Einen Hund streicheln: wie und wo?

· 17. November 2018
Es stimmt schon, dass Hunde sich normalerweise gern streicheln lassen. Einige Rassen sind jedoch ein wenig reservierter und es kommt auch darauf an, ob wir die Fellnase schon kennen oder sie uns gerade vorgestellt wurde. Man muss auf alle Fälle immer auf die Signale achten.

Hunde lieben Aufmerksamkeiten, aber manche sind einfach nicht besondere Fans von körperlichem Kontakt. In diesem Beitrage geht es darum, wie und wo man einen Hund streicheln sollte.

Das kann sehr wichtige Information sein, wenn du dich beispielsweise mit einem unbekannten oder zurückhaltenderem Exemplar konfrontiert siehst.

Einen Hund streicheln, den man gerade erst kennenlernt

Wir denken, dass alle Hunde Streicheleinheiten und Zuneigung lieben, doch dem ist einfach nicht so. Manche sind einfach reservierter, was Menschen angeht (wie zum Beispiel der weiße schweizer Schäferhund, der für gewöhnlich sehr misstrauisch ist).

Die Gründe darin finden sich manchmal in vergangenen traumatischen Erfahrungen oder weil uns die Tiere nicht kennen.

Unser Lesetipp: Sozialisierung eines ängstlichen und gestressten Hundes

Die folgenden Ratschläge dafür, wie man einen Hund streicheln sollte, könnten dir sogar dabei helfen, deine Fellnase besser kennenzulernen.

1. Nähere dich vorsichtig an

Wenn du dem Tier alleine auf der Straße oder mit seinem Besitzer begegnest, so musst du dich sehr vorsichtig bewegen, damit du es nicht einschüchterst oder zum Angriff herausforderst.

Denke auch daran, dass diejenigen Hunde, die angebunden sind oder an der Leine gehen, eher knurren oder beißen. Das gilt auch für die Vierbeiner, die gerade fressen oder ein Spielzeug in ihrer Nähe haben.

Insbesondere ist Vorsicht geboten, wenn eine Hündin ihre Welpen beschützt.

2. Gehe auf Augenhöhe mit dem Hund

Du kannst in die Hocke gehen, damit du etwa auf der gleichen Höhe wie das Tier bist. Zeige ihm immer dein Gesicht, damit es dich beobachten kann. Strecke deine Hand und deinen Arm langsam aus und beobachte die Reaktion des Hundes.

In diesem Moment sollte es bitte keine Schreie, schnellen Bewegungen oder Lärm geben. Lass den Hund an deiner geschlossenen Hand riechen, damit er weiß, mit welcher Absicht du dich ihm annäherst.

3. Beginne mit der Stirn

Der erste Kontakt sollte mit dem Kopf beginnen und zwar genau zwischen den Ohren. Sei dabei sehr sanft und beobachte jegliche Reaktion des Hundes. Wenn er ruhig ist, die Augen leicht schließt oder mit dem Schwanz wedelt, dann bedeutet das, dass er den Kontakt genießt.

Frau streichelt Beagle im Wohnzimmer

Wenn ihm deine Streicheleinheiten nicht zusagen, so wird er es dich ebenfalls wissen lassen. Es könnte sein, dass der den Kopf zur Seite bewegt, dass er leicht knurrt oder die Flucht einschlägt und sich woandershin bewegt.

Respektiere seine Entscheidung und nähere dich ihm in diesem Moment nicht wieder an.

Wenn du allerdings eine Verbindung zu dem Tier spürst und dieses deine Aufmerksamkeit genießt, dann kannst du jetzt zu anderen Körperstellen übergehen.

Manche werden gerne hinter den Ohren gekrault, andere am Rücken gestreichelt. Wiederum andere hingegen, mögen es besonders gerne am Kinn oder der Brust. Du musst ein wenig experimentieren, um herauszufinden, was die Fellnase am meisten genießt.

Wie man einen bekannten Hund streicheln sollte

Es kann sich hierbei um dein eigenes Haustier oder das eines Bekannten handeln. In diesem Fall hast du schon mehrere „Prüfungen“  bestanden und du musst nur noch herausfinden, wo sich die Fellnase am liebsten verwöhnen lässt.

Alles hängt von den Vorlieben des Vierbeiners ab, weswegen du es einfach ausprobieren musst.

Einige lieben es, den Bauch gekratzt zu bekommen, andere bevorzugen Pfotenmassagen. Manche lassen sich gern am Kopf streicheln, doch es gibt auch diejenigen, die sich lieber an der Brust kraulen lassen.

Selbst wenn es sich um deinen eigenen Hund handelt, dann empfehlen wir dir, seine Augen, sein Maul und seine Rute nicht zu berühren. Das mag nämlich kein Hund besonders gerne.

Retriever genießt Streicheleinheiten

Achte auf die Reaktionen der Fellnase. Vielleicht lädt er dich ja zum Bauchkraulen ein, indem er sich auf den Rücken wirfst und mit dem Schwanz wedelt.

Du machst jedoch eine plötzliche unerwartete Bewegung und der Hund versucht, dich zu beißen. Verlasse dich nicht darauf, dass jeder Kontakt immer freundschaftlich ablaufen muss.

Seufzer, schnelles Schwanzwedeln, halbgeschlossene Augen oder die Bitte, doch weiter zu kraulen sind äußerst positive Anzeichen dafür, dass der Hund die Situation genießt.

Bewegungsfreiraum ist wichtig für Hunde

Wir sollten uns bei den Streicheleinheiten auch fragen, wie viel Bewegungsfreiraum wir dem Tier lassen. Meistens mögen sie es nicht, wenn man sie umarmt oder festhält.

Wenn man einen Hund streicheln möchte, sollte man dazu immer nur die Hand benutzen, keine Arme oder anderen Körperteile.

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Wenn du also einen Hund streicheln möchtest, egal, ob du ihn kennst oder nicht, dann solltest du dich ihm immer mit Vorsicht annähern. Gib gut auf die Signale des Hundes Acht, um zu wissen, ob ihm der Kontakt gefällt oder nicht.

So vermeidest du, dass das Tier dich beißt und entwickelst gleichzeitig eine respektvolle Beziehung zu ihm.