Fang von Wildtieren: Gämse

23 März, 2020
In diesem Artikel erklären wir dir einige der Methoden für den Fang von Wildtieren
 

Der Fang von Wildtieren ist kein Ziel an sich, sondern eine Maßnahme zur Regulierung des Wildbestandes. Außerdem dient er der Wiederansiedlung oder Umsiedelung von Tieren und wird auch für Forschungszwecke eingesetzt.

Fang von Wildtieren: die Gämse

Chemische Methoden

Bei der Teleanästhesie wird aus der Ferne ein anästhesierendes Pharmazeutikum verabreicht. Das geschieht normalerweise intramuskulär durch Pfeile, die mit Gewehren, Pistolen, Armbrüste oder Blasrohre (alles spezialisierte Waffen) abgeschossen werden.

Man hat beim Fang von wilden Huftieren verschiedene anästhetische Kombinationen verwendet. Es gibt allerdings immer noch nicht das perfekte Mittel für diesen Zweck.

„Das ideale Anästhetikum sollte sich mit anderen Pharmaka kombinieren lassen, keine Muskelreizung hervorrufen, eine kurze Einleitungsphase haben, es sollte ein Gegenmittel geben, bei einer stabilen Temperatur angewendet werden können und stark wirksam sein.“ – Fowler

Physische Methoden

Es gibt viele verschiedene Methoden für den Fang, doch keine ist perfekt und lässt sich in allen Fällen anwenden.

Schlingen

Das sind Kabel oder Stricke aus Nylon, die sich um eine der Gliedmaßen des Tieres schließen, wenn es den Mechanismus aktiviert. Man stellt diese Fallen für gewöhnlich dort auf, wo Herden vorbeiziehen.

Schlaufe
Bildquelle: Herrero J, Escudero E, Fernández de Luco D, García-González R. EL SARRIO PIRENAICO
 

Vertikale Netze für den Fang von Wildtieren

Für den Fang mit vertikalen Netzen verwendet man ein Netz, das etwa zwei Meter hoch und 50 Meter lang ist. Dann jagt man die Tiere mittels einer Drückjagd in Richtung des schon aufgebauten Netzes. Manchmal verwendet man die Netze auch, um Gämsen auf ihren natürlichen Wanderungen zu fangen, ohne sie zuvor zu jagen.

Netz für den Fang von Wildtieren
Bildquelle: Herrero J, Escudero E, Fernández de Luco D, García-González R. EL SARRIO PIRENAICO

Käfigfallen

Es handelt sich hierbei um verschieden große Kisten aus Metall oder Holz. Sie können eine einzelne Tür haben, doch besser ist es, wenn sie zwei haben. Die Gämsen zögern nämlich weniger, in den Käfig zu treten, wenn sie auf der anderen Seite einen Ausweg sehen.

Falle
Bildquelle: Herrero J, Escudero E, Fernández de Luco D, García-González R. EL SARRIO PIRENAICO

Man empfiehlt Salzsteine, um die Gämsen anzulocken. Die Falle löst sich für gewöhnlich automatisch durch eine Druckfeder aus.

 

Fallnetze für den Fang von Gämsen

Fallnetze sind quadratisch oder rund – sie decken eine variable Oberfläche ab – und hängen von Stöcken aus einer bestimmten Höhe. Auch hier verwendet man Köder, um die Gämsen anzulocken. Stehen sie erst einmal unter dem Netz, dann lässt man es fallen.

Fallnetz
Bildquelle: Herrero J, Escudero E, Fernández de Luco D, García-González R. EL SARRIO PIRENAICO

Um Muttertiere mit ihren Jungen zu fangen, identifizieren und markieren, hat man in den italienischen Alpen eine Veränderung vorgenommen. Die Netze heben sich an, wenn die Falle aktiviert wird. So vermeidet man, dass die Jungen unter ihnen entkommen. Diese neue Erfindung hat man mit dem Namen Up-net patentiert.

Einzäunungen

Diese bestehen aus hängenden Netzen, doch es gibt sie auch aus Metall oder Holz. Wenn die Tiere, die man fangen will, sich innerhalb der Einzäunung befinden, aktiviert ein Anwender die Falle.

Einzäunung für den Fang von Wildtieren
Bildquelle: Herrero J, Escudero E, Fernández de Luco D, García-González R. EL SARRIO PIRENAICO
 

Befinden sich die Tiere erst einmal innerhalb des Zaunes, so muss man sie immobilisieren. Das geschieht normalerweise durch manuelle Netze oder Teleanästhesie.

Kanonennetze

Das sind Netze, die durch eine Reihe von Rohren angetrieben werden und mit Gewichten beschwert sind. Aktiviert man den Mechanismus, dann ziehen sie das Netz hinter sich her, fliegen über die Gämsen und fangen sie ein.

Dieses System für den Fang kann nur in freien Zonen ohne Vegetation genutzt werden.

  • Herrero J, Escudero E, Fernández de Luco D, García-González R. EL SARRIO PIRENAICO. 3rd ed. Consejo de Protección de la Naturaleza de Aragón; 2019. Pag.: 79-87