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6 Arten von Augenausfluss bei Hunden (und was sie bedeuten)

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Augensekrete bei Hunden können je nach Gesundheitszustand in Farbe und Beschaffenheit variieren. Lerne, die verschiedenen Augensekrete zu unterscheiden und zugrundeliegende Krankheiten frühzeitig zu erkennen.
6 Arten von Augenausfluss bei Hunden (und was sie bedeuten)
Letzte Aktualisierung: 06. Januar 2022

Augenausfluss bei Hunden ist normalerweise nichts allzu Schlimmes und lässt sich relativ leicht behandeln. Es gibt jedoch Ausnahmen, und du solltest wissen, wie du zwischen einer normalen Augensekretion und Anzeichen für ein zugrundeliegendes ernsteres Problem bei deinem Tier unterscheiden kannst.

In diesem Artikel stellen wir dir die häufigsten Gründe vor, warum das Auge eines Hundes übermäßig tränen kann (oder andere Substanzen absondert) und was du dagegen tun kannst. Lies diesen Artikel unbedingt, denn das rechtzeitige Erkennen einer Augenerkrankung kann den Unterschied ausmachen. Handelt es sich nur um eine kleine Verletzung oder könnte mein Hund am Ende vielleicht sogar erblinden?

6 Arten von Augenausfluss bei Hunden

Die Absonderungen fallen unterschiedlich aus, je nach zugrundeliegendem Faktor, der das Auge in Mitleidenschaft zieht. Zunächst werden wir den normalen Tränenfluss beschreiben, damit du ihn von anderen Färbungen und Konsistenzen unterscheiden kannst, die eher für Krankheiten und Verletzungen typisch sind. Lies weiter!

1. Augenschleim

Hundeaugen scheiden wie Menschen und andere Tiere Substanzen aus den Augenwinkeln aus. Mit diesem Tränenfluss werden Staub und Schmutz aus der Umgebung ausgeschwemmt, die an der Oberfläche des Augapfels haften. Wenn diese Sekrete trocknen und aushärten, nehmen sie meist eine bräunliche Farbe an und sind allgemein als Augenschleim bekannt, beim Menschen auch als „Schlafsand“ bezeichnet.

Es ist normal, dass Hunde morgens und nach langen Nickerchen „Schlafsand“ oder Augenschleim in den Augen haben, genau wie Menschen. Diese Verkrustungen sind kein Anzeichen für eine Krankheit, wenn sie nicht von anderen Symptomen begleitet werden.

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2. Augenausfluss (Epiphora)

Übermäßig tränende Augen mit klarem, flüssigem Ausfluss sind ein Zeichen dafür, dass etwas den Augapfel oder die Schleimhaut des Augenlids reizt. Dann kann es notwendig sein, den Tierarzt zu konsultieren, da die Ursachen vielfältig sind und einige davon ernsthafter Natur sein können:

  • Allergien.
  • Fremdkörper im Auge: Auch wenn du nicht siehst, was in das Auge deines Hundes gelangt ist, ist es sehr wahrscheinlich rot, entzündet und tränt ständig.
  • Lideinstülpung (Entropium) oder Auswärtsgedrehtes Lid (Ektropium): Bei einem Rolllid (Entropium) ist das Lid einwärts gekehrt, sodass die Wimpern an der Hornhaut reiben und Reizungen verursachen. Unter Ektropium versteht man das Gegenteil – das Augenlid ist nach außen gewendet und die Schleimhäute werden dadurch gereizt. Das wiederum regt den Tränenfluss an.
  • Glaukom (Grüner Star): Dabei handelt es sich um einen erhöhten Augeninnendruck, der langfristig das Auge schädigt. Du wirst feststellen, dass das Auge geschwollen und rot ist und übermäßig tränt. Es handelt sich bei einem Glaukom um eine ernste Erkrankung, die dem Tier große Schmerzen bereitet und das Risiko der Erblindung mit sich bringt.
  • Trauma des Auges: Entweder durch eine Quetschung oder eine Geschwürbildung (durch scharfe oder spitze Gegenstände). Bei Hunden ist das häufig der Fall, da sie manchmal im Spielen mit anderen Hunden „unvorsichtig“ sind und sich das Gesicht am Boden stoßen oder im hohen Gras von Halmen gestochen werden.
  • Reizstoffe in der Umwelt, wie z. B. das Vorhandensein von sich verflüchtigenden Chemikalien oder Stoffen, die mit der Umweltverschmutzung Hand in Hand gehen.

Dazu ist auch folgender Artikel interessant: Blindheit bei Hunden: Früherkennung und Behandlung

3. Rötlich-brauner Augenausfluss bei Hunden

Diese Absonderungen sind normal, da im Speichel und in der Augenflüssigkeit von Hunden Farbstoffe (Porphyrine) enthalten ist, die sich bei Kontakt mit der Luft rötlich färben. Optisch sieht man vor allem bei Hundegesichtern mit hellen Fell eine lange, rötlich-braune Rinne.

Wenn du die rot-bräunlichen Tränenspuren aus dem Gesicht deines Hundes entfernen willst, solltest du die Stelle mehrmals täglich mit einem feuchten Tuch oder Wattepad säubern. Bedenke jedoch, dass es sich hierbei um ein rein kosmetisches Problem handelt und nicht um ein gesundheitliches Problem.

4. Grauer oder weißer Ausfluss

Dieser Ausfluss ist typisch für eine Erkrankung, die die Tränendrüsen betrifft und bei der das Immunsystem die Tränendrüsen angreift und zerstört. Da das Auge nicht in der Lage ist, genügend Tränenflüssigkeit zu produzieren, kompensiert es dies, indem es Schleim zur Schmierung absondert.

In der Tierklinik kannst du mit dem Schirmer-Tränen-Test (STT) schnell feststellen, ob die Tränensekretion deines Hundes ausreichend ist.

Grauer oder weißer Ausfluss muss so schnell wie möglich behandelt werden, da sie sonst zu Erblindung oder Augengeschwüren führen kann. Außerdem verursacht er großes Unbehagen bei dem Tier und verändert manchmal die Pigmentierung der Hornhaut.

5. Gelbliches oder grünliches Tränen der Augen

Wenn ein Hund gelbliches oder grünes Augensekret produziert, das zudem dickflüssig und gallertartig ist, leidet er sehr wahrscheinlich an einer Infektion. Diese kann primär oder sekundär zu einer anderen Erkrankung sein, wie z. B.  einer Rhinotracheitis oder dem sogenannten „Zwingerhusten“ (Tracheobronchitis).

In diesem Fall ist ein Besuch beim Tierarzt notwendig, denn du solltest die Infektion nicht weiter fortschreiten lassen, erst recht nicht, wenn sie sekundär zu einem anderen Gesundheitsproblem auftritt. Wenn sie nicht richtig behandelt wird, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Infektion wiederholt auftritt.

Lies dazu auch folgenden Artikel: Wie man Husten bei Hunden beruhigt

6. Brauner Ausfluss

Diese Art von Sekret wird oft mit der eher rötlich-braunen Art verwechselt, die Porphyrin enthält. Wenn der Hund übermäßig viel Tränenflüssigkeit produziert und diese eine erdig-braune Farbe hat, kann das an einer Verstopfung des Tränenkanals liegen, der das Auge mit der Nase verbindet.

Die Hauptursachen für diesen Ausfluss sind eine Verstopfung durch Fremdkörper, übermäßiger Schleim oder Ursachen, die mit der jeweiligen Rasse zusammenhängen. Kleine Hunde und brachyzephale (kurzköpfige) Rassen leiden häufiger unter diesem Problem.

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Hier sei darauf hingewiesen, dass dieser Artikel rein informativ ist und dir helfen soll, die Anzeichen zu erkennen, bei denen dein Hund möglicherweise von einem Augenleiden betroffen ist. Wie du gesehen hast, werden ähnliche Augenausscheidungen bei Hunden durch sehr unterschiedliche Probleme verursacht, sodass eine genaue Diagnose niemals ohne die Einbeziehung einer Tierärztin oder eines Tierarztes gestellt werden sollte.


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