Flammen-Zwergkaiserfisch: Lebensraum, Besonderheiten und Haltung

Die wichtigsten Exporteure von Flammen-Zwergkaiserfischen sind die Marshallinseln und die Weihnachtsinsel, die zu Französisch-Polynesien gehören. Hier erfährst du alles Wissenswerte über diese schönen Fische!
Flammen-Zwergkaiserfisch: Lebensraum, Besonderheiten und Haltung

Letzte Aktualisierung: 20. August 2021

Der Flammen-Zwergkaiserfisch ist eine auffällige Art mit leuchtend roten Farben. Er gehört zur Familie der Kaiserfische. Es handelt sich um einen interessanten Zierfisch, der bei Liebhabern von Meeresaquarien sehr beliebt ist. Leider ist es aufgrund ihrer Eigenschaften nicht jedem möglich, diese Tiere gesund zu Hause zu halten.

Der Zwergkaiserfisch gehört zur Familie der Pomacanthidae, die mehrere Arten mit ähnlicher Form, aber unterschiedlicher Färbung umfasst. In unserem heutigen Artikel werden wir insbesondere über den Flammen-Zwergkaiserfisch (Centropyge loriculus) sprechen. Wenn du mehr über diesen faszinierenden Fisch erfahren möchtest, lies einfach weiter.

Der Flammen-Zwergkaiserfisch und sein Lebensraum

Dieser kleine Fisch hat eine Vorliebe für nicht sehr tiefe Lebensräume, denn er lebt in der Regel zwischen 5 und 60 Metern Tiefe. Normalerweise lebt diese Art in den Regionen des zentralen und westlichen Pazifiks, die von Ostindonesien bis zu den Marquesas-Inseln reichen. Daher ist er auf den tropischen Inseln Französisch-Polynesiens ziemlich verbreitet.

Flammen-Zwergkaiserfisch

Physische Merkmale

Dieser Fisch hat einen abgeflachten Körper mit einer kammartigen Rückenflosse und einer kleineren Afterflosse, die dort endet, wo der Schwanz beginnt. Die Brustflossen sind recht klein und durchscheinend und werden von Schwanzflossen knapp darunter begleitet, die “Haaren” oder einer Art Bart ähneln.

Er kann bis zu 15 Zentimeter lang werden, aber im Aquarium ist er in der Regel nur 8 oder 10 Zentimeter lang. Dies hängt von der Verfügbarkeit von Nahrung und der Größe des Lebensraums ab. Außerdem enthält sein Maul mehrere Trikuspidalzähne, mit denen er seine Nahrung besser zerkleinern kann.

Der Flammen-Zwergkaiserfisch fällt durch seine leuchtend rot-orange Färbung auf, mit 4 oder 5 schwarzen Linien auf jeder Seite des Körpers. Seine Rücken- und Afterflossen haben ein abwechselndes Muster aus schwarzen und violetten Farbtönen. Die Schwanzflosse hingegen ist durchscheinend und weist weniger leuchtende Orangetöne auf.

Zwergkaiserfisch: Gibt es eine neue Art?

Wenn er von den Marquesas-Inseln stammt, hat dieser kleine Fisch eine andere Färbung. Denn er hat keine schwarzen Linien und sein Körper ist überwiegend in einem Rotton gehalten. Aquarienliebhaber nennen diese Exemplare auch Hawaii-Zwergkaiserfisch, weil er sich von den ursprünglichen Farbtönen der anderen Arten unterscheidet.

Allerdings ist der Grund, warum dieser Fisch diesen Farbunterschied aufweist, noch nicht bekannt. Dennoch wurde eine Hypothese diesbezüglich aufgestellt. Laut dem Hawaii Institute of Marine Biology scheint die veränderte Färbung darauf hinzuweisen, dass sich der Fisch ausdifferenziert. Anders ausgedrückt, es bildet sich eine neue Art. Daher könnte es also in Zukunft möglicherweise eine neue Zwergkaiserfisch-Art geben.

Obwohl dies aufregend ist, werden wir eine solche evolutionäre Differenzierung wahrscheinlich nicht miterleben können. Denn derartige Prozesse dauern in der Regel sehr lange und die Artenbildung findet erst dann vollständig statt, wenn ausgewählte Populationen nicht in der Lage sind, sich miteinander zu reproduzieren.

Der Flammen-Zwergkaiserfisch und sein Verhalten

Die Gattung Centropyge (Zwergkaiserfische) zeichnet sich dadurch aus, dass die Tiere normalerweise Einzelgänger sind, die erst zur Balzzeit miteinander interagieren. Der Flammen-Zwergkaiserfisch, mit dem wir uns heute befassen, verbringt die meiste Zeit damit, nach Nahrung zu suchen. Allerdings entfernt er sich dabei nicht sehr weit von dem Riff, das er bewohnt.

Obwohl ein Großteil seiner Biologie unbekannt ist, wird vermutet, dass seine Färbung den Zweck haben könnte, mit seiner eigenen Art zu kommunizieren. Darüber hinaus wird angenommen, dass die Variation der Tonalität im Laufe der Zeit eine wichtige Rolle bei der Reproduktion spielen könnte. Allerdings dauern die Forschungen diesbezüglich noch an.

Der Flammen-Zwergkaiserfisch und seine Ernährung

Man könnte sagen, dass dieser Fisch eine ziemlich abwechslungsreiche Ernährung hat, die aus Algen und verschiedenen Wirbellosen besteht. Tatsächlich ist bekannt, dass er Schwämme und Korallen angreift und diese teilweise verzehrt. Und genau dies ist einer der Gründe, warum die Haltung in Aquarien manchmal Probleme bereitet.

Tatsächlich müssen diese Fische für ihre Fortpflanzung große Mengen an Fettsäuren aufnehmen. Dies liegt daran, dass die Zusammensetzung des Proteins, aus dem die Eier bestehen, besser ist, wenn die Ernährung der Mutter fettreicher ist. Mit anderen Worten, das Überleben der Nachkommen hängt von der Ernährung der Mutter ab.

Seine Fortpflanzung

Das Paarungsritual dieser Fische ist territorial organisiert, wobei jedes Männchen einen Harem von 4 bis 7 Weibchen hat. Diese Gruppierung entsteht durch Anwerbung, bei der das Männchen seine Reize zur Schau stellt und seine Partnerinnen erobert.

Diese Art ist sehr gut angepasst, da sie bei Bedarf ihr Geschlecht ändern kann. Alle Exemplare sind protogyne Hermaphroditen, was bedeutet, dass sie weiblich geboren werden, aber die Fähigkeit haben, männlich zu werden. Auf diese Weise kann ein Weibchen, wenn ein Harem sein Männchen verliert, dieses ersetzen und das neue Männchen der Gruppe werden.

Laut einer im Journal of Ethology veröffentlichten Studie kann die Veränderung schnell erfolgen. So entwickelt sich in etwa 20 Tagen aus dem einstigen Weibchen ein paarungsfähiges Männchen. Darüber hinaus kann diese Umwandlung auch dann erfolgen, wenn das bisherige Männchen noch anwesend ist.

Diese Organismen sind fischproduzierende Maschinen, da sie sich täglich vermehren können. Sie haben keine bestimmte Brutzeit – da sie diese nicht benötigen. Außerdem sind die Mitglieder des Harems in der Lage, einmal am Tag zu laichen und jeweils zwischen 100 und 1.000 Eier zu produzieren.

Jedes Ei ist zwischen 0,65 und 0,75 Millimeter groß und 14 bis 16 Stunden nach der Befruchtung schlüpft die Fischlarve. Diese Larven sind kaum über einen Millimeter lang. Aber schon im Alter von nur 72 Stunden entwickelt sich daraus ein Organismus, der sich selbst ernähren kann.

Die Entwicklung dieser Fischart ist sehr schnell, da die Larve nach 60 bis 110 Tagen ausgewachsen ist.

Der Flammen-Zwergkaiserfisch und die Haltung im Aquarium

Wie die meisten Meeresfische sind Flammen-Zwergkaiserfische sehr schwer zu pflegen. Da sie empfindlich auf Veränderungen in ihrer Umgebung reagieren, empfiehlt es sich, mit speziellen Geräten permanent die Wasserqualität zu überprüfen.

Zunächst einmal sollte das Aquarium mindestens 300 Liter fassen und ausreichend dekoriert sein, um dem natürlichen Lebensraum der Tiere zu entsprechen. Eine gute Strategie besteht darin, Steine mit lebenden Elementen zu verwenden, die den Fischen als Rückzugsort dienen, um Stress abzubauen. Obwohl einige Fische mit Korallen und Schwämmen koexistieren können, hängt dies vom Temperament der Fische ab, weshalb es nicht empfohlen wird, sie in dieser Umgebung zu halten.

Variablen, die das Wasser erfüllen muss

Um einen Flammen-Zwergkaiserfisch gesund zu halten, müssen mindestens folgende Wasseranforderungen erfüllt werden:

  • Temperatur: 24 °C bis 28 °C
  • Spezifisches Gewicht: 1.020 bis 1.024
  • Nitrate: <20 Milligramm / Liter

Ernährung in Gefangenschaft

Der Flammen-Zwergkaiserfisch kann sich hinsichtlich seiner Ernährung an kommerzielle Produkte anpassen. Darüber hinaus frisst er aber auch die Algen, die im Aquarium entstehen. Daher ist eine gute Beleuchtung unerlässlich, um seine Ernährung entsprechend zu ergänzen.

Allerdings solltest du in Bezug auf die Algen vorsichtig sein, da sich nur erwachsene Exemplare anpassen können. Jungfische ernähren sich von Zooplankton. Daher könnten sie innerhalb weniger Tagen sterben, wenn du nicht aufpasst. Stattdessen solltest du zum Schutz ihrer Gesundheit Lebendfutter – wie Ruderfußkrebse (Copepoda) – in Betracht ziehen.

Obwohl dies durchaus hilfreich sein kann, garantiert auch das Lebendfutter nicht, dass die Fische überleben können. Denn du musst dir stets vor Augen führen, dass sich diese Tiere außerhalb ihres natürlichen Lebensraums befinden. Und mangels Informationen ist es noch nicht möglich zu wissen, wie man ihnen 100 % ihrer natürlichen Nahrung zuführen kann.

Zwergkaiserfisch: Sein schlimmster Feind ist Stress

Dieser Fisch kann, wie viele andere auch, unter Stress leiden, wenn er in seinem neuen Zuhause ankommt. Daher ist es wichtig, dass du alle notwendigen Schritte zur Eingewöhnung deines neuen Aquarienbewohners befolgst. Außerdem solltest du bis zu diesem Zeitpunkt den gesamten Lebensraum vorbereitet haben, mit genügend Strukturen, in die er sich zurückziehen kann, damit er sich wohl fühlt.

Obwohl sich dieser Vorgang einfach anhört, kann er tödlich sein, wenn er nicht richtig durchgeführt wird. Territoriale Fische leiden oft sehr darunter, wenn sie aus einem Lebensraum entfernt werden. Daher benötigen sie Zeit und Raum, um sich an den neuen Lebensraum zu gewöhnen.

Das ist deshalb so wichtig, weil Stress die Abwehrkräfte des Fisches schwächen kann, so dass er krank wird. Aus diesem Grund sind diese Tiere nicht für Anfänger geeignet, denn mangelndes Wissen führt oft dazu, dass diese Fische sehr schnell sterben.

Ein Flammen-Zwergkaiserfisch auf weißem Hintergrund.

Obwohl es Arten mit unglaublichen und schönen Formen gibt, eignen sich nicht alle von ihnen als Haustiere. Vor allem marine Arten sind sehr schwierig zu handhaben, da ihre Umwelt perfekt kontrolliert werden muss. Vergiss nicht, dass am Ende nicht nur Geld auf dem Spiel steht, sondern ein ganzes Leben von dir abhängt. Daher solltest du dich vorab gut informieren, um die besten Entscheidungen treffen zu können.

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