Südkoreaner sollen kein Hundefleisch mehr essen!

19. Februar 2018
Seit 2017 darf auf dem Markt von Moran in Südkorea kein Hundefleisch mehr verkauft werden. 

Andere Länder, andere Sitten. Es fällt uns schwer zu verstehen, doch in manchen Ländern ist es ganz normal, Hundefleisch zu verzehren. Doch in Südkorea wird sich dies jetzt ändern: Auf dem Markt von Moran wird kein Hundefleisch mehr verkauft werden! 

Kein Hundefleisch auf dem Markt von Moran

kein Hundefleisch in Südkorea

In der Stadt Seongnam, etwa 26 Kilometer südlich der koreanischen Hauptstadt, wird seit den 1960er Jahren alles nur Mögliche verkauft, auch Hundefleisch!

Schätzungsweise wurden hier pro Jahr rund 80.000 tote oder lebendige Hunde zum Verzehr verkauft. Dieser Markt war der größte Umschlagplatz für Hundefleisch.

Doch die 22 Hundefleischhändler mussten 2017 ihre Ständchen dicht machen. Bellende und winselnde Hunde und der beißende Geruch hatte diesen Markt schon lange in Verruf gebracht.

Seit 2017 darf auf dem Markt von Moran in Südkorea kein Hundefleisch mehr verkauft werden.

Ein langer Kampf für Tierrechte

Tierschutzorganisationen, wie die KAWA (Korean Sssociation for Animal Welfare) und auch der Tourismusverband forderten schon lange, mit dem Verkauf von Hundefleisch aufzuhören.

Die Hunde wurden hier in Massen gehalten, ausgestellt und zum Verzehr angeboten. Je nach Wunsch der Käufer wurden die Tiere lebend verkauft oder noch vor Ort grausam (durch Stromschlag, Hängen, Schläge…) geschlachtet. Doch inzwischen wurde mit den Hundeschlachthöfen Schluss gemacht.

Doch noch ist damit der Kampf nicht gewonnen. Es gilt jetzt, heimliche Verkäufe von Hundefleisch zu kontrollieren und aufzudecken. Außerdem wird darum gekämpft, den Verkauf dieses Fleisches im ganzen Land zu verbieten.

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Eine opportunistische Maßnahme?

Nach zahlreichen Beschwerden von Touristen und Tierschutzorganisationen konnte dieser Teilerfolg erzielt werden. Auch Nachbarn demonstrierten immer wieder gegen den unangenehmen Lärm und Gerüche.

Viele stellen sich jedoch die Frage, ob dieses Verbot nicht auf die Olympischen Winterspiele 2018 zurückzuführen ist. Denn schließlich soll Südkorea ein gutes Bild machen.

Der Bürgermeister von Seongnam zitierte ohne jede Bedenken Gandhi: „Die Stadt wird die Initiative ergreifen, um das Image von Südkorea zu verändern, da die Größe einer Nation an der Art und Weise, wie ihre Tiere behandelt werden, beurteilt werden kann.“

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Der schwierige Weg zur Anerkennung als Haustier

Hundefleisch wird in Südkorea noch immer gegessen

Wie auch in anderen asiatischen Ländern hat Hundefleisch in Korea lange Tradition. Doch in den letzten Jahren ist glücklicherweise der Konsum drastisch gesunken.

Auch hier werden Hunde jetzt von vielen als Haustiere betrachtet. Doch der Verkauf von Hundefleisch ist gesetzlich nicht verboten und die Aktivität ist nicht reguliert. NOch immer werden Hunde zum Verzehr gezüchtet, um die Nachfrage nach Hundefleisch zu decken.

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Noch ist viel zu tun, nicht nur in Südkorea. Auch in anderen Ländern kämpfen Tierliebhaber und Tierschutzorganisationen für das Wohl von Hunden und den Verbot von Hundefleisch für den menschlichen Konsum.

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