Argali: Merkmale des asiatischen Wildschafes

30. April 2019
Das Argali ist ein Säugetier, das zur Gruppe der Widder oder Wildschafe gehört. Es ist groß, kommt aus Asien und ist derzeit vom Aussterben bedroht.

Das Argali (wissenschaftlicher Name Ovis Ammon) gehört zur Familie der Mufflons und lebt in Tibet, dem Himalaya und anderen Gebirgen Asiens. In diesem Artikel erzählen wir dir mehr über diese Art von Wildschaf.

Das Argali: allgemeine Kennzeichen

In der mongolischen Sprache nennt man jede Art von Wildschaf Argali. Sprechen wir jedoch über die Familie der Ovis, so handelt es sich um die größten nicht-domestizierten Widder der Welt. Sie sind sogar größer als die Dickhornschafe aus Nordamerika.

Das Argali ist zwischen 85 und 135 cm groß und bis zu zwei Meter lang, wobei Männchen etwa 100 kg auf die Waage bringen. Männchen haben längere Hörner als die Weibchen und benutzen sie während der Paarungszeit, um miteinander wettzustreiten.

Die Färbung ist je nach Tier unterschiedlich, doch die Wolle kann hellblond, rötlich-braun, grau oder sogar schwarz sein.

Das Marco Polo Argali

Bis heute kennt man neun Unterarten des Ovis Ammon, je nachdem wo die Tiere leben (Nordchina, Tibet, Gobi Wüste usw.). Das berühmteste ist jedoch das Marco Polo Argali. Warum es sich so nennt? Das liegt daran, dass dieser Entdecker aus Venedig der erste Mensch aus dem Westen war, der es beschrieb.

Herde von Wildschafen

Sein wissenschaftlicher Name lautet Ovis Ammon polii und es lebt hauptsächlich in den Bergen von Pamir, doch man findet es auch in China, Tajikistan und Kirgisistan. Einige Exemplare fand man außerdem auch in Afghanistan.

Das Argali fühlt sich am wohlsten in steilen Zonen bei 3.700 bis 4.800 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Während des Sommers zieht es an dichter bewachsene Zonen in der Nähe von Flussufern, doch im Winter hält es sich an südlich gerichteten Berghängen auf.

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Das Marco Polo Argali hat spiralförmige Hörner, die bis zu 140 cm lang sein können. Das sind die längsten Hörner der Schaffamilie auf der ganzen Welt. Sie beginnen, kurz nach der Geburt zu wachsen und die Tiere verlieren sie ihr ganzes Leben lang nicht.

Es ist dunkelbraun mit weißen Stellen an den Innenseiten. Wenn die Temperaturen sinken, dann wird das Bauchfell länger, bis es eine Art Schürze bildet. Das Marco Polo Argali hat außerdem auch einen langen Schwanz, der es vor der Kälte schützt.

Sein Verhalten ist ähnlich dem jeglicher Spezies der Ovis Familie. Sie leben in kleinen Herden und trennen sich nach Geschlechtern im Sommer. Im Winter bilden sie manchmal größere Herden, um Energie zu sparen, sich gegenseitig Wärme zu spenden und sich vor Raubtieren zu schützen.

Argali Mutter und Kind

Fortpflanzung

Während der Paarungszeit bilden die Männchen eine Art von Harem, nachdem sie untereinander darum gekämpft haben. Nicht nur verwenden sie hierzu ihre Hörner, sondern sie stellen sich ebenfalls auf die Hinterbeine, um so durch ihre imponente Größe ihre Mitstreiter einzuschüchtern.

Nach der Paarung trennt das Männchen sich von seinen ‚Konkubinen‘, die sich dann allein um die Jungen kümmern. Die Weibchen gebären nach einer Tragzeit von 180 Tagen ein oder zwei Junge. 

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Aktuelle Situation

Das Argali ist heutzutage vom Aussterben bedroht. Das liegt hauptsächlich am Verlust ihres Lebensraumes und der Überweidung durch domestizierte Schafe. 

Außerdem kam es auch dazu, da nicht nur ihr Fleisch verzehrt wird, sondern auch ihre Hörner in der chinesischen Medizin benutzt werden und als Jagdtrophäe gelten.

Die natürlichen Feinde des Argali sind der Schneeleopard und der Grauwolf, die aufgrund der sinkenden Bevölkerungszahlen ebenfalls von der fehlenden Nahrungsquelle betroffen sind.

Das Argali, mit seinen spiralförmigen Hörnern, ist ein typisches Tier in Tibet. Wir hoffen, dass die menschlichen Anstrengungen, die Tierart vor dem Aussterben zu retten, erfolgreich sind.

  • Fedosenko, A. K., & Blank, D. A. (2006). Ovis ammon. Mammalian Species. https://doi.org/10.1644/1545-1410(2005)773[0001:oa]2.0.co;2