Kastration von Haushunden: 5 Vorteile

20. April 2018
Die Kastration eines Hundes kann zwar als radikale Maßnahme betrachtet werden, doch sie hat verschiedene Vorteile für die Gesundheit und das Verhalten der Tiere. Darüber hinaus kann damit ein ungeplanter Wurf verhindert werden.

Die Kastration von Haushunden hat verschiedene Vorteile, die wir uns in unserem heutigen Artikel etwas genauer ansehen. Heute gehen wir näher auf die Frage ein, wie der chirurgische Eingriff aussieht und welche Vorteile dieser für die Tiere beziehungsweise ihre Besitzer hat.

Was ist eine Kastration?

Es handelt sich um einen operativen Eingriff, um den Hund unfruchtbar zu machen. Bei Weibchen werden die Eierstöcke und normalerweise auch die Gebärmutter entfernt, bei Männchen die Hoden. Bei einer Sterilisation werden hingegen nur die Eileiter beziehgungsweise die Samenleiter unterbrochen oder durchtrennt. 

Wir empfehlen auch diesen Beitrag: Mein Hund hat jemanden gebissen. Welche Verantwortung trage ich?

Die Kastration von Haushunden kann für manche drastisch klingen, doch in der Regel handelt es sich um eine Operation, von der sich insbesondere junge Hunde schnell erholen. Sie wird unter Vollnarkose durchgeführt.

Es gibt inzwischen auch eine „chemische Kastration“, bei der ein winziges Implantat unter die Haut gespritzt wird. Dadurch wird das Tier 6 Monate lang unfruchtbar, danach jedoch wieder zeugungsfähig. In Deutschland ist dieses Implantat bei Rüden zugelassen, in manchen anderen Ländern wird es auch für Hündinnen verwendet.

Je früher ein Hund kastriert wird, desto mehr Vorteile hat er. Damit kann verschiedenen Krankheiten vorgebeugt werden, die aufgrund eines veränderten Hormonhaushalts verursacht werden. Durch die Kastration von Haushunden wird die Gefahr dafür geringer.

Kastration von Haushunden

Noch ein interessanter Artikel: Nicht ohne dich! Welche Pläne kannst du mit deinem Hund machen?

Kastration von Haushunden – warum?

Es ist kein Geheimnis, dass es weltweit unzählige ausgesetzte Hunde gibt, die in der Regel von verantwortungslosen Besitzern ihrem Schicksal überlassen wurden.

Straßenhunde vermehren sich bis zu dreimal jährlich, je nach Rasse, was zu noch mehr streunenden Hunden führt. Die Kastration von Haushunden ist eine Möglichkeit, dies zu verhindern. Es gibt verschiedene Tierschutzorganisationen, die sich dafür einsetzen, um noch mehr Leid und streunende Straßenhunde zu verhindern.

Auch die Übertragung von sexuell übertragbaren Krankheiten und Folgebeschwerden können so verhindert werden. Darüber hinaus verbessern sich Verhalten und Persönlichkeit des Hundes.

Wir nennen dir anschließend fünf konkrete Vorteile, die die Kastration von Haushunden mit sich bringt:

Hast du diesen Artikel schon gelesen? Bradley, der Teenager, der einen Hund davor rettete, sich an seiner eigenen Leine zu erhängen

  • Bessere mentale Gesundheit und positive Auswirkung auf das Verhalten

Wie auch bei uns Menschen, haben verschiedene Hormone bei Hunden einen großen Einfluss auf ihr Verhalten und die Entwicklung der Persönlichkeit. Die meisten aggressiven Rüden haben einen hohen Testosteronspiegel, deshalb handeln sie unfreiwillig so.

Durch die Entfernung der Hoden kann dieses Problem in den meisten Fällen gelöst werden. Der Hund wird dadurch zwar nicht komplett unterwürfig, doch er ist gehorsamer und verträgt sich besser mit anderen Tieren. 

Außerdem hat er kein so starkes Bedürfmis mehr, Weibchen zu besteigen, wenn er läufig ist und die Gefahr, dass der Hund ausbricht ist geringer. Kastrierte Tiere sind ruhiger und haben nicht das Bedürfnis, so oft außer Haus zu gehen. 

Kastration von Haushunden

  • Weniger Krankheiten

Durch die Entfernung der Gebärmutter besteht keine Gefahr mehr, für Pyometra, eine zum Teil lebensgefährliche Infektion, und auch nicht für Gebärmutterkrebs. Auch das Risiko für Gesäugetumore wird stark reduziert. Wenn die Kastration bei Weibchen vor der ersten Läufigkeit durchgeführt wird, können diese Krebskrankheiten um 90% reduziert werden. 

Wenn keine Verpaarung geplant ist, ist dies deshalb die beste Option, um Krankheiten und auch einem ungeplanten Wurf vorzubeugen. Das Züchten sollte man am besten Experten überlassen, damit bereits im Voraus für alle Welpen ein glückliches Zuhause garantiert werden kann.

Entdecke auch diesen Beitrag: Was tun, wenn der Hund Angst vor Donner hat?

  • Die Kastration ist preisgünstig

Viele denken, dass eine Kastration mit hohen Kosten verbunden ist, doch das ist nicht der Fall. Insbesondere wenn man bedenkt, dass man sich im Laufe des Lebens des Hundes damit hohe Kosten, die durch Krankheiten verursacht werden, ersparen kann, lohnt sich die Kastration auf jeden Fall!

  • Bessere Lebensqualität

Das Tier wird sich in der Regel lange guter Gesundheit erfreuen. Sterilisierte Weibchen leben beispielsweise im Vergleich zu nicht sterilisierten Hündinnen länger.

  • Keine Läufigkeit bei Hündinnen

Da die Hündinnen nach der Operation keine Eierstöcke und meist auch keine Gebärmutter mehr haben, ist die periodische Läufigkeit kein Problem mehr. Dies wirkt sich auch positiv auf das Verhalten aus, denn die Hündinnen haben keine fruchtbaren Tage mehr, in denen sie die Aufmerksamkeit von Rüden auf sich lenken wollen. 

Wie bereits erwähnt, verbessert sich auch bei Männchen das Verhalten: Sie sind weniger aggressiv und markieren ihr Revier auch nicht so oft.

Im Endeffekt muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden, ob er seinen Hund kastrieren möchte oder nicht. Wichtig ist auf jeden Fall für jeden Hundebesitzer, Verantwortung auszuüben und die besten Entscheidungen für sein Tier zu treffen.

Auch interessant