Wie der Orang-Utan einen Haken benutzt

· 15. April 2019
Die Orang-Utans überraschen uns immer wieder von Neuem: in einer neuen Studie wurde gezeigt, dass sie fähig sind, Werkzeuge viel präziser zu verwenden, als wir bisher glaubten.

Wir alle wissen, dass die Primaten zu den intelligentesten Tierarten gehören, doch wenn du das Ergebnis eines Experimentes wie diesem mit dem Haken herausfindest, dann bemerkst du erst richtig, wie sehr sie uns überraschen können.

Die Orang-Utans verblüffen uns damit, wie sie einen Haken fertigen können. Die Wissenschaftler haben eine Fähigkeit beobachtet, die man bisher in keiner außer unsere eigenen Spezies gesehen hat.

Dadurch haben die Orang-Utans bewiesen, dass sie den anderen Primaten einen Schritt voraus sind und all ihre Vorstellungskraft und Fähigkeiten gezeigt.

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Das Ergebnis des Experimentes mit dem Haken

Die Universitäten von Wien und St. Andrews führten ein Experiment durch, in dem die Orang-Utans zeigten, dass sie fähig sind, verschiedene Drahtstücke zu verwenden, um damit an Orte zu gelangen, an die sie mit ihren Fingern nicht kamen.

Im ersten Experiment beobachteten sie einen Orang-Utan dabei, wie er ein gerades Stück Draht zu einem Haken bog. Damit wollte er an eine Belohnung kommen, die sich in einem Korb, der in einer Röhre steckte, befand. Er benutzte seine Zähne, um am Ende des Drahtstückes einen Haken zu formen.

Im zweiten Experiment gab man den Orang-Utans ein gebogenes Stück Draht, mit dem sie nicht so einfach an eine Belohnung, die in einer senkrechten Röhre steckte, kamen.

Mehrere der Tiere schafften es binnen weniger Minuten, den Draht soweit aufzubiegen, damit sie damit dann die Belohnung aus der Röhre drücken konnten. Solch eine Handlung hat man bisher noch nie beobachten dürfen.

Studien über den Orang-Utan

Überraschende Resultate

Um diese Entdeckungen auszuwerten und die Intelligenz dieser Primaten mit der menschlichen zu vergleichen, hat man Kinder verschiedenen Alters dem gleichen Experiment unterzogen. Die Ergebnisse waren mehr als überraschend.

Ab fünf Jahren sind Menschen dazu fähig, Werkzeuge zu erfinden und zu verwenden, um ihre Objektive zu erreichen. Stellt man ihnen jedoch die Aufgabe, einen Korb aus einer senkrechten Röhre zu ziehen und gibt ihnen dafür nur ein gerades Stück Draht, dann fällt ihnen die Lösung schwer.

Die Mehrzahl von Kindern zwischen drei und fünf Jahren schafften es nicht. Nur sehr wenige kamen auf die Idee, das Drahtstück zu biegen, um so einen Haken zu bilden.

Sogar viele Kinder im Alter von sieben Jahren schafften dies nicht. Das gibt uns eine Idee darüber, wie intelligent Orang-Utans wirklich sind.

Kinder unter acht Jahren waren größtenteils nicht fähig, diese Aufgabe zu lösen. Zeigte man den Kindern jedoch zuvor, was man alles mit dem Drahtstück machen kann, so fiel es ihnen viel leichter.

Die Kleinsten unter ihnen lösten die Aufgabe trotzdem nicht, obwohl sie verstanden, welche Funktion ein Haken erfüllt.

Isabelle Laumer war die Beauftragte des Experiments, das im Leipziger Zoo durchgeführt wurde. Sie bestätigte, dass man dadurch bewiesen hat, dass die Orang-Utans viel intelligenter seien, als man bisher angenommen hat. Sie können dieses Problem besser lösen als Menschen bis zu acht Jahren.

Orang-Utan Mama und Baby

Die Zukunft der Spezies

Diese herrliche Tierart ist vom Aussterben bedroht. Es gibt noch 104.700 Exemplare des Borneo Orang-Utan, während es nur noch 14.600 Sumatra Orang-Utans gibt.

Die Wälder, die er sein Lebensgebiet nennt, reduzieren sich täglich aufgrund von Abholzung oder weil sie in landwirtschaftliche Nutzgebiete verwandelt werden. Heutzutage leben nur noch 50 % der Orang-Utans in Freiheit.

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Außerdem werden auch viele Orang-Utan Babys aus den Armen ihrer Mütter gerissen, um illegal als Haustiere verkauft zu werden. Nur wenige überleben diese Tortur und die Reise in ferne Länder.

Ihre Zahl wird weiter schrumpfen, bis man keine strengen Maßnahmen trifft, um diese Tierart zu schützen. Wie es schon so oft bei anderen Arten geschehen ist, verlieren wir so einen unwiederbringlichen Erdenmitbewohner.