Wie sollten sich Kind und Hund zueinander verhalten?

· 1. Dezember 2018
Erwachsene sollten die Beziehung zwischen Kind und Hund beaufsichtigen und ihren Kindern ein Beispiel geben, indem sie das Tier mit Respekt und Sänfte behandeln. Andernfalls könnten sich vermeidbare Unfälle ergeben.

Ein Blick auf die Statistiken von Hundebissen erschreckt, denn es werden viel mehr Kinder als Erwachsene gebissen. Doch die Mehrzahl dieser Attacken sind vermeidbar, weswegen wir dir in unserem Artikel mehr darüber berichten möchten, wie Kind und Hund sich zueinander verhalten sollten.

Statistiken der Angriffe

Die Zahlen lügen nicht. Die Mehrzahl der Angriffe von Hund auf Mensch ist Minderjährigen gewidmet und es werden mehr Jungen als Mädchen gebissen.

Experten haben eine klare Deutung dieser Statistiken: Kinder wissen oft nicht, wie man sich einem Hund respektvoll nähert.

Deshalb ist es sehr wichtig, dass die Eltern wissen, wie Kind und Hund sich zueinander verhalten sollten. Wenn das Kind einige Grundregeln des Respekts und der Sicherheit kennt, dann kommt es gar nicht so weit, dass der Hund sich unwohl fühlt und zum Angriff übergeht, um sich zu wehren.

Man muss dem Kind also einige grundsätzliche Regeln erklären, damit es versteht, dass man ein Tier respektieren muss, damit dieses nicht in Angst und Stress verfällt und sich genötigt fühlt.

Kinder müssen respektvoll mit den Tieren umgehen

Grundregeln fürs Zusammenleben von Kind und Hund

Es ist wichtig, diese Grundregeln für Kind und Hund zu etablieren. Sie gelten nicht nur für fremde Hunde, sondern auch für die von Freunden und Familie und sogar für die eigene Fellnase.

1. Störe den Hund nicht beim Fressen oder Schlafen

Genau so wie es uns nervt, wenn man uns aufweckt, sollte man auch nie ein schlafendes Tier stören. Das gilt für Erwachsene und Kinder. Hunde haben manchmal auch schlechte Laune, besonders wenn man sie aus ihrem Mittagsschläfchen reißt.

Selbst für Hunde, die keine Probleme mit dem Futter haben, ist es eine Gewalttat, sie beim Fressen zu stören, ihnen Futter vom Napf zu klauen oder die Hand in den Napf zu stecken.

Wenn ein Hund sein Futter in Gefahr sieht, so kann es durchaus vorkommen, dass er versucht, es zu verteidigen.

2. An Ohren, Rute und Schnurrbart wird nicht gezogen

Für ein Kind kann es zum Spiel werden, den Körper des Hundes zu erforschen. Die Fellnase findet das meistens aber gar nicht lustig.

So musst du deinem Kind erklären, dass seiner Neugier dem Tiere zu Liebe bestimmte Grenzen gesetzt sind. Er darf den Hund nicht am Schwanz ziehen oder in die Ohren fassen, denn es kann das Tier stören oder ihm Schmerzen bereiten.

3. Lass den Hund gehen, wenn er gehen möchte

Diese Regel sollten sich auch Erwachsene hinter die Ohren schreiben. Wenn der Hund genug von uns hat und gehen möchte, dann müssen wir diese Entscheidung respektieren.

Hunde fühlen sich manchmal überfordert, wenn viele Menschen und besonders Fremde im Haus sind, wenn wir ihnen zu viel Aufmerksamkeit schenken oder weil es laut ist.

Kinder streicheln Schäferhund

Der Grund ist eigentlich egal. Wenn der Hund sich etwas abseits von uns entspannen möchte, dann müssen wir ihn gehen lassen. Das gilt besonders, wenn wir ihn zuvor gestreichelt oder umarmt haben.

Halten wir ihn wider seinen Willen fest, so kann er nervös werden und handeln, ohne zuvor nachzudenken.

4. Halte dich von seiner Schlafstätte fern

Dieser Punkt geht mit dem letzten einher. Es ist sehr vorteilhaft, dem Hund ein Plätzchen zuzuteilen, an dem ihn niemand stören darf. Dieser Ort sollte sein Körbchen und vielleicht noch etwas mehr Platz beinhalten, je nach Größe unseres Zuhauses.

Unser Lesetipp: Schlaf ist wichtig für dein Haustier!

An diesen Ort dürfen wir niemals eintreten und den Hund stören, es ist sein sicheres und ruhiges Plätzchen. Kinder sollten sich niemals aufs Hundebett legen und dürfen das Tier auch nie im Schlaf stören.

Der Hund weiß, dass wir ihn an diesem Ort in Ruhe lassen. Er kann ihn benutzen, um sich etwas abzuschotten, wenn ihm alles zu viel wird.

5. Den Hund ärgern ist kein Spiel

Diese Regel ist ganz einfach: Es ist kein Spiel, einen Hund zu ärgern.

Man nimmt ihm nicht die Spielsachen weg und man verspricht ihm auch kein Leckerli, das man ihm dann nicht gibt. Schon gar nicht reißt man ihm etwas aus dem Maul und es ist auch verboten, ihm eine Reihe von Befehlen ohne jegliche Belohnung zu geben.

Für manche Kinder mag das als ein Spiel erscheinen, doch der Hund versteht es als Angriff unsererseits gegen ihn.

Unsere Fellnasen sind zwar oft etwas geduldiger mit Kindern, aber es kann durchaus dazu kommen, dass der Hund sich zu sehr aufregt und in der Hitze des Gefechts eine schlechte Reaktion an den Tag legt.

6. Man bestraft, schlägt und schimpft keinen Hund

Es ist nicht die Aufgabe des Kindes, den Hund zu erziehen. Ein Kind sollte einem Hund niemals etwas wegnehmen, ihn bestrafen oder ausschimpfen.

Die Erziehung, Regeln und Richtlinien müssen von den Erwachsenen gesetzt werden. Deshalb sollte ein Kind die Finger davon lassen.

Mutter, Kind und Hund

Natürlich sollte es ihnen ganz verboten sein, das Tier zu schlagen. Das sollte nicht mal im Spiel oder sanft geschehen. Der Hund kann es als Aggression interpretieren und sich wehren.

Beaufsichtigung und ein gutes Vorbild

Man sollte Kind und Hund beim Spiel beaufsichtigen. Kinder, insbesondere Kleinkinder, haben ihren Körper und ihre Kraft noch nicht ganz unter Kontrolle, deswegen ist es wichtig, dass ein Erwachsener anwesend ist.

Und selbstverständlich sind die Erwachsenen das beste Vorbild für die Kinder.

Wenn du möchtest, dass Kind und Hund sich gut verstehen, dann solltest du den Kindern einfach zeigen, wie man einen Hund respektiert und artgerecht behandelt.

Verhalte dich deinem Hund gegenüber respektvoll und lehre dein Kind, dass man Tiere sanft behandelt und nicht verärgert.

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Diese Vorsichtsmaßnahmen sollte man immer in Betracht ziehen, auch mit dem eigenen Hund, der sich immer gut Kindern gegenüber verhalten hat. Die Fellnase kann schließlich auch mal einen schlechten Tag haben, nervös sein, unter Schmerzen leiden oder einfach nur schlecht reagieren.

Wenn ein Hund ein Kind beißt, dann liegt die Schuld meistens bei den Erwachsenen, die der Situation nicht vorbeugten.