Koko, die sprechende Gorilladame, ist gestorben

· 8. Januar 2019
Dieses fast mythische Tier hat mehr als 1.000 Worte der Zeichensprache gelernt. Des Weiteren verstand es mindestens 2.000 englische gesprochene Worte.

Am 20. Juni 2018 vernahm man in den Nachrichten, dass Koko, möglicherweise einer der berühmtesten Gorillas, verstarb. Die Westliche Flachland-Gorilladame starb im Alter von 46 Jahren in ihrem Zuhause, der Gorilla Foundation.

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Koko verstarb im Schlaf, was die Foundation beruhigte. Die Foundation stellt nun vermutlich ihre Aktivitäten ein, da die Benutzung von Gorillas zur Erforschung der Sprache heutzutage als unethisch angesehen wird. 

Koko die Gorilladame: ein außerordentlicher Verstand

Die Gorilladame wurde aufgrund ihrer Fähigkeiten in der Zeichensprache so berühmt. Ihre Pflegerin und Trainerin, Franscine Patterson, brachte ihr mehr als 1.000 Worte bei, die Koko sowohl verstehen als auch „sagen“ konnte. Außerdem verstand sie auch mindestens 2.000 gesprochene englische Worte.

Manchmal wurden Kokos Fähigkeiten zwar übertrieben, doch die wissenschaftliche Gemeinschaft ist sich darüber einig, dass Koko ihre Phrasen nicht durch Syntax zusammenstellte, und dass ihr Kommunikationsvermögen dem eines etwa vierjährigen Kindes glich.

Koko die Gorilladame erreichte in mehreren Momenten Berühmtheit. Einmal kreiste ein Video von ihr gegen den Klimawandel durch die Netzwerke. Es mag zwar rührend klingen, doch es ist schwer zu glauben, dass ein Tier eine Meinung zu Ursachen und Lösungen für ein Phänomen haben kann, das die Menschen kaum erfassen können.

Koko war der intelligenteste bekannte Gorilla der Welt

Wie kam Kokos Geschichte zustande?

Die Gorilladame wurde im Zoo von San Francisco geboren und erlitt während ihrer ersten Lebensmonate eine schwere Krankheit, sodass sich eine Pflegerin ihrer annahm. Dadurch entstand die enge emotionale Bindung von Franscine Patterson zu dem Tier. 

Danach schaffte es Franscine Patterson, Koko mit zu einer Stiftung zu nehmen, wo sie den Rest ihres Lebens verbrachte. Viele Menschen betrachteten diese Entscheidung sehr kritisch. Sie lebte zwar in einem Zoo, doch dort hatte sie wenigstens viele Artgenossen um sich.

Kokos Leben war voller Abenteuer

Sie liebte Tiere und kümmerte sich oft um Katzen, für die sie auch ihre Liebe aussprach. Koko konnte nämlich Zeichensprache benutzen, um ihre Gefühle auszudrücken.

Diese Gorilladame hatte auch viele berühmte Bekannte, wie zum Beispiel Leonardo di Caprio und Robin Williams. Ihre Reaktion auf seinen Tod kreiste ebenfalls durch die Netzwerke.

Koko, die Gorilladame: ein umstrittenes Leben

Sie hat vielleicht viele Menschen inspiriert, doch viele glauben auch, dass die Umstände, in denen sie aufgezogen wurde, eine Misshandlung darstellen und nicht artgerecht waren.

Berggorilla im Wald

Nicht-menschliche Primaten werden leicht vermenschlicht, wenn sie von Menschen aufgezogen werden. So kommt es dazu, dass man sie nicht mehr mit einer Gruppe ihrer Artgenossen auswildern kann. Deshalb kann man keinen Affen als Haustier halten.

Selbst wenn sie während verschiedener Lebensabschnitte mit anderen Gorillas zusammenlebte, so hatte Koko niemals die Chance, mit einer Gruppe von Gorillas in ihrem natürlichen Lebensraum zu verweilen. Oft lebte sie sogar nur in menschlicher Gesellschaft.

Deshalb meinen viele, dass man Koko besser im Zoo von San Francisco gelassen hätte, wo sie sich wenigstens in eine Gruppe ihrer Artgenossen hätte integrieren können.

Manche kritisieren auch Sprachexperimente mit Primaten, da sie in anderen Fällen in Aufgabe oder Tierversuchen endeten. Es zeigte sich ebenfalls, dass die Mehrzahl der Tiere psychologisch litt.

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Es steht fest, dass Koko ein komplett anderes Leben als ihre Artgenossen führte. Sie inspirierte viele Menschen dazu, die Natur zu respektieren, auch wenn sie selbst vielleicht nicht das beste Leben hatte.