägt als bei anderen. Keine jedoch kann der Versuchung widerstehen, hinter einem Ball, Stock, Frisbee oder anderen Gegenständen herzujagen, wenn man ihn vor ihre Augen wirft.

Für einige Hunde ist das Ballspiel ein lustiger Spaß, für andere führt es zum Zwangsverhalten.

Sie bellen, werden nervös, können nicht mehr ruhig bleiben oder warten gar nicht mehr auf den Besitzer.

Diese Verzweiflung hängt einerseits mit der Persönlichkeit des Tieres zusammen. Andererseits ist aber auch die fehlende Kontrolle der Bezugsperson dafür verantwortlich.

Natürlich hat es ebenfalls damit zu tun, wieviel Auslauf und Zuwendung der Hund den Tag über bekommt.

Wenn er 10 Stunden lang schläft, während du außer Haus arbeitest, dann ist es kein Wunder, dass er bei deiner Heimkehr vor Energie explodiert und gar nicht mehr aufhören will zu spielen.

Ballspiel ohne Nervosität: Tipps für Hundehalter

Die Rasse ist ein wichtiger Faktor, wenn es darum geht, unserem Hund das Ballspiel ohne Nervosität beizubringen.

Es gibt einige, denen es sehr leicht fällt (Golden Retriever, Pointer, Cocker Spaniel, Labrador), weil sie von Natur aus nach Beute suchen.

Andere Rassen finden es jedoch womöglich etwas „langweilig“, einen Gegenstand zu suchen (deutscher Schäferhund, Boxer, Rottweiler etc).

Der Labrador und sein Ball

Um deinem Hund das Ballspiel ohne Nervosität beizubringen, brauchst du etwas Zeit und Geduld. Deine Ruhe ist grundlegend, um dem Tier ebenfalls Ausgeglichenheit zu vermitteln. Dadurch wird der Lernprozess gefördert.

1. Du gibst die Regeln an

Du bist derjenige, der sagt, wann das Spiel beginnt und wann es endet. Das Ballspiel beginnt, nachdem ihr um den Block spaziert seid oder das Tier seine Geschäfte erledigt hat.

Wenn der Hund durch Bellen, Jaulen oder übertriebene Bewegungen um den Ball bettelt, dann warte besser, bis er sich beruhigt hat.

2. Das Ballspiel beginnt erst, wenn der Hund ruhig ist

Das ist wirklich wichtig. Nur zu oft verwechseln wir Nervosität mit Glücksgefühlen.

Der Hund muss erst lernen, deinen Befehlen zu folgen. Wenn du ihm also befiehlst, sich vor dem Ballspiel zu setzen, dann muss er das auch tun.

Denke daran, dass alles seine Kosten hat: wenn er spielen will, muss er also auch etwas dafür tun (nicht bellen, sitzen, oder Ähnliches). Stelle Blickkontakt mit deinem Hund her und wirf den Ball nicht, bevor dies geschah.

3. Er muss den Ball immer zurückgeben

Das kann vielleicht der schwierigste Punkt bei diesem Prozess sein. Hunde verstecken normalerweise, was sie finden.

Du solltest ihm beibringen, den Ball zurückzubringen, damit das Spiel weiter geht. Manche Hundehalter geben ihrer Fellnase eine Belohnung, wenn sie den Ball zurückgeben.

Es muss ja nicht unbedingt ein Leckerli sein, auch ein paar Streicheleinheiten oder lobende Worte können sein positives Verhalten verstärken.