Der Kolibrischwärmer: Lebensraum und Merkmale

Das Taubenschwänzchen, auch Kolibrischwärmer genannt, ist ein lepidopterisches Insekt, das aufgrund seiner Körperform mit einem kleinen Vogel verwechselt werden könnte. Willst du alles Wissenswerte über diesen schönen Schmetterling erfahren? Lies einfach weiter!
Der Kolibrischwärmer: Lebensraum und Merkmale
Samuel Sanchez

Geschrieben und geprüft von dem Biologen Samuel Sanchez.

Letzte Aktualisierung: 21. Dezember 2022

Wenn du irgendwo in Eurasien lebst, bist du vielleicht etwas verwirrt, wenn du mitten auf einem trockenen Feld oder in der Stadt etwas siehst, das einem Kolibri ähnelt. Allerdings ist es unmöglich, einen dieser Vögel in einer mediterranen Umgebung zu finden, da sie ausschließlich in der Neotropis vorkommen. Das, was diesem Vogel in unseren Gefilden am nächsten kommt, ist der Kolibrischwärmer, ein Lepidoptera, der durch sein äußeres Erscheinungsbild auffällt.

Das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) fällt durch seine Körperform auf, die aus der Ferne betrachtet einem kleinen, zwischen den Blüten flatternden Vogel ähnelt. Daher wird es auch als Kolibrischwärmer bezeichnet. Wenn du alles Wissenswerte über diese schönen Schmetterlinge erfahren möchtest, solltest du unbedingt weiterlesen!

Lebensraum der Kolibrischwärmer

Die Kolibrischwärmer haben ein sehr weites Verbreitungsgebiet, denn sie kommen von Portugal bis Japan und von ganz Südeuropa bis Nordafrika, Zentralasien, Indien und Indochina vor. Die Art ist auch auf der Iberischen Halbinsel sehr verbreitet und lebt sowohl in städtischen Gebieten als auch in mediterranen Landschaften.

Dieser Schmetterling (Lepidoptera) zeichnet sich durch seine Flugkünste aus und ist während des Sommers in vielen Gebieten verbreitet. Allerdings kann er an Orten mit niedrigen Temperaturen nicht gut überleben, da er als ektothermes Tier für seine Stoffwechselfunktionen Wärme aus der Umgebung benötigt. Daher ist seine Verbreitung in den Höhenlagen und Breitengraden nördlich des eurasischen Kontinents begrenzt.

Obwohl die amerikanischen Schmetterlinge der Gattung Hemaris ebenfalls als “Kolibri-Schmetterlinge” bekannt sind, gehören sie nicht zur gleichen Gruppe wie der Kolobrischwärmer, mit dem wir uns hier befassen.

Ein fliegender Kolibrischwärmer an einer Blüte

Physische Merkmale der Kolibrischwärmer

Der Kolibrischwärmer ist ein zweiflügeliger Schmetterling, der sowohl zu den tagaktiven als auch zu den nachtaktiven Schmetterlingen gehört. Außerdem gehört er zur Familie der Sphingidae, die etwa 1.450 Schwärmer-Arten in rund 200 verschiedenen Gattungen umfasst. All diese Schmetterlinge weisen einige gemeinsame körperliche Merkmale auf.

Die Art Macroglossum stellatarum hat eine Flügelspannweite von 4 bis 4,5 Zentimetern und einen robusten und kräftigen Körper. Am Kopf befinden sich etwas stärkere Fühler (sie sind am Ende gebogen und haben einen winzigen Haken). Auch der Rüssel, eine Saugvorrichtung, die aus langen, spiralförmig gewundenen Kiefern besteht, ist auffällig.

Abgesehen vom Kopf ist der Hinterleib schwarz und an den Seiten weiß mit einem Fächerschwanz aus Haaren am Ende. Dies, zusammen mit der Anordnung seiner orangefarbenen Flügel und seinem Flugverhalten, verleiht ihm ein Aussehen, das einem Kolibri ähnelt. Die Ähnlichkeit könnte auf ein Phänomen der evolutionären Konvergenz zurückzuführen sein, da beide Tiere ähnliche Lebensgewohnheiten haben.

Diese Art hat drei Beinpaare und Flügel, die von Schuppen und Haaren bedeckt sind.

Verhalten

Das Taubenschwänzchen ist ein Wanderfalter, der den Winter in den kalten Regionen, in denen er vorkommt, im Allgemeinen nicht überlebt. Wie spezialisierte Portale angeben, ist der Kolibrischwärmer jedoch die einzige europäische Schwärmerart, die den Winter erfolgreich überstehen kann, insbesondere wenn sie in gemäßigten Regionen mit milden Temperaturen lebt.

Der Kolibrischwärmer ist ein tagaktiver Schmetterling, der sich emsig von Blüte zu Blüte bewegt (vor allem, wenn die Sonne am höchsten steht) und dabei mit seinen Flügeln einen charakteristischen Brummton von sich gibt. Er ist ein in Gärten, Parks, Gebüschen und in Übergangsbereichen zwischen Wäldern und Wiesen häufig anzutreffender Schmetterling. Da er sich sowohl an trockene als auch an wasserreiche Umgebungen anpassen kann, ist er allgegenwärtig.

Dank seiner Fühler ist der Kolibrischwärmer ein ausgezeichneter Flieger. Diese Strukturen ermöglichen es ihm, die Rotation während des Manövers in den verschiedenen Raumachsen perfekt zu erkennen.

Ein außergewöhnliches Sehvermögen

Auch wenn es überraschend erscheinen mag, haben Studien gezeigt, dass diese Art in der Lage ist, in Farbe zu sehen. Der Kolibrischwärmer hat ein trichromatisches visuelles System (drei verschiedene Arten von Augenzapfen), das es ihm ermöglicht, die Farbtöne der Blüten perfekt zu unterscheiden, um sich von deren Nektar zu ernähren. Sein Sehvermögen ist sogar besser als das der Euorpäischen Honigbiene (Apis mellifera).

Ernährung

Wie der Saugrüssel zeigt, ernährt sich diese Art vom Nektar verschiedener Blüten, die alle eine röhrenförmige Krone haben. Daher sucht der Kolibrischwärmer fast ausschließlich nach Pflanzen mit tiefen Kelchblütenständen und vermeidet so die Konkurrenz mit vielen anderen bestäubenden Insekten, die solch „komplexe“ Blüten nicht nutzen können.

Einige der beliebtesten Nahrungsquellen dieser Art sind die folgenden: Centranthus, Jasminum, Buddleia, Nicotiana, Primula, Viola, Syringa, Verbena, Echium, Phlox und Stachys. Im Gegensatz dazu ernähren sich die Larven oder Raupen von den Blättern der Pflanzengattungen Galium, Rubia und Stellaria. Wie du siehst, ändert sich die Ernährung je nach Lebensstadium der Schmetterlinge.

Fortpflanzung der Kolibrischwärmer

Diese Art produziert während ihres gesamten Lebens zwei oder mehr Generationen von Nachkommen, abhängig von ihrer geografischen Lage. Diese Lepidoptera vermehren sich normalerweise im Juni und September. Und wie wir bereits erwähnt haben, ist der Kolibrischwärmer eine der wenigen Schmetterlingsarten, die in bestimmten Gebieten auch den Winter überleben kann.

Ein befruchtetes Weibchen legt bis zu 200 Eier, jedes an einer eigenen Pflanze. Sechs bis acht Tage nach der Eiablage schlüpfen die Raupen, die einen klaren grünlichen Farbton haben und die Farbe der Pflanzen, von denen sie sich ernähren, imitieren. Je nach Temperatur und Sonneneinstrahlung dauert dieses Stadium nicht sehr lange, etwa 20 Tage.

Die Raupen sind sehr dick, sie haben weißliche Seitenlinien und ein typisches Analhorn.

Der Kolibrischwärmer und sein Erhaltungszustand

Nach Angaben der Butterfly Conservation ORG  wurde diese Art auf regionaler Ebene nicht im Hinblick auf ihren Erhaltungszustand bewertet. Auch auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) gibt es keine Informationen über diese Art. Daher gehen wir davon aus, dass das Wissen über ihre Populationen sehr begrenzt ist.

Allerdings ist bekannt, dass 40 % aller bestäubenden Insekten in unterschiedlichem Maße vom Aussterben bedroht sind. Pestizide, Milben, Umweltverschmutzung, Abholzung und die Einschleppung exotischer Arten können diese und viele andere Arten langfristig gefährden, wenn nicht entsprechende Maßnahmen zur Abhilfe getroffen werden.

Die Schönheit des Kolibrischwärmers ist unvergleichlich. Denn mit seinem anmutigen Flug und seinen schönen Farben verzaubert dieses wirbellose Tier jeden Betrachter. Die Pflege der Wälder und die Vermeidung des Einsatzes von Pestiziden, sofern nicht unbedingt erforderlich, sind Voraussetzungen dafür, dass wir uns weiterhin an dieser und vielen anderen Arten erfreuen können.


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