Listenhunde: potenziell gefährliche Rassen

30. Mai 2019
Auch wenn diese Hunde pauschal als potenziell gefährlich eingestuft werden, hängt deren Verhalten großteils vom Halter und der Erziehung und Sozialisation des Hundes ab. 

Listenhunde oder Anlagehunde sind vom Gesetz als gefährlich eingestufte Tiere, deren Halter gewisse Voraussetzungen erfüllen müssen. Hunde auf der Rasseliste werden als rassebedingt aggressiv oder angriffslustig betrachtet und auch als Kampfhunde bezeichnet.

Erfahre in unserem heutigen Beitrag mehr über diese Hunderassen.

Was sind Listenhunde?

Die Kriterien für die Einstufung als potenziell gefährliche Rasse sind nicht einheitlich. Oft ist ein tragischer Vorfall ausschlaggebend, um eine Rasse auf die Liste zu setzen. Darüber hinaus befinden sich manche Hunderassen präventiv auf der Liste, auch wenn keine Beißvorfälle bekannt sind.

Beißkraft, Größe oder einfach der gefährliche Eindruck des Tieres können ebenfalls eine Rolle spielen. Doch in jedem Land sind unterschiedliche Rassen auf der Rasseliste zu finden, die auch jederzeit wieder verändert werden kann.

In der Regel werden folgende Kriterien berücksichtigt:

  • Gesteigerte Aggressivität durch Züchtung, Kreuzung oder Ausbildung
  • Rassen, von denen Beißvorfälle bekannt sind
  • Hunde, die Menschen bedrohen oder in Gefahr bringen
  • Rassen, die Artgenossen durch Beißen verletzen, ohne angegriffen worden zu sein
  • Hunde, die unkontrolliert andere Tiere hetzen
Listenhunde

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Listenhunde, die als potenziell gefährlich eingestuft werden

Die Erstellung der Rasseliste ist Ländersache, deshalb sind die darin aufgenommenen Hunderassen ganz unterschiedlich. Meist sind darauf jedoch folgende Rassen zu finden: Staffordshire Bullterrier, American Staffordshire Terrier, American Pit Bull Terrier und Bullterrier. Die Einschränkungen und Auflagen sind hier am strengsten. 

Zusätzlich zu diesen als gefährlich eingestuften Kampfhunden gibt es in vielen Bundesländern auch eine zweite Kategorie mit „vermutlich gefährlichen“ Hunden. Dazu zählen zum Beispiel in einigen Fällen Dobermann, Rottweiler, Bordeaux Dogge oder Kangal. Doch wie gesagt, ist die Rasseliste regional verschieden.

Anschließend stellen wir dir einige Hunderassen vor, die sehr häufig auf Rasselisten zu finden sind:

1. Amerikanischer Pitbull Terrier

Diese Rasse stammt von den englischen Bull Terrier ab. Sie wurden anfangs für Hundekämpfe verwendet und werden von der Federation Cynologique Internationale nicht anerkannt. Sie werden jedoch vom United Kennel Club in den USA klassifiziert, wobei die Haltung in verschiedenen Staaten verboten ist.

Diese Rassehunde bringen bis zu 30 kg auf die Waage. Sie sind sehr schnell, athletisch gebaut, wendig und sehr kräftig.

2. Rottweiler

Dieser potenziell gefährliche Hund stammt ursprünglich aus Deutschland. Da er sehr stark ist, wurde er verwendet, um Fleischwagen auf die Märkte zu ziehen. Er wird jedoch auch als Hirtenhund, Wachhund, Such- und Führungshund sowie als Rettunghund eingesetzt.

Der Rottweiler ist stark gebaut und kompakt, er ist wendig und resistent und hat einen überdimensional proportionierten Kopf.

Sein Temperament ist ruhig, er ist gehorsam und lernbereit, auch wenn er einen schlechten Ruf hat und als gefährlich eingestuft wird. Es handelt sich um ein selbstsicheres und mutiges Tier, das bei Gefahr schnell und gezielt handelt.

3. Argentinische Dogge

Es handelt sich um die einzige in Argentinien gezüchtete Rasse, die es noch gibt. Alle anderen sind bereits ausgestorben.

Diese Hunderasse wurde in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts gezüchtet, um große Tiere wie Pumas, Füchse oder Wildschweine zu jagen. Sie entstand durch die Kreuzung verschiedener europäischer Rassen.

Das komplett weiße Fell wird nur durch die schwarze Nase unterbrochen. Meist werden die Ohren dieser Tiere kupiert, damit sie gerade und aufrecht stehen.

Es handelt sich um ein starkes Arbeitstier, das von klein auf richtig sozialisiert werden muss, um sich gut innerhalb einer Gruppe zu entwickeln.

Außerdem benötigt die Argentinische Dogge viel Platz für Bewegung, um aggressive Charakterzüge durch zu viel angesammelte Energie zu verhindern. Auch diese Rasse ist in verschiedenen Ländern ganz verboten.

4. Dobermann

Auch diese Rasse findet ihre Ursprünge in Deutschland. Es handelt sich um die Kreuzung verschiedener Hunderassen, wie Pinscher, Rottweiler, Weimaraner, Beauceron und Manchester Terrier.

Der Dobermann ist an seinem quadratischen Körper und seiner länglichen Schnauze zu erkennen. Seine Augen sind klein, die Ohren sehr hoch angesetzt. Diese Hunderasse ist muskulös, athlethisch und stark.

Die Schulterhöhe kann bis zu 72 cm betragen, das Fell ist schwarz, braun oder schwarzrot. Der Dobermann erreicht ein durchschnittliches Alter von 13 Jahren.

Listenhunde: Dobermann

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5. Akita Inu

Dieser aus Japan stammende Hund wurde zur Verteidigung und zum Angriff gezüchtet, doch er wurde auch für die Jagd verwendet, denn er zeichnet sich durch seine Kraft und seinen starken Körperbau aus.

Er entstand durch eine Kreuzung von Englischem Mastiff und Tosa Inu (auch dieser Hund wird häufig als potenziell gefährlich eingestuft).

Der Akita Inu kann für verschiedenste harte Arbeiten eingesetzt werden. Er zeichnet sich durch eine dicke, doppelte Fellschicht weißer Farbe mit Tigermuster oder durch eine fuchsähnliche rötliche Farbe im oberen Körperbereich aus. Die Ohren sind dreieckig.

Was den Charakter dieser Rasse anbelangt, handelt es sich um ein ruhiges, zurückhaltendes Tier, das jedoch anderen Hunden gegenüber dominant sein kann. Der Akita Inu ist ein treuer und liebevoller Beschützer.

6. Burdeaux-Dogge

Diese Doggenart stammt ursprünglich aus Frankreich und formt Teil der großen Mastifffamilie. Es handelt sich um sehr kräftige und wendige Tiere. Sie wurden zur Jagd großer Tiere und als Wachhunde eingesetzt.

Der Kopf dieser Dogge ist groß mit vielen Falten, die Augen sind relativ weit voneinander entfernt. Die Fellfarbe dieses Hundes ist mahagonirot in allen Farbabstufungen. Es handelt sich um einen treuen, anhänglichen und liebevollen Begleiter, der bei Fremden zurückhaltend ist.

Abschließende Bemerkung über Listenhunde

Auch wenn diese Hunde pauschal als potenziell gefährlich eingestuft werden, hängt deren Verhalten großteils vom Halter und der Erziehung und Sozialisation des Hundes ab. 

Wenn der Besitzer sich einen Hund hält, um sich durch Angst vor anderen Respekt zu verschaffen, ist das natürlich gefährlich, denn all diese Hunde sind sehr kräftig gebaut und können tatsächlich aggressiv werden. Auch Misshandlung kann bei Hunden zu aggressivem und gefährlichen Verhalten führen.

Besitzer so starker und kräftiger Listenhunde haben deshalb große Veranwortung und müssen für das richtige Gehorsamtraining und die Sozialisierung ihres Hundes sorgen, um Gefahren zu vermeiden.