Der Husarenaffe: kennst du ihn schon?

14. Februar 2020
Der Husarenaffe ist ein nur wenig bekannter Primat. Dabei ist er eigentlich eine faszinierende Spezies.

Die Biodiversität unter den Primaten ist enorm. Deshalb ist es einfach, faszinierende Tierarten zu finden, von denen wir möglicherweise noch nie gehört haben und die auch nur wenig in ihrem Lebensraum erforscht wurden. Zu den afrikanischen Afften, die nicht viele Leute kennen, gehört der Husarenaffe.

Es handelt sich hierbei um ein wenig erforschtes Tier, das in verschiedenen Ländern südlich der Sahara-Wüste lebt und nicht nur sehr eigenartig aussieht, sondern auch eine besondere Biologie hat.

Der Husarenaffe: Merkmale

Es gibt ausgeprägte Unterschiede bei Männchen und Weibchen, denn der männliche Husarenaffe ist viel größer als der weibliche. Männchen können doppelt so groß wie die Weibchen werden. Sie wiegen sieben bis dreizehn Kilo, während Weibchen nur zwischen vier und sieben Kilo auf die Waage bringen.

Der Husarenaffe ist ein Primat mit viel längeren Gliedmaßen als die meisten anderen Affenarten. Das liegt daran, dass es sich um ein sehr schnelles Tier handelt. Man hält ihn für einen der schnellsten Affen.

Auch seine Färbung sticht hervor: Er hat einen rötlichen Rücken und weiße Farbtöne am Bauch. Außerdem tragen männliche Tiere einen imposanten Schnurrbart, der sie sehr interessant aussehen lässt.Auf lateinisch heißt er Erythrocebus patas

Verhalten des Husarenaffen

Der Husarenaffe ist ein an Land lebender, tagaktiver Primat, der zwar ausgezeichnet klettern kann, doch den man oft am Boden antrifft. Seine Fluchtstrategie ist das Rennen. Man hält ihn für den schnellsten Primaten. 

Diesen Titel hat der Husarenaffe sich verdient, da er fähig ist, viele der Raubtiere durch sein Rennen zu verwirren, sogar den Geparden.

Der Husarenaffe lebt in Gruppen, die für gewöhnlich aus 20 bis 50 Tieren bestehen und die ein Revier von etwa 50 Quadratkilometern bewohnen.

Normalerweise bestehen die Gruppen aus einem Männchen und vielen Weibchen, doch während der Paarungszeit schließen sich weitere Männchen den Gruppen an. Es gibt allerdings auch Gruppen, die aus mehreren Männchen bestehen.

Dieser Primat ist ein Allesfresser, der in enger Verbindung mit den Akazien steht, denn er ernährt sich von allen Teilen dieses Baumes. Er verschmäht aber auch keine Vögel oder Gliederfüßler und macht sogar vor einigen Kaktusarten nicht Halt.

Dieses Tier hat kleine Schneidezähne, deshalb vermeidet er großes, hartes Futter, wie etwa Samen und Beeren.

Der Affe hat rötliches Fell

Der Husarenaffe: Lebensraum

Der Husarenaffe lebt in ziemlich trockenen Gegenden, entfernt von Wäldern. Dieser Affe lebt hauptsächlich auf dem Boden, in Savannen und Halbwüsten. Normalerweise trifft man ihn auf niedrigen Höhen an, doch man hat auch Gruppen dieser Tiere auf fast 2.000 Metern Höhe vorgefunden.

Konkret gesagt lebt der Husarenaffe in Senegal, Zentralafrika, Tschad, Tansania, Sudan, Kongo, Uganda oder Kenia.

Laut der International Union for the Conservation of Nature (IUCN) ist er keine bedrohte Tierart. Trotzdem verringert sich die Zahl der Exemplare aufgrund des Verlusts seines Lebensraumes.

Außerdem jagt man ihn, da er vom Anbau klaut und weil manche glauben, dass sein Fleisch Lepra heilt, was ein vollkommener Unsinn ist. Über jene Unterart, die in Tansania lebt, sollte man sich am meisten Sorgen machen. Schon ein Drittel ihrer Bestände ging in den letzten Jahrzehnten verloren.

  • Hall, K. R. (1966). Behaviour and ecology of the wild patas monkey, Erythrocebus patas, in Uganda. Journal of Zoology148(1), 15-87.