Kanaan-Hund: wildlebend für viele Generationen

· 6. Dezember 2018
Dank seiner jüngsten Geschichte handelt es sich um einen Hund, der sich Problemen stellt. Außerdem zögert er auch nicht, auf die Anwesenheit von Fremden mittels Bellen aufmerksam zu machen.

Er könnte ein weißer Schäferhund sein, doch der Kanaan-Hund trägt die Rute über den Rücken geringelt, was uns zu dem Urteilt führt, dass er kein Hütehund ist. Die Rasse hat sogar ihre ganz eigene Geschichte.

Der Kanaan-Hund und seine Geschichte

Die Geschichte des Kanaan-Hundes ist sehr interessant: es handelte sich um eine primitive Rasse, die im nahen Osten lebte und dort die Aufgabe eines Hütehundes übernahm.

Der Kanaan-Hund begleitete das Vieh auf die Berge und beschützte es dabei vor Raubtieren. Ebenso beschützte er die Häuser seiner Bezugsmenschen vor Eindringlingen.

Im zweiten Jahrhundert der römischen Invasion zerstreute sich jedoch die Bevölkerung der Region und aus der Rasse wurden wilde Tiere. Sie lebten in Freiheit in der Wüste von Negev und waren für lange Zeit ausgewildert.

Für fast 2.000 Jahre war der Kanaan-Hund zwar wild aber dennoch von den Menschen abhängig. Einige wenige von ihnen näherten sich den Viehherden der Menschen an, die geblieben waren, andere wurden wieder zu Haustieren.

Sehr viele der Tiere überlebten dank des Mülls, den die Menschen produzieren.

Anfang des 20. Jahrhunderts brauchten die Bewohner der Zone die Hilfe von starken, intelligenten Hunden mit Hüteinstinkt. Der Kanaan-Hund war die beste Alternative und die Tiere gewöhnten sich schnell an ihre neue Rolle als Arbeits- oder Familienhund.

Lies auch: Der Weiße Schweizer Schäferhund: schön und intelligent

Merkmale des Kanaan-Hund

Es handelt sich um einen mittelgroßen Hund, der zwischen 18 und 25 kg wiegt. Rüden sind meist etwas größer als Hündinnen, doch generell gesprochen erreichen sie ein Stockmaß von etwa 50 bis 60 cm.

Ihr Körper wirkt quadratisch und ausgeglichen. Sie sind beweglich, aber muskulös, so wie auch viele andere Hütehunde.

Merkmale des Kanaan-Hund

Ihr Kopf ist wiegenförmig, ihre Schnauze quadratisch und ihre Lefzen dunkel. Der Kopf wirkt breiter als er eigentlich ist, das liegt an den tief angewachsenen Ohren.

Diese sind dreieckig und der Hund trägt sie stehend über dem Kopf. Sie sind sehr beweglich in alle Richtungen und deswegen auch sehr ausdrucksstark.

Eines der auffälligsten Merkmale dieser Rasse ist ihre Rute. Die tragen sie nämlich eingerollt über den Rücken. Er scheint zwar auf den ersten Blick wie ein Schäferhund, doch diese Tiere tragen die Rute gerade und tief. Der Kanaan-Hund ist eigentlich ein primitiver Hund, so wie zum Beispiel die Huskys.

Er hat eine doppelte Fellschicht. Die innere Schicht ist wollig und dicht, sie beschützt sie vor den extremen Temperaturen der Wüste. Da ist es sehr kalt in der Nacht und unerträglich heiß am Tag. Die äußere Fellschicht ist fester und mittellang.

Unser Lesetipp: Sieben verschiedene Windhundrassen

Den Kanaan-Hund gibt es in verschiedenen Farben: sandfarben, rötlich oder schwarz. Er kann eine Maske haben, doch diese muss dann symmetrisch sein. Die offizielle Norm für Züchter erlaubt keine grauen, getigerten oder feuer-schwarzen Tiere.

Die Maske und weiße Marken dürfen hingegen in Kombination mit jeglicher Farbe auftreten.

Verhalten des Kanaan-Hund

Die Jahrhunderte wilden Lebens haben ihre Zeichen in dieser Rasse hinterlassen. Es sind unabhängige Tiere, die sehr gut selbständig Probleme lösen können.

Manchmal sind sie eher starrsinnig als intelligent. Sie überlegen sich immer zuerst sehr gut, ob es den Aufwand und die Zeit wert ist, bevor sie zur Tat überschreiten.

Kanaan-Hund schaut aus dem Laub

Der Kanaan-Hund toleriert keine Langeweile und Inaktivität. Er ist daran gewöhnt, immer aktiv oder auf der Suche nach Futter zu sein und mit seinen Artgenossen zu spielen.

Deshalb braucht diese Rasse viel geistige Stimulierung. Dieser Hund eignet sich ideal für lange Spaziergänge in Feld und Wald und braucht mindestens drei ausgiebige Spaziergänge pro Tag.

Aufgrund seines unabhängigen doch beschützerischen Charakters misstraut er Fremden, sowohl Hunden als auch Menschen. Sie zetern nicht lange, sondern machen durch ihr Bellen darauf aufmerksam, dass etwas Ungewöhnliches geschieht.

Aggressivität zeigt er jedoch nur sehr selten. Er sieht es als seine Aufgabe, Eindringlinge zu erschrecken, nicht zu verletzen.

Pflege des Kanaan-Hund

Da er sich erst seit Kurzem wieder dem Menschen angenähert hat und die künstliche genetische Selektion erst seit kurzer Zeit stattfindet, gibt es auch noch keine vermehrt vorkommenden Erbkrankheiten bei dieser Rasse.

Deswegen darf man natürlich trotzdem nicht die Gesundheit und die regelmäßigen Tierarztbesuche vernachlässigen.

Man muss die Impfungen, die der Tierarzt empfiehlt, regelmäßig einhalten. Da dieser Hund die Natur liebt, ist es auch notwendig, ihn immer wieder zu entwurmen und auch Mittel gegen äußere Parasiten anzuwenden.

Außerdem sollte man ihn häufig auf Zecken, Stacheln, Dornen und Ähnliches im Fell und besonders an den Pfoten, Tatzen und Ohren untersuchen.

Den Kanaan-Hund gibt es seit Jahrhunderten, doch lange Zeit überlebte er in halbwildem Zustand. Er gewöhnt sich jedoch leicht an das Zusammenleben mit Menschen, so lange man seine Intelligenz und das Bedürfnis nach mentaler Stimulierung respektiert.