Dalmatiner: Waren sie wirklich Feuerwehrhunde?

Der Dalmatiner wurde bereits im 18. Jahrhundert als Feuerwehrhund eingesetzt, auch wenn er heute eher durch Kinderserien und Spielfilme bekannt ist. Hier erzählen wir dir mehr über die Geschichte der Dalmatiner und der Feuerwehr.
Dalmatiner: Waren sie wirklich Feuerwehrhunde?

Letzte Aktualisierung: 23. März 2022

Ein Dalmatiner mit Feuerwehrhelm ist für viele ein vertrautes Bild: Illustrationen und Zeichentrickserien für Kinder wie Feuerwehrmann Sam nehmen dieses Thema häufig auf. Hast du denn schon einmal einen dieser Hunde in Begleitung von Feuerwehrleuten gesehen? Das scheint weit hergeholt, wenn man bedenkt, in welch großer Gefahr sich die Hunde bei einem Brand befinden würden. Warum Dalmatiner Feuerwehrhunde sind, erfährst du im heutigen faszinierenden Artikel.

Vielleicht wusstest du nicht, dass die Geschichte der Dalmatiner bei der Feuerwehr bereits Jahrhunderte zurückreicht. Bis heute fungieren die Hunde als Maskottchen der Feuerwehrleute. Hier erfährst du, wie sich dieses Bild bis heute halten konnte.

Merkmale des Dalmatiners

Dalmatiner: Waren sie wirklich Feuerwehrhunde?

Dalmatiner sind mittelgroße bis große Hunde, die bis zu 35 Kilogramm schwer und über einen halben Meter groß werden können. Ihre charakteristischen Hängeohren und die schwarzen bzw. leberbraunen Tupfen sind ihre auffälligsten Merkmale. Dalmatiner besitzen einen schlanken, muskulösen Körper und ein kurzes, weiches Fell, das in Zeiten des Fellwechsels oft gebürstet werden muss.

Bei der Geburt sind Dalmatiner ganz weiß; ihre Flecken erscheinen erst im Alter von etwa zwei Wochen.

Dalmatiner sind eine sehr energiegeladene und agile Rasse, die gerne spielt und außerdem einen liebevollen Charakter hat. Sie lernen leicht, daher ist das Training einfach, solange es kontinuierlich und mit positiver Verstärkung durchgeführt wird.

Obendrein bauen Dalmatiner eine starke Bindung zu allen Mitgliedern ihrer Familie auf. Ohne richtiges Training können sie bisweilen äußerst anhänglich gegenüber ihren Bezugspersonen und misstrauisch gegenüber Fremden werden. Das liegt auch an ihrer angeborenen Sensibilität.

Geschichte des Dalmatiners

Die frühesten Aufzeichnungen gehen auf das 16. Jahrhundert zurück, und zwar in Gemälden und Kirchenchroniken der Stadt Veli Lošinj in Kroatien. Obwohl der Name Dalmatiner aus Dalmatien, einer weiteren Region desselben Landes, stammt, scheint es, dass dieser Hund in der gesamten östlichen Region des Mittelmeerraums gezüchtet wurde.

Doch bereits 1790 wird er in britischen Dokumenten als „Kutschenbegleithund“ bezeichnet. Erst 1955 wurde der Dalmatiner vom FCI als offizielle Rasse (FCI-Gruppe 6, Sektion 3, Standard Nr. 153) anerkannt.

Warum gelten Dalmatiner als Feuerwehrhunde?

Um zu verstehen, warum Dalmatiner als Feuerhunde gelten, müssen wir auf die oben genannte Tatsache zurückgehen: Seit dem 18. Jahrhundert wurden die Tiere als Kutschenbegleithunde eingesetzt. Ein Kutschenbegleithund war ein Hund, der neben einer Pferdekutsche hertrottete und die Aufgabe hatte, die Pferde während der Fahrt zu begleiten. Dazu kommt, dass Dalmatiner sich ausnehmend gut mit Pferden verstehen.

Auf diese Weise verhinderten Dalmatiner, dass die Pferde sich erschreckten, scheuten und die Kutsche umstürzte oder außer Kontrolle geriet. Außerdem boten die Hunde Schutz vor Straßenräubern, wilden Tieren und anderen Gefahren, die auf den Straßen lauern konnten.

Dalmatiner haben eine große körperliche Ausdauer und sind sehr lauffreudig, so dass sie lange Fußmärsche neben den Kutschen gut aushalten konnten.

So wie sie an Kutschen angepasst waren, die Menschen beförderten, waren sie auch geeignet, die pferdegezogenen Spritzwagen der damaligen Zeit zu schützen. Die Hunde konnten vor ihnen herlaufen, sich ihren Weg durch die Straßen bahnen und die Bevölkerung bellend warnen, sich fernzuhalten. Dalmatiner fungierten quasi als „Sirene“.

Mit der Zeit erkannten die englischen Feuerwehrleute die unglaubliche Arbeitsleistung dieser Hunde bei Notfällen. Selbst als motorisierte Feuerwehrautos eingeführt wurden, führten Profis noch jahrelang Dalmatiner in der Fahrerkabine mit.

Die Entwicklung der Dalmatiner-Feuerwehrhunde

Dalmatiner: Waren sie wirklich Feuerwehrhunde?

Es kam ein Punkt in der Geschichte, an dem der Dalmatiner in seiner Rolle als Begleithund der Feuerwehr „arbeitslos“ wurde. Glücklicherweise verschafften ihm sein schönes Aussehen und sein anhängliches Wesen einen Platz in britischen Haushalten, und er wurde zu einem Repräsentanten der Vornehmheit in der High Society.

Heute gibt es mehrere Rassen, die von Rettungsfachleuten eingesetzt werden, wie z. B. Deutsche Schäferhunde und Border Collies.

Ende des 20. Jahrhunderts stieg die Nachfrage nach dieser Rasse aufgrund ihrer tragenden Rolle in dem Disney-Film 101 Dalmatiner sprunghaft an. Dies führte zu Massenzüchtungen, die die Gesundheit dieser Hunde beeinträchtigten. Aufgrund des großen Bedarfs wurde auch mit Exemplaren gezüchtet, die zur Taubheit neigen.

Heute hat sich die Situation normalisiert, aber reinrassige Dalmatiner neigen immer noch dazu, an angeborener Taubheit und Nierenproblemen (Bildung von Harnsteinen) zu leiden. Dalmatiner scheiden nämlich die Harnsäure nicht über die Haut aus. Daher riechen sie nicht, wenn sie nass werden.

Heutzutage werden Dalmatiner als Haustiere gehalten. Sie werden jedoch weiterhin in verschiedenen Bereichen eingesetzt, z. B. bei Hunde-Schönheitswettbewerben und zur Bewachung von landwirtschaftlichen Betrieben.

Wir möchten betonen, dass diese Hunde zunehmend als das geschätzt und angenommen werden, was sie sind. Dalmatiner sind anhängliche Tiere, die ihre Besitzer*innen mit Zuneigung belohnen, vor allem, wenn sie ausgiebig mit ihnen spazieren gehen – eine wirklich lohnende Erfahrung!

Glücklicherweise steigt das Bewusstsein für die Bedürfnisse und Rechte der Dalmatiner und findet vermehrt Verbreitung.

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  • Hayward, J. J., Kelly-Smith, M., Boyko, A. R., Burmeister, L., De Risio, L., Mellersh, C., … & Strain, G. M. (2020). A genome-wide association study of deafness in three canine breeds. PLoS One15(5), e0232900.
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