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Die 12 Tiere, die am meisten vom Klimawandel betroffen sind

7 Minuten
Der Klimawandel ist in aller Munde und seine Auswirkungen sind bereits überall auf der Welt deutlich sichtbar. Finde hier heraus, welche Tiere am meisten davon betroffen sind.
Die 12 Tiere, die am meisten vom Klimawandel betroffen sind
Letzte Aktualisierung: 29. März 2022

Die Artenvielfalt auf der Welt hat in den letzten 50 Jahren alarmierend abgenommen, denn mehr als 25.000 Arten – fast ein Drittel der bekannten Arten – sind vom Aussterben bedroht. Der Klimawandel wird für das Aussterben von 8 % dieser Arten direkt verantwortlich sein.

In diesem Artikel erfährst du, welche Gefahren der Klimawandel mit sich bringt und welche Tiere am stärksten von seinen Folgen betroffen sind. Diese Informationen werden dir Hinweise geben, wo du anfangen kannst, wenn du etwas für den Planeten tun möchtest.

Die Auswirkungen des Klimawandels

Der Klimawandel ist zu einem geläufigen Ausdruck in unserem täglichen Leben geworden. Allerdings ist die Verwendung des Wortes inzwischen eine Normalität, sodass der Ausdruck nach und nach an Bedeutung verliert. Dabei ist der Klimawandel ein Phänomen, das wir jedes Jahr im kleinen – und nicht so kleinen – Maße erleben: Störche, die nicht mehr gen Süden ziehen, Brände oder Schneefälle, die an Orten stattfinden, an denen wir derartiges vorher noch nie gesehen haben.

Abgesehen von den lokalen Auswirkungen solltest du vor allem wissen, welche Folgen der Klimawandel für den gesamten Planeten hat. Die wichtigsten Auswirkungen des Klimawandels auf die Tierwelt sind die folgenden:

  • Rückläufige Niederschläge: Das Ausbleiben des Regens entzieht den Tieren Wasserstellen zur Flüssigkeitsaufnahme. Der sinkende Wasserpegel in Sümpfen oder Seen verkleinert auch den Lebensraum der dort lebenden Arten.
  • Ungewöhnliche meteorologische Phänomene: Sintflutartige Regenfälle, ausgedehnte Dürreperioden und Wirbelstürme sind hierfür Beispiele. In den Gebieten, in denen diese Phänomene auftreten, treten erhebliche Probleme in Folge auf.
  • Verkleinerung der Eiskappen in den Polargebieten: Einmal abgesehen davon, dass die Arktis komplett abschmelzen könnte, haben die Arten, die in Polargebieten leben, sehr spezielle Anpassungsleistungen an die extreme Kälte entwickelt. Diese machen es ihnen unmöglich zu überleben, wenn die Kälte nicht mehr gegeben sein sollte.
  • Temperaturschwankungen: Die Folgen davon sind von enormem Ausmaß und vielfältiger Natur: von der Bruttemperatur vergrabener Eier bis hin zum Auftreten neuer Krankheiten – oder dem Wiederaufleben anderer, die bereits ausgerottet schienen. Diese Probleme werden durch ungewöhnliche Temperaturen verursacht und können für das Überleben einer Art entscheidend sein.
  • Veränderungen in der Vegetation: Pflanzen sind von den Umweltbedingungen abhängig. Ändern sich diese, kann diese Grundlage der Nahrungskette vermindert werden – mit allen Konsequenzen, die sich daraus für die Tiere ergeben kann.
  • Erwärmung der Ozeane: Die Temperatur der Ozeane hat einen direkten Einfluss auf die Meeresströmung, der viele Tiere auf ihren Wanderungen folgen. Das ist besonders gravierend, wenn die Wanderrouten an die Fortpflanzung gekoppelt sind.
  • Verringerung des globalen Sauerstoffgehalts: Obwohl Bäume landläufig damit in Verbindung gebracht werden, den Sauerstoff zum Atmen zu erzeugen, indem sie das von uns produzierte Kohlendioxid aufnehmen, ist es in Wahrheit so: Mikroalgen auf der Oberfläche der Ozeane absorbieren 30 % der globalen Emissionen. Wenn die Verschmutzung die Gewässer versauern lässt, sterben diese Mikroalgen ab – mit allen Konsequenzen, die sich daraus ergeben.

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12 Tiere, die vom Klimawandel betroffen sind

Jetzt, wo du weißt, wie sich das Phänomen Klimawandel auf den Planeten auswirkt, fragst du dich wahrscheinlich, welche Arten am meisten davon betroffen sind. Zur Beantwortung deiner Frage findest du hier eine Liste mit den Tieren, die an vorderster Front vom Klimawandel betroffen sind.

1. Koala (Phascolarctos cinereus)

Koalas, also Beutelsäuger, die auf dem australischen Kontinent beheimatet sind, leben in einem sehr spezifischen, begrenzten Ökosystem, an das sie sich auf ganz besondere Weise angepasst haben. Die zahlreichen Katastrophen, die Australien in den letzten Jahren erlebt hat, haben ihren Lebensraum fast vollständig zerstört. Es wird angenommen, dass es heute nur noch zwischen 100.000 und 200.000 Exemplare gibt.

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2. Amazonasdelfin (Inia geoffrensis)

Die größte Bedrohung für diese Flussdelfine ist die Zerstörung des Amazonasbeckens. Die Verschmutzung ihres Lebensraums, u. a. mit Quecksilber, und die steigenden Temperaturen in den Flussgewässern beeinträchtigen nicht nur die Fische, von denen sich diese Wassersäuger ernähren, sondern haben auch direkte Auswirkungen auf ihre Gesundheit.
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3. Eisbär (Ursus maritimus)

Diese Art ist vielleicht das bekannteste Beispiel für die Folgen des Klimawandels. Das Abschmelzen der Arktis aufgrund des fortschreitenden Temperaturanstiegs lässt die Polarbären Jahr für Jahr mit weniger Lebensraum und Nahrung zurück. Die Population der Eisbären wird weltweit auf 22.000 bis 31.000 Stück geschätzt, mit fallender Tendenz.

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4. Mönchsrobbe (Monachus monachus)

Derzeit gibt es etwa 700 Mönchsrobben, die sich auf drei Populationen rund um das Mittelmeer verteilen. Obwohl die Hauptursache für ihren Rückgang die Bejagung und das Eindringen des Menschen in ihr Revier ist, hat der Klimawandel zu einer Vermehrung von Algen geführt, die für sie giftig sind. 1997 waren deshalb 200 Tiere in einem Algenblütenteppich verendet. Dieses Phänomen wurde als rote Flut bekannt.

5. Kaiserpinguin (Aptenodytes forsteri)

Der Kaiserpinguin befindet sich in einer ähnlichen Situation wie der Eisbär. Sein natürlicher Lebensraum verschwindet in einem schwindelerregenden Tempo. Laut einer Studie aus dem Jahr 2019, veröffentlicht in der Cambridge University Press, ist in der zweitgrößten Kolonie in Halley Bay in der Antarktis in drei aufeinanderfolgenden Brutperioden fast kein Nachwuchs mehr geschlüpft. Das hängt damit zusammen, dass das Festeis in den Eisströmen, auf das diese Vögel zur Fortpflanzung kamen, frühzeitig zusammengebrochen ist.

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6. Karibu (Rangifer tarandus)

Die Karibu-Bestände in Nordkanada sind in den letzten 25 Jahren aufgrund des Klimawandels um mehr als 85 % zurückgegangen. Da die Sommer im Norden Kanadas immer kälter und feuchter werden, bilden die Regenfälle schließlich Pfützen, die im Winter gefrieren und die Nahrung der Rentiere in einer Eisschicht einschließen.

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7. Blauwal (Balaenoptera musculus)

Steigende Meerestemperaturen beeinträchtigen das Wander- und Paarungsverhalten dieser riesigen Meeressäuger erheblich. Die Folgen sind schwer vorhersehbar, daher ist es auch schwierig, einen validen Erhaltungsplan für diese Art zu entwickeln.

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8. Nordamerikanischer Puma (Puma concolor)

Der nordamerikanische Puma ist eine der am stärksten bedrohten Raubkatzenarten der Welt. Damit steht der Puma vielleicht auf einer Stufe mit dem iberischen Luchs. Die größte Bedrohung liegt in der Zerstörung seines Lebensraums. Dies geschieht zum einen durch die Verstädterung und zum anderen durch die fortschreitende Wüstenbildung in Florida, die dort seine Lebensgrundlage zerstört.

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9. Bienen (Anthophila)

Die Biene trägt maßgeblich dazu bei, dass Kultur- und Wildpflanzen erhalten bleiben und Erträge bringen. Es wird geschätzt, dass das Leben auf der Erde ohne Bienen nicht länger als acht Jahre andauern würde. Als Insekten, die hauptsächlich von der sie umgebenden Vegetation abhängen, werden sie durch die globale Erwärmung und Dürreperioden ihrer Nahrungsquellen beraubt, während sich die Wüstenbildung ausbreitet. Tatsächlich sind Bienen bereits vom Aussterben bedroht.

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10. Korallenriffe (Anthozoa und Hydrozoa)

Korallenriffe sind aufgrund der steigenden Meerestemperaturen in Gefahr. Die Erwärmung des Wassers zerstört die symbiotischen Algen, die sie bedecken. Folglich bleichen sie aus und verhungern. Allein in den letzten drei  Jahren haben 72 % der weltweiten Korallenriffe, die von der UNESCO geschützt werden, durch die steigende Wassertemperatur gelitten.

Korallenriffe stellen das artenreichste Ökosystem in den Ozeanen dar und sind damit nur mit dem Amazonas-Regenwald vergleichbar.

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11. Monarchfalter (Danaus plexippus)

Der Rückgang der Gattung Seidenpflanze (Asclepias) aufgrund steigender Temperaturen hat die Population des Monarchfalters, der auf diese Pflanze als Nahrungsquelle angewiesen ist, seit 2010 drastisch reduziert.

Der Klimawandel stört das jährliche Wanderungsmuster dieses Schmetterlings: Kältere und nassere Winter können für ihn während seiner Wanderung tödlich sein, wenn er in Mexiko überwintert. Ebenso führen abnormale und extreme Dürre- oder Regenperioden an Brut- und Futterplätzen oftmals zu seinem Tod.

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12. Weißer Hai (Carcharodon carcharias)

Haie haben es schwer zu jagen, wenn die Temperatur und der Säuregehalt der Weltmeere steigen. Dazu kommt eine höhere Sterblichkeitsrate bei Hai-Embryonen. Im Pazifischen Ozean zwingen steigende Temperaturen die Haie dazu, nach Norden zu ziehen. Dies wiederum führt zu Störungen in den ursprünglichen Ökosystemen, die zurückgelassen werden.

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Wie du siehst, verursacht der Klimawandel nicht nur große Veränderungen, sondern auch kleine, die eine Dominowirkung haben. Häufig hören wir den Satz: Die Erde ist der einzige Planet, den wir haben. Leider wird er so oft wiederholt, bis er nur noch eine leere Phrase ist. Tief im Inneren wissen wir alle, dass der Veränderungsprozess bereits im Gang ist, und nicht unbedingt zum Besseren. Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, Teil der Lösung zu werden, anstatt weiterhin Teil des Problems zu sein.

Alle zitierten Quellen wurden von unserem Team gründlich geprüft, um deren Qualität, Verlässlichkeit, Aktualität und Gültigkeit zu gewährleisten. Die Bibliographie dieses Artikels wurde als zuverlässig und akademisch oder wissenschaftlich präzise angesehen.


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