Verlust eines Haustieres: Wie kann ich helfen?

Bei der Unterstützung nach dem Verlust eines Haustieres geht es mehr darum zu wissen, wie du mit deinem Mitgefühl umgehen kannst, als ein Repertoire an standardisierten Redewendungen für diesen Anlass parat zu haben. Hier sind einige Tipps dafür.
Verlust eines Haustieres: Wie kann ich helfen?
Sara González Juárez

Geschrieben und geprüft von der Psychologe Sara González Juárez.

Letzte Aktualisierung: 15. November 2022

Immer mehr Menschen akzeptieren, dass im Haushalt lebende Tiere Familienmitglieder sind. Deshalb ähnelt die Art und Weise, wie man jemanden unterstützt, der den Verlust eines Haustieres erleidet, immer mehr der Unterstützung in einem menschlichen Trauerfall.

Den Verlust eines Haustieres als notwendig anzuerkennen, bedeutet jedoch nicht, dass du immer die richtige Person bist, um dem betroffenen Menschen Trost zu spenden. Tatsächlich ist dies eine Aufgabe, die bestimmte Fähigkeiten erfordert, um in diesen schweren Zeiten gut begleiten zu können. Welche das sind, verraten wir dir hier.

Trauerbegleitung

Trauer ist eine natürliche Reaktion auf den Verlust eines geliebten Wesens. Jeder Mensch erlebt Trauer anders, deshalb gibt es keine universellen und wirksamen Botschaften für jede individuelle Situation. Viele Faktoren beeinflussen den emotionalen Schmerz: wie plötzlich der Tod des Tieres war, wie empfindsam ist die Bezugsperson, wie bewältigt sie die Situation und vieles mehr.

Was können wir also tun, um einer Person zu helfen, über den Tod ihres Haustieres hinwegzukommen? Ist es möglich, ihre Trauer zu lindern? In den folgenden Abschnitten geben wir dir einige Tipps, die dir helfen werden, in dieser Zeit den betroffenen Menschen gut begleiten zu können.

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Verlust eines Haustieres: Wie kann ich helfen?

Der Trauerprozess sollte nicht übersprungen werden

Du kannst ein geliebtes Wesen nicht verlieren, ohne Schmerz zu empfinden. Trauern ist ein natürlicher Prozess: Ein Mensch muss ihn durchlaufen und es ist normal, dass es Zeit braucht, um über den Verlust hinwegzukommen. Dein Wunsch, das Leid eines Menschen zu lindern, ist wahrscheinlich aufrichtig, aber du solltest dieser Person Respekt entgegenbringen, was ihre Zeit und Bedürfnisse angeht.

Die Trauer der Person ist berechtigt

Jemanden zu unterstützen, der um ein Haustier trauert, sollte nicht bedeuten, die Gefühle dieser Person zu übergehen. Sätze wie “Es war doch nur ein Hund” oder “Der Tod eines Kanarienvogels ist nicht das gleiche wie der Tod einer Katze” bedeuten für die trauernde Person nur, dass du ihre Gefühle nicht respektierst.

Die emotionale Belastung eines anderen Menschen herunterzuspielen, die durch einen Todesfall ausgelöst wurde, zeigt einen klaren Mangel an Empathie.

Setze die Bedürfnisse der Person an die erste Stelle

Es gibt immer wieder Berichte von Menschen, die während des Trauerprozesses wenig emotionale Unterstützung erfahren haben, besonders wenn es sich um den Tod eines Haustiers handelt. Diese Personen geben häufig an, dass Menschen, die ihnen helfen wollen, versuchen, den Schmerz einfach lindern zu wollen oder dessen Bedeutung herunterzuspielen.

Wenn du jemandem, der sein Tier verloren hat, wirklich helfen willst, solltest du seinen Schmerz niemals herunterspielen. Es ist wahrscheinlich, dass du durch dein Mitgefühl auch selbst leidest. Denke jedoch daran, dass die vom Verlust betroffene Person diejenige ist, die Hilfe braucht.

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Wie man einer trauernden Person hilft

Jeder Mensch erlebt den Tod eines geliebten Wesens auf seine eigene Art und Weise. Deshalb hier einige spezifischere Empfehlungen, um einem Freund oder einer Freundin zu helfen, der/die den Verlust eines Haustieres erlitten hat:

Was braucht er/sie im Moment?

Wenn der/die Trauernde dir nahe steht, wirst du wissen, was er/sie in Momenten der Kümmernis braucht. Die betroffenen Menschen müssen vielleicht darüber reden, brauchen Ablenkung, eine einfache Umarmung. Manchmal wollen sie schlichtweg nur alleine sein. Wenn du sie fragst, was sie brauchen, ist das auch ein guter Weg, um für sie da zu sein. So haben die Trauernden einen greifbaren Beweis dafür, dass du dich um sie kümmerst (selbst wenn du schon weißt, wie du ihnen helfen kannst).

Gib nur dann Ratschläge, wenn sie darum bitten

Es ist ganz natürlich, dass du jemandem, der dir nahe steht, bei der Bewältigung des Verlustes eines Haustieres mit Ratschlägen zur Seite stehen willst. Aber in Zeiten intensiver Trauer kommen diese Ratschläge vielleicht nicht so gut an (vor allem, wenn es sich um einfache Ratschläge handelt, wie z. B. “Du solltest mal an die frische Luft”). Es liegt an der Person selbst, mit der Trauer umzugehen und Maßnahmen zu ergreifen, die ihr Erleichterung verschaffen.

Übe aktives Zuhören

Eine Person, die ihre Trauer anderen gegenüber zum Ausdruck bringt, sendet damit in der Regel eine Botschaft, die sich eher an sie selbst als an ihre Mitmenschen richtet. Laut auszusprechen, was man fühlt, gehört dazu, den Tod des Tieres zu verarbeiten und sich zu erholen.

Achte darauf, was dein/e Freund/in sagt, aber versuche nicht, diese Worte richtigzustellen oder Ratschläge zu erteilen . Stelle Fragen, halte sie zum Reden an, indem du selbst schweigst, oder bleibe einfach an ihrer Seite, während sie sich “Luft” verschaffen.

Vermeide vereinfachende Beileidsbekundungen und Gemeinplätze

Es ist ganz natürlich, dass du eine Botschaft übermitteln möchtest, um den Schmerz zu lindern, den ein Mensch beim Tod seines tierischen Gefährten empfindet. In manchen Fällen sind Worte heilsam, aber leider gilt das nicht immer, wenn es um das Sterben geht. Einige Botschaften, die du vermeiden solltest, sind diese:

  1. “Ich weiß, wie du dich fühlst”: Wenn du es nicht genauso erlebt hast wie diese Person, kannst du nicht behaupten, dass du weißt, wie sie sich fühlt. Das ist ein gutgemeinter, unschuldiger Rat, aber bei manchen Menschen stößt er auf Ablehnung.
  2. “Er leidet nicht mehr” oder “er ruht sich jetzt aus”: Sätze wie diese können hilfreich sein, wenn der Trauernde sie zu sich selbst sagt. Wenn sie von außen kommen, liegt der Fokus auf dem Tier, das gestorben ist. Die Person, die du trösten willst, ist allerdings noch am Leben.
  3. “Mein eigener Hund ist gestorben an …”: Deine eigenen Erfahrungen mit der Trauer mitzuteilen, kann in fortgeschrittenen Stadien hilfreich sein. Allerdings bringt dieser Satz nicht viel, wenn das Tier gerade gestorben ist.
  4. “Wenigstens ist er nicht an … gestorben”: Es ist einfach kein Trost, jemanden darauf hinzuweisen, dass das Tier vor seinem Tod an einer “schlimmeren” Krankheit gelitten haben könnte.
  5. “Jetzt musst du stark sein”: Ein weiterer Satz, der gutgemeint ist. Aus der Sicht der trauernden Person übt das nur Druck aus. Jemand, der gerade einen Verlust erlitten hat, hat das Recht, verletzlich zu sein.

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Verlust eines Haustieres: Wie kann ich helfen?

Noch ein guter Tipp zum Schluss

Es ist normal, Trauer zu empfinden, wenn ein Haustier stirbt, aber es ist auch normal, an das Ende der Trauerphase zu gelangen. Wenn du merkst, dass jemand, der dir nahe steht, sehr lange trauert und es ihm nicht besser geht, ist es vielleicht eine gute Idee, einen Psychologen aufzusuchen. Es ist die Aufgabe von Fachleuten, pathologische Trauer zu erkennen. Denke auch daran: Die Unterstützung beim Verlust eines Haustieres endet nicht mit dem Ritual des Abschiednehmens.

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