König Alexander I wurde von einem Affen gebissen

29. März 2019
Ein Affe biss den König Alexander I von Griechenland. Die Wunde infizierte sich und sein Tod trug große politische Konsequenzen.

Im Jahr 1920 erschütterte ein Makake die Geschichte Griechenlands. Der Affe, der den König Alexander I von Griechenland in seinem Palast von Tatoi biss, veränderte das Schicksal des Landes für immer.

Der Affe, der den König Alexander I biss

Dieser Monarch, der dritte König der Hellenen, führte ein kurzes und seltsames Königtum kurz nach dem ersten Weltkrieg. Das seltsamste daran war jedoch seine Todesursache: ein Affe biss den König Alexander I und er starb an den Verletzungen.

Der Gibraltar Makake ist eine Tierart, die in ganz Europa als Haustier gehalten wurde. Es gab ihn im römischen Pompeji und im prähistorischen Irland. Deshalb ist es eigentlich gar nicht so verwunderlich, dass der Affe, der den griechischen König biss, zu dieser Art gehörte.

Er war das Haustier eines der Diener von König Alexander I. Der Verwalter des Anwesens hielt sogar mehrere Makaken als Haustiere.

Scharfe Zähne

Der Angriff auf den Monarchen

Während eines Spaziergangs durch die Weingärten, gerieten einer der Affen und der deutsche Schäferhund des Königs aneinander. Als der König versuchte, dazwischenzugehen, um den Streit zu schlichten, biss ihn der Affe in den Bauch und das Bein.

Es stimmt zwar, dass Affen ganz lustige Tiere sein können, doch die Gibraltar Makaken haben enorme Reißzähne, weshalb sie einem Menschen erhebliche Wunden zuführen oder ihn sogar töten können.

Der Affe wurde anschließend getötet und die Diener reinigten die Wunden des Monarchen. Es war jedoch schon zu spät, weil sich Bisswunden schnell entzünden. Das gilt noch mehr, wenn sie von einem Gibraltar Makaken stammen.

Der König litt daraufhin an einem fürchterlichen Fieber und Schmerzen und starb binnen weniger Tage.

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Was geschah durch diesen Biss?

Um zu verstehen, was dies für Griechenland bedeutete, muss man wissen, dass Alexanders Vater, Konstantin I, sich während des ersten Weltkrieges neutral verhielt.

Trotz dessen war der König Deutschland freundlich gesinnt, während der Premierminister eher auf der Seite Frankreichs und Russlands war.

Palast von Tatoi

Das führte zu einer Parallelregierung und letztendlich dem Exil des Königs und seiner Familie. Das Triple Entente, das Griechenland unter der Figur des Premierministers dominierte, wollte dennoch das Land zu keiner Republik erklären.

Deshalb wurde er als Alexander I gekrönt. Dies geschah jedoch auf eine illegitime Art und er war auch das einzige Mitglied der königlichen Familie, das sich auf griechischem Boden aufhielt.

Alexander war also eigentlich ein „Strohpuppen“-König, der nicht wirklich regierte und von seinen Freunden ferngehalten wurde. Am Ende des ersten Weltkrieges vergrößerte sich Griechenland aufgrund der Friedensverhandlungen um ein Drittel und begann anschließend einen Krieg mit der Türkei.

Während dieser Jahre starb Alexander der I. Das brachte den Monarchen einen neuen Aufschwung und Konstantin, sein Vater, kam wieder auf den Thron. 

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Die Unzufriedenheit darüber und der verlorene Krieg gegen die Griechen ließen ihn jedoch schon nach zwei Jahren abdanken. Churchill sagte in Bezug auf den verlorenen Krieg nach der Rückkehr Konstantin I, dass der Makake einen König und 250.000 Griechen tötete.

Es ist interessant, dass der Biss eines Affen für so viel Aufruhr in diesem europäischen Land sorgte. Der Untergang der Monarchie und der Verlust der Territorien des Landes ergaben sich aufgrund des Todes von Alexander I.

Wer hätte schon gedacht, dass ein einzelner Affe ein ganzes Reich zum Untergang bringen könnte?