Grauwal bricht den Rekord: Die größte Distanz, die je ein Tier zurückgelegt hat!

Ein Grauwal hat die größte Distanz zurückgelegt, die jemals von einem lebenden Säugetier aufgezeichnet wurde. Was ist die Ursache für dieses Verhalten? Ist das bei dieser Art normal? Lies weiter und erfahre mehr darüber!
Grauwal bricht den Rekord: Die größte Distanz, die je ein Tier zurückgelegt hat!

Letzte Aktualisierung: 19. August 2021

Manchmal überrascht uns die Natur mit Nachrichten wie dieser: Ein Grauwal hat den Rekord für die längste Tierwanderung gebrochen und die halbe Welt umrundet! Nach seiner rekordverdächtigen Reise ist das überwachte Exemplar der Art Eschrichtius robustus bis heute das wildlebende Säugetier, das die weiteste Reise unter dem Meer seit Beginn der Aufzeichnungen zurückgelegt hat.

Bei einer solchen Nachricht drängen sich eine Reihe von Fragen auf. Warum ist dieser Grauwal so weit gewandert? Ist dies ein natürliches Verhalten? Hat menschliches Eingreifen etwas mit dieser Meisterleistung zu tun? In den folgenden Zeilen werden wir diese und viele andere Fragen beantworten. Lies weiter und erfahre viel Wissenswertes

Die Nachrichten über den Grauwal

Von dieser Leistung handelt ein am 8. Juni 2021 in der Zeitschrift Nature erschienener Artikel. Darin heißt es, dass ein Grauwal (Eschrichtius robustus) in einem variablen Zeitintervall fast die halbe Welt (etwa 20.000 Kilometer) unter dem Meer zurückgelegt haben könnte. Schauen wir uns das einmal genauer an.

Dieser männliche Grauwal wurde erstmals im Jahr 2013 in Walvis Bay, Namibia, entdeckt. Wie National Geographic berichtet, war dies die erste Sichtung der Art auf der südlichen Halbkugel. Obwohl die Begegnung mit dem Exemplar mehrere Jahre zurückliegt, hat es lange gedauert, bis man herausfand, dass der rätselhafte Wal aus dem Norden des Pazifiks stammt.

Um die Herkunft des Wals zu ermitteln, wurden oberflächliche Hautproben entnommen und genetische Analysen durchgeführt. Der daraus resultierende wissenschaftliche Artikel, der in der Royal Society veröffentlicht wurde, besagt, dass das Exemplar möglicherweise aus der gefährdeten Population des westlichen Nordpazifiks stammt, von der es heute nur noch etwa 200 Exemplare gibt.

Mit der genetischen Analyse des Wals wurde bestätigt, dass er in einem sehr kurzen Zeitraum zwischen Mai und Juni 2013 mindestens 20.000 Kilometer (fast die halbe Welt) zurückgelegt hat. Für eine Art, die normalerweise zwischen 8.000 und 11.000 Kilometer zurücklegt, hat diese enorme Entfernung keine biologische Bedeutung.

Der Grauwal, der die längste Tierwanderung absolvierte, wurde erst 2013 entdeckt.

Ein Grauwal kommt aus dem Wasser.

Warum hat dieser Grauwal eine so lange Reise absolviert?

Als der Mitautor der zitierten Studie, Simon Elwen, im Jahr 2013 von dem Grauwal in Namibia erfuhr, war er ziemlich skeptisch. In seinen eigenen Worten: “Das ist so, als würde jemand sagen, er hätte einen Eisbären in Paris gefunden. Es ist physikalisch möglich, aber es scheint nicht sehr wahrscheinlich zu sein”.

Zu diesem Zeitpunkt kann man sich nur fragen, warum ein so großes Tier seine Energie verschwenden und sein eigenes Überleben aufs Spiel setzen würde, um so weit zu wandern. Die Wissenschaftler haben keine unmittelbaren Antworten auf diese Frage. Obwohl sie noch weitere Untersuchungen durchführen müssen, stellen sie einige Hypothesen auf.

Zunächst einmal kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Tier sich verirrt hat oder dass es einen Geburtsfehler hatte. Die stärkste Hypothese ist jedoch, dass das Abschmelzen der Arktis diesen Walen neue Routen eröffnet, wodurch sie neue Lebensräume erkunden (oder sich darin verirren) können. Ohne Zweifel steht der Mensch wieder ganz oben auf der Liste der Schuldigen.

Die natürliche Wanderung der Wale und ihre Erhaltung

Obwohl über das tatsächliche Gebiet, in dem Grauwale leben, nicht viel bekannt ist, weiß man, dass sie jährlich zwischen ihren polaren Sommernahrungsgebieten und ihren gemäßigten und tropischen Kalbungsgebieten wandern. Die Wanderrouten der ost- und westpazifischen Populationen sind sehr unterschiedlich und leider gibt es nur sehr wenige Informationen über die letztere Gruppe.

Interessanterweise unterscheiden sich beide Gruppen so stark voneinander, dass sie sogar als zwei verschiedene Unterarten von Grauwalen angesehen werden könnten. Die östliche Population ist mit mehr als 20.500 Exemplaren stabil und nur minimal gefährdet, während der westliche Grauwal nur 200 Individuen zählt und deshalb als gefährdet gilt.

Die Gruppe der westpazifischen Wale umfasste im Jahr 2010 nur noch schätzungsweise 26 fortpflanzungsfähige Weibchen. Seit 1995 war kein einziges weibliches Tier mehr in die Population gekommen. Die extrem langsame Wachstumsrate dieser Tiere macht sie anfällig für das Aussterben, da ein Grauwal bis zu 11 Jahre braucht, um die Geschlechtsreife zu erlangen.

Dank der Schutzbemühungen scheint die Population der westpazifischen Wale zu steigen.

Walflosse im Meer

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Der Grauwal, der die längste tierische Wanderung hinter sich gebracht hat, stammt aus der westlichen Population, die nach wie vor in Gefahr ist. Wenn etwas nach der Untersuchung des Falles klar ist, dann, dass diese Meisterleistung bedauerlicherweise nicht beabsichtigt war.

Der Eingriff des Menschen in die Meere dieses Planeten führt zum Artensterben. Die Pole schmelzen und es kommt zu schweren Ökosystemkatastrophen. Bei all den Umweltveränderungen, die derzeit mit dem Klimawandel einhergehen, wird es leider immer häufiger vorkommen, dass wir Tiere außerhalb ihrer natürlichen Lebensräume antreffen.

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